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Erste Erfolge für sächsisches Karrierenetzwerk

Mehr als 30 Absolventen sächsischer Hochschulen haben bereits einen Job bei heimischen Unternehmen erhalten. Nun soll es einen neuen Fokus geben.

Als Hochschulstandort ist Sachsen begehrt - doch die Bewerbungsgespräche werden häufig anderorts geführt.
Als Hochschulstandort ist Sachsen begehrt - doch die Bewerbungsgespräche werden häufig anderorts geführt. © Symbolfoto: dpa/Christin Klose

Dresden. Sächsische Studenten auf den sächsischen Arbeitsmarkt bringen - das ist das Ziel der vom Freistaat geförderten Karriereplattform "TalentTransfer". Seit Mitte 2019 treffen sich Unternehmen, Ausbilder, Hochschulen und deren Absolventen auf digitalen Barcamps, bei Wanderungen durch die Sächsische Schweiz und bei Podiumsgesprächen, um sich zu vernetzen. Jetzt gibt es eine erste Bilanz.

30 Absolventen fanden im vergangenen Jahr über TalentTransfer eine Anstellung bei sächsischen Unternehmen, entweder als Werkstudent, Praktikant oder gleich als Berufseinstieg. Mehr als 100 Bewerbungsunterlagen wurden übermittelt, bei rund jedem Zweiten kam es zu einem Bewerbungsgespräch.

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Es handle sich dabei allerdings um "konservative" Zahlen, erklärt Projektleiterin Julia Thombansen. Sie gehe davon aus, dass durch das Projekt weit mehr Studenten eine Anstellung gefunden haben als in der Statistik erfasst werden könnten. Das Projekt habe auch einen subtilen Einfluss auf den Grad der Vernetzung von Hochschul-Absolventen und Unternehmen, erfasse die erfolgreichen Vermittlungen aber nicht minutiös.

Mehr als 3.000 Studenten haben in den ersten zwei Projekt-Jahren an Veranstaltungen im Raum Dresden, Leipzig und Chemnitz teilgenommen, darunter mehr als 1.000 Studenten aus dem Ausland. In den sozialen Medien erreichte "TalentTransfer" rund 300.000 Menschen.

Stärkere Vernetzung mit Unternehmen auf dem Land

"Wir sehen einen ganz klaren Bedarf an Vermittlungsangeboten und Unterstützung, wenn es um das Matching von Talenten und Unternehmen geht", sagt Thombansen weiter. "Viele Absolventen wissen nicht um die Bandbreite sächsischer Unternehmen. Das macht es für Arbeitgeber schwierig, passende Fachkräfte zu rekrutieren."

Mit der Karriereplattform für Sachsen soll dem entgegengewirkt werden. Für zwei weitere Jahre wird das Projekt vom Sächsischen Wirtschaftsministerium als Teil der Fachkräftestrategie 2030 mit 1,6 Millionen Euro gefördert. Bisher standen vor allem die Regionen Dresden (vertreten durch den Projektträger Scientists into Business GmbH), Leipzig (via die ZAROF. GmbH) und Südwestsachsen (über den Career Service der TU Chemnitz) im Fokus. Nun sollen auch mehr die Unternehmen im ländlichen Raum einbezogen werden.

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"Es ist uns bewusst, dass in zwei Jahren keine Wunder auf dem Arbeitsmarkt geschehen", erklärt Thombansen. Die nächsten zwei Jahre sollen daher eine weitere Etappe auf dem Weg zur Bekämpfung von demografischem Wandel und Fachkräftemangel in Sachsen sein.

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