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Wirtschaft

Warnstreiks bei Bahnen und Bussen

Pendler müssen sich am kommenden Dienstag auf massive Einschränkungen im Öffentlichen Nahverkehr einstellen. Auch Sachsen ist betroffen.

Die Bahnen könnten nächsten Dienstag auch in Dresden stillstehen.
Die Bahnen könnten nächsten Dienstag auch in Dresden stillstehen. © Archiv/André Wirsig

Pendler müssen sich am kommenden Dienstag bundesweit auf Warnstreiks im Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat für diesen Tag zu Arbeitsniederlegungen, um einen bundesweiten Tarifvertrag für rund 87.000 Beschäftigte im ÖPNV durchzusetzen, wie sie am Freitag mitteilte. Auch in Sachsen. So sind etwa die Dresdner Verkehrsbetriebe laut Verdi-Sprecher Jörg Förster mit aufgerufen, sich an der Arbeitsniederlegung zu beteiligen. Auch in Leipzig, Chemnitz, Zwickau und Plauen sollen Straßenbahnen und Busse in den Betriebshöfen bleiben, wie der Verdi-Landesbezirk am Freitag in Leipzig mitteilte.

Die Arbeitgeber stünden demnach einer solchen einheitlichen Regelung bislang ablehnend gegenüber. Derzeit laufen in allen 16 Bundesländern die Verhandlungen über die jeweiligen Tarifverträge im ÖPNV. Zwar gehört dieser zum öffentlichen Dienst, doch mit den dort derzeit ebenfalls laufenden Tarifverhandlungen haben die Forderungen der Gewerkschaft nichts zu tun. Es handelt sich beim ÖPNV um Spartentarifverträge. Weil diese sich aus Sicht der Gewerkschaft im Laufe der Jahre in den einzelnen Ländern auseinanderentwickelt haben, möchte Verdi sie nun durch eine bundesweite Regelung ergänzen.

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"Mit unseren Forderungen haben wir Vorschläge geliefert, wie sich die drängenden Fragen von Entlastung und Nachwuchsförderung lösen lassen", teilte die stellvertretende Verdi-Bundesvorsitzende, Christine Behle, mit. "Dass die Arbeitgeber nicht einmal zu einer Verhandlung bereit sind, verhöhnt die Beschäftigten und torpediert jede Bemühung, eine Verkehrswende zu erreichen." Daher werde es am kommenden Dienstag bundesweit zu Arbeitsniederlegungen kommen. Es sei bundesweit mit massiven Beeinträchtigungen im Nahverkehr zu rechnen.

Neben den bundesweiten Forderungen werden in Sachsen unter anderem Verhandlungen zur Reduzierung der Wochenarbeitszeit von aktuell 39 auf 38 Stunden, zu einer spürbaren Gehaltsanhebung und zu Sonderzahlungen für langjährig Beschäftigte im Fokus stehen, so Verdi. Von Arbeitgeberseite war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.

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Während der ÖPNV separat um eine Einigung ringt, verhandeln Gewerkschaft und Arbeitgeber derzeit auch im Öffentlichen Dienst. Verdi fordert für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten von Bund und Kommunen 4,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 150 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Am vergangenen Wochenende war die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis geblieben. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober angesetzt. (dpa)

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