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Sachsen will Wasserstoffzentrum haben

Mit einem Wettbewerb sucht das Bundesverkehrsministerium einen Ort für ein Wasserstoff-Innovationszentrum. Sachsen schickt Chemnitz ins Rennen.

Ein Hyundai Nexo mit Brennstoffzelle wird aufgetankt. Die Bundesregierung will Wasserstofftechnologien in der Mobilität fördern.
Ein Hyundai Nexo mit Brennstoffzelle wird aufgetankt. Die Bundesregierung will Wasserstofftechnologien in der Mobilität fördern. © imago images

Der Freistaat setzt in der Elektromobilität nicht nur auf den Batterieantrieb, sondern auch auf den Brennstoffzellenantrieb. Ziel der Landespolitik und eines Zusammenschlusses sächsischer Unternehmen, Verbände, Forschungseinrichtungen und Universitäten ist es, das Wasserstofftechnologie-Zentrum nach Sachsen zu holen. Am Dienstag hat das Bündnis sein gemeinsames Konzept für das „HIC – Hydrogen and Mobility Innovation Cente“ in Chemnitz vorgestellt. Dort könnte das Zentrum in diesem Jahr seine Arbeit aufnehmen, denn der Standort ist bereits jetzt ein Forschungs- und Transferschwerpunkt für Wasserstofftechnologien sowie Brennstoffzellen-Fahrzeugantriebe. Zahlreiche Forschungsprojekte mit Förderungen von Land, Bund und EU belegen das.

Auch ein Technologie-Campus ist schon komplett erschlossen: Das HIC würde die bestehenden Strukturen mit einem hochmodernen Fahrzeuglabor, einem Wasserstoff-Zertifizierungszentrum, Prüfständen für Brennstoffzellen sowie einem Fortbildungszentrum festigen. Insbesondere Mittelständler könnten dort neue Produkte entwickeln und zertifizieren, um vom Zukunftsmarkt Wasserstoff zu profitieren, heißt es in der Mitteilung des Wirtschaftsministeriums.

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Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig, Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow und der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze unterstützen die Bewerbung mit Nachdruck. „Der Freistaat Sachsen verfügt über exzellente Kompetenzen im Bereich der Brennstoffzellentechnologie. Daher begrüßen wir die sächsische Bewerbung um das nationale Technologie- und Innovationszentrum Wasserstofftechnologie für Mobilitätsanwendungen des BMVI außerordentlich“, betont Dulig. Hinter dem HIC stehen außerdem das Innovationscluster HZwo e.V., die Technische Universität Chemnitz und die Technische Universität Dresden, die Fraunhofer-Gesellschaft sowie BMW Leipzig, der Automobilzulieferer Vitesco Technologies sowie viele kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), an denen insgesamt rund 10.000 Arbeitsplätze hängen.

Die Forschung rund um das Thema Wasserstoff verspricht kohlenstoffdioxidfreie Mobilität. Um Industrie und Gesellschaft bei der Umstellung auf diesen neuen Energieträger zu unterstützen, hat die Bundesregierung einen Standortwettbewerb für ein „Technologie- und Innovationszentrum Wasserstofftechnologie für Mobilitätsanwendungen“ ausgerufen. Es soll sich auf die gesamte Wertschöpfungskette der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie im Bereich Mobilität konzentrieren und dafür sorgen, dass Deutschland international Taktgeber dieser Zukunftsindustrie werden kann. Wasserstofftechnologien „Made in Germany“ sollen auf der ganzen Welt konkurrenzfähig sein – auch im Vergleich mit Japan, China oder den USA.

Sachsens „HIC – Hydrogen and Mobility Innovation Center“ muss sich gegen bundesweite Konkurrenz durchsetzen: In der ersten Stufe des Wettbewerbs wählt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) bis Ende März 2021 aus allen Bewerbungen drei Finalisten aus. Diese werden anschließend im Rahmen von Machbarkeitsstudien auf Herz und Nieren geprüft. Die Entscheidung über den Zuschlag für das beste Konzept fällt im Spätsommer.

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