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Teilauto-Chef: "Wir haben die Pandemie überwunden"

Der Carsharing-Anbieter Teilauto aus Leipzig stockt seine reduzierte Flotte wieder auf - und hat dabei mit neuen Problemen zu kämpfen.

Carsharing-Anbieter Teilauto stockt die Fahrzeugflotte wieder auf.
Carsharing-Anbieter Teilauto stockt die Fahrzeugflotte wieder auf. ©  PR

Corona hat die Nutzungszahlen von Carsharingautos im vergangenen Jahr stark einbrechen lassen. Der mitteldeutsche Anbieter Teilauto musste reagieren und reduzierte die Flotte, um auch während des Lockdowns eine solide Auslastung zu erreichen.

Die Strategie zeigte Wirkung. „Wir haben die Pandemie überwunden“, fasst Michael Creutzer, nach dem ersten Halbjahr 2021 die Lage zusammen. Er ist einer der beiden Geschäftsführer der Mobility Center GmbH, die die Marken Teilauto und Cityflitzer betreibt. „Durch eine Reduzierung unseres Fuhrparks sowie konstant steigende Nutzer und Nutzerinnenzahlen konnten wir die Auslastung unserer Fahrzeuge im ersten Halbjahr wieder auf Vor-Corona-Niveau heben“, teilte Creutzer am Montag mit. Für die nächsten Monate ist er zuversichtlich. Der Sommer und auch das zweite Halbjahr sähen vielversprechend aus.

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Das Unternehmen hat angesichts der Erfahrungen in der ersten Infektionswelle seine Herangehensweise geändert, um der anhaltenden Pandemie zu begegnen. In der ersten Welle im vergangenen Jahr nutzte Teilauto Kurzarbeit und nahm Kürzungen auf der Personalebene vor. Doch dabei zeigte sich schnell, dass bestimmte Prozesse weiterlaufen müssen. Deshalb wurde in der zweiten Welle die Strategie der Reduzierung der Flotte auf 950 Fahrzeuge gewählt, um Kosten zu sparen. Weniger Autos, die stärker genutzt werden, führen zu höherer Auslastung, so die Rechnung.

Im ersten Halbjahr 2021 kamen knapp 3.000 neue Nutzer und Nutzerinnen hinzu, jeweils zur Hälfte für Teilauto und für Cityflitzer. Mit Blick auf den Sommer wurde der Fuhrpark seit Ostern wieder aufgestockt und umfasst jetzt 1.350 Fahrzeuge. Allein in den letzten Wochen kamen 150 neue Fahrzeuge dazu, darunter zahlreiche Urlaubsfahrzeuge.

Chipmangel führt zu längeren Wartezeiten auf neue Autos

Dabei hat der Carsharinganbieter, der aktuell in 20 Städten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen aktiv ist, mit neuen Herausforderungen zu kämpfen. „Aufgrund von Lieferengpässen bei Elektrochips verzögern sich einige Fahrzeugmodelle um mehrere Monate oder sind aktuell gar nicht zu bekommen“, betont Co-Geschäftsführer Patrick Schöne. Deswegen halten neue Automarken wie Opel Astra und Opel Combo Einzug in die Flotte. Angesichts der hohen Nachfrage, da viele Urlauber in Deutschland bleiben, „können wir nicht allen Wünschen begegnen“, so der Fuhrparkchef.

Das Unternehmen mit 25 Beschäftigten hat die Pandemie genutzt, um zahlreiche Projekte auf den Weg zu bringen. So wurde die Kundenbetreuung zentralisiert. Im Dezember 2020 ging die Schadenmeldung per App an den Start. Darüber können Schäden, Verschmutzungen und Fundsachen direkt gemeldet und dokumentiert werden. Ein Anruf in der Servicezentrale entfällt dadurch in den meisten Fällen.

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Teilauto startete 1992 als ökologischer Verein in Halle an der Saale. Mit wachsender Flottengröße wurde der Teilauto-Geschäftsbetrieb 2004 in die Mobility Center GmbH überführt. Seit zwei Jahren betreibt das Unternehmen zusätzlich den stationslosen Carsharing-Dienst Cityflitzer. Insgesamt nutzen 54.000 Menschen das mit dem Umweltabzeichen „Blauer Engel“ zertifizierte Angebot.

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