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Baustart bei BASF nur virtuell

Für eine neue Anlage zur Fertigung von Batteriematerialien für Elektroautos wurde in Schwarzheide symbolisch der erste Spatenstich gesetzt.

Auf dem Gelände der BASF in Südbrandenburg wird derzeit eine Anlage zur Produktion von Kathodenmaterial für Elektroauto-Batterie gebaut.
Auf dem Gelände der BASF in Südbrandenburg wird derzeit eine Anlage zur Produktion von Kathodenmaterial für Elektroauto-Batterie gebaut. © dpa

Corona wirbelt den Alltag aller durcheinander, auch der großen Industriekonzerne. Wie ein Online-Spatenstich gesetzt wird, war am Freitag beim Chemiekonzern BASF in Schwarzheide am Bildschirm mitzuerleben, wo der Start des Baus einer Produktionsanlage für Kathodenmaterial für Elektroauto-Batterien gefeiert wurde. Tatsächlich haben die Bauarbeiten schon im August begonnen.

2022 soll die Anlage in Betrieb gehen und 150 Arbeitsplätze schaffen. In kurzen Videostatements reichten sich die verantwortlichen Manager und Politiker symbolisch den Spaten weiter – von Schwarzheide über den BASF-Sitz Ludwigshafen bis nach Harjavalta in Finnland, von wo die Vorprodukte für die Anlage in Schwarzheide kommen.

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Die Kosten für die neue Anlage verrät BASF aus Wettbewerbsgründen nicht. Es handelt sich jedoch um die größte Einzelinvestition am Standort Schwarzheide. Der Bund und das Land Brandenburg fördern das Projekt mit 175 Millionen Euro, 30 Prozent davon steuert das Land Brandenburg bei. „Diese Staatshilfe braucht es, damit Konzerne wie BASF in die Produktion von Batteriematerialien einsteigen“, betonte Peter Schuhmacher, Leiter des Unternehmensbereichs Calalysts bei BASF. Denn die Konkurrenz kommt fast komplett aus Asien, wo die Produktionskosten erheblich niedriger sind.

„Wir werden nicht die billigsten Batteriezellen fertigen, aber wir können die besten und umweltschonendsten herstellen“, gab sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) überzeugt. BASF hat sich zum Ziel gesetzt, der weltweit führende Anbieter von Kathodenmaterial mit hoher Energiedichte für die Automobilindustrie zu werden. Bei den Anlagen in Schwarzheide und in Finnland werden Produktionsverfahren eingesetzt, die laut Schuhmacher bis zu 45 Prozent weniger Strom verbrauchen als die der asiatischen Wettbewerber.

15 Batteriefabriken in Europa

Weiterhin soll ein hoher Anteil an Ökostrom, eine vorgelagerte Integration der Rohstoffe Kobalt und Nickel sowie kurze Transportwege dafür sorgen, den CO2-Fußabdruck um ein Drittel zu verringern im Vergleich zum herkömmlichen Industriestandard. Auch will das Unternehmen ein Recyclingsystem für die verwendeten Metalle entwickeln, um den CO2-Fußabdruck insgesamt um 60 Prozent zu senken.

Die Kapazität der ersten Anlage in Schwarzheide ermöglicht eine Ausstattung von 400.000 rein elektrischen Fahrzeugen. In fünf Jahren sollen aber bereits vier Millionen Elektro-Autos in Europa unterwegs sein. „Europa braucht zehn solcher Anlagen“, so Schuhmacher. Die Batterie-Wertschöpfungskette sei von strategischer Bedeutung für die Widerstandsfähigkeit Europas, insbesondere in Hinblick auf eine saubere nachhaltige Mobilität, betonte Maros Sefcovic, Vizepräsident der EU Kommission.

Er und Altmaier haben das europäische Förderprojekt zur Batteriezellfertigung vorangetrieben. „Wir holen sehr gut auf“, so Sefkovic. Nach seinen Angaben entstehen derzeit 15 Batteriefabriken in Europa. Auch der US-Elektroautobauer Tesla plant in seiner ersten Fabrik in Europa in Grünheide bei Berlin die Produktion von Batterien mit neuer Technologie.

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