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Wirtschaft

So lief die Unternehmerpreis-Verleihung

Sachsens Unternehmerpreis wird verspätet und erneut im kleinen Kreis vergeben. Das hat Folgen für die Küche. Der Glanz der Veranstaltung bleibt.

Die Ehrung für "Sachsens Unternehmer des Jahres" findet Corona bedingt zum zweiten Mal nur im kleinen Kreis statt. Das tut der guten Stimmung in Dresdens Gläserner Manufaktur von Volkswagen keinen Abbruch.
Die Ehrung für "Sachsens Unternehmer des Jahres" findet Corona bedingt zum zweiten Mal nur im kleinen Kreis statt. Das tut der guten Stimmung in Dresdens Gläserner Manufaktur von Volkswagen keinen Abbruch. © Arvid Müller

Stahlriesen, die im Familienbetrieb Bang Kransysteme in Oelsnitz für alle Welt produziert werden, bewegen Hunderte Tonnen schwere Lasten. Nun hat das Führungstrio aus Werner Bang und seinen Söhnen Christoph und Marcus eine 40 Kilo leichte Grazie am Haken, die aber dennoch gewichtig ist: „Die Träumende“. Die vergoldete Bronzestatue von Malgorzata Chodakowska ist die Preisskulptur für „Sachsens Unternehmer des Jahres“. So darf sich das Trio aus dem Vogtland seit Freitag nennen.

Ein Traum wird wahr: Vater Werner Bang und seine Söhne Christoph und Marcus Bang (v.l.) von der BANG Kransysteme GmbH & Co. KG in Oelsnitz mit der "Träumenden" von Malgorzata Chodakowska, dem Siegerpreis für "Sachsens Unternehmer des Jahres".
Ein Traum wird wahr: Vater Werner Bang und seine Söhne Christoph und Marcus Bang (v.l.) von der BANG Kransysteme GmbH & Co. KG in Oelsnitz mit der "Träumenden" von Malgorzata Chodakowska, dem Siegerpreis für "Sachsens Unternehmer des Jahres". © Arvid Müller

Juniorchef Christoph ist bei der Siegerehrung in Dresdens gläserner VW-Manufaktur ebenso überwältigt wie überrascht. Deshalb habe er auch keine Rede vorbereitet und wolle nur der Belegschaft danken, sagt der 41-Jährige vor knapp 50 geladenen Gästen. Darunter der 95-jährige Carl Hahn, Ex-Vorstandschef von Volkswagen, und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Er kam eine halbe Stunde zu spät „zu einer der spannendsten Veranstaltungen, die wir im Freistaat haben“ – hatte aber einen guten Grund: „Ich war noch beim Impfen“, entschuldigt er sich.

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Sachsen braucht Verkäufer, keine Verwalter

Sachsen sei ein traditionsreicher und zugleich moderner Wirtschafts- und Technologiestandort – mit starken Unternehmen und herausragenden Unternehmerpersönlichkeiten, sagt der Premier in seiner Botschaft und: „Wir brauchen Verkäufer und keine Verteiler. Wir brauchen Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer, Entwicklerinnen und Entwickler und keine Verwalter.“ Das sei der entscheidende Faktor für unternehmerischen Erfolg.

Die Ehrengäste des Festakts: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) begrüßt Carl Hahn. Der ehemalige Vorstandschef von Volkswagen fühlt sich dem Freistaat nicht nur durch seinen Geburtsort Chemnitz verbunden. Er hat gerade erst seinen 95. Geb
Die Ehrengäste des Festakts: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) begrüßt Carl Hahn. Der ehemalige Vorstandschef von Volkswagen fühlt sich dem Freistaat nicht nur durch seinen Geburtsort Chemnitz verbunden. Er hat gerade erst seinen 95. Geb © Arvid Müller

Kretschmer hält seine Ode an Sachsens Unternehmertum normalerweise im Mai bei einer Gala vor rund 250 Zuhörern. Aber wegen der coronabedingten Hygieneauflagen waren nur Sieger und Platzierte der einzelnen Kategorien und Sponsoren beim um zwei Monate verlegten Festakt dabei.

Hoffnungsträger und Chancengeber

Hubertus Bartsch (76), Chef der Neuen ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH, wird für sein Lebenswerk geehrt. Dort steht für den langjährigen Unternehmensberater als gute Tat nicht nur, dass er den insolventen Autozulieferer mit heute gut 1.000 Beschäftigten in Sachsen, China und der Slowakei wieder flott und erfolgreich gemacht hat. Zuvor hatte er schon dem totgesagten Eisen- und Hüttenwerk in Thale (Harz) neues Leben eingehaucht und vielen der 6.000 Mitarbeitenden eine Perspektive gesichert.

Hubertus Bartsch, Chef der Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH, wurde für sein Lebenswerk geehrt. Der 76-Jährige hatte den insolventen Autozulieferer 1999 übernommen, wieder flott und erfolgreicher denn je gemacht.
Hubertus Bartsch, Chef der Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH, wurde für sein Lebenswerk geehrt. Der 76-Jährige hatte den insolventen Autozulieferer 1999 übernommen, wieder flott und erfolgreicher denn je gemacht. © Arvid Müller

Apropos Zukunft: Als bester Gründer wird Alexander Helm aus Werdau auf die Bühne gerufen. Sein Pharma-Start-up Casida, das auf pflanzliche Naturmedizin setzt, hatte sich vorige Woche in einer Online-Abstimmung behauptet. Der Lohn bei Sachsens Unternehmerpreis: Medialeistungen im Wert von 60.000 Euro.

Melissa Blankenship-Küttner und Rüdiger School erhalten das gleiche Werbebudget bei den Medienpartnern. Das Duo gewinnt den Sonderpreis „FokusX – Bester Chancengeber“. Ihre gemeinnützige Saxony International School Carl Hahn in Glauchau hat die Corona-Krise zum Quantensprung beim digitalen Lernen und Lehren genutzt und in kürzester Zeit 2.000 Laptops und Tablets für den Unterricht angeschafft.

Etwas fehlt beim Festakt

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Und doch fehlt etwas bei der 16. Ehrung von „Sachsens Unternehmer des Jahres“ – außer dem Trubel in extravaganter Kulisse. Nicht die gewohnt professionelle Präsentation durch TV-Moderatorin Franziska Schenk. Nicht der Showact, diesmal durch den russischen Saxofonisten Timur Valitov, der mit Stipendium von saechsische.de in Dresden studiert. Erstmals fehlt beim anschließenden Lunch der Mai-Spargel auf den Tellern. Stattdessen serviert Gourmetkoch Mario Pattis julitypisch: Pfifferlinge.

Der junge russische Saxofonist Timur Valitov sorgt bei der feierlichen Preisverleihung für den musikalischen Rahmen. Er studiert derzeit mit einem von saechsische.de teilfinanzierten Stipendium in Dresden.
Der junge russische Saxofonist Timur Valitov sorgt bei der feierlichen Preisverleihung für den musikalischen Rahmen. Er studiert derzeit mit einem von saechsische.de teilfinanzierten Stipendium in Dresden. © Arvid Müller

Und was gibt’s 2022?. Strahlende Sieger. Enttäuschte Platzierte. Stolz auf Sachsens Mittelstand. Auf jeden Fall wieder einen Festakt. Wie sagt Franziska Schenk zum Schluss: „Egal, was kommt: Wir kriegen das auch nächstes Jahr wieder hin.“

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