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Weltgrößter Windmessmast nun feierlich eingeweiht

In Schipkau an der brandenburgisch-sächsischen Landesgrenze ist am Donnerstag der 300 Meter hohe Windmessmast in Betrieb gegangen.

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Der 300 Meter hohe Windmessmast ragt auf der Hochfläche in Klettwitz bei Schipkau in den Himmel.
Der 300 Meter hohe Windmessmast ragt auf der Hochfläche in Klettwitz bei Schipkau in den Himmel. © dpa/Patrick Pleul

Schipkau. Ein 300 Meter hoher Windmessmast ist am Donnerstag in Schipkau im Landkreis Oberspreewald-Lausitz feierlich eingeweiht worden. Für zwölf Monate wird der Windmessmast neben Windgeschwindigkeit, Luftdruck, Temperatur und Niederschlagsmengen auch das Verhalten von Fledermäusen erfassen, wie es in einer Mitteilung der Dresdner Gicon-Gruppe hieß, die der Bauherr des Projektes ist. Den Angaben zufolge ist es der höchste Windmessmast der Welt.

An der Inbetriebnahme nahmen laut Mitteilung mehr als 100 Gäste aus Wirtschaft und Politik teil. Der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Michael Kellner (Grüne), richtete ein Grußwort an die Gäste: "Mit der Forschung zu Höhenwindanlagen können wir zukünftig Windparks effizienter, mit höherer Auslastung bei gleichzeitiger geringerer Flächennutzung realisieren."

Nach den Worten von Gicon-Gründer Jochen Großmann wird mit dem Mast der Grundstein für die Entwicklung von Höhenwindrädern gelegt, die mit Nabenhöhen von 300 Metern die deutlich besseren Windverhältnisse in diesen Höhen nutzen könnten. Die Höhenwindräder könnten bestehende Windparks in den kommenden Jahren mit einer zweiten Etage ergänzen.

Laut Martin Chaumet von der Bundesagentur für Sprunginnovationen, die ihren Sitz in Leipzig hat und das Projekt begleitet, ist der Mast der erste seiner Art. "Den brauchen wir ganz wesentlich, um die Geräte zu eichen, die den Wind messen sollen." Weitere Masten sollen in Deutschland aufgestellt werden. Anschließend sollen die ersten über 300 Meter hohen Höhenwindräder folgen.

Bisherige Ergebnisse zeigten, dass in doppelter Höhe der Wind mit einer Geschwindigkeit von mehr als acht Metern pro Sekunde statt mit fünf oder sechs wehe. Nachgewiesen werden solle auch, dass im gesamten Bundesgebiet ausreichend nutzbare Mengen an Wind ab 300 Metern Höhe vorhanden seien. "Höhenwindräder könnten dann in Zukunft auch auf großen Industriestandorten stehen, zum Beispiel Ludwigshafen oder Leuna." (dpa)