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Solarwatt expandiert in Dresden

Ab Spätsommer sollen beim Dresdner Fotovoltaik-Anbieter Solarwatt zwei neue Produktionslinien in Betrieb gehen. Die ersten Maschinen sind bereits eingetroffen.

Mit mobilen Kränen wurden die beiden Laminat-Maschinen in die Fertigungshallen des Solarwatt-Werks in Dresden-Klotzsche gehoben.
Mit mobilen Kränen wurden die beiden Laminat-Maschinen in die Fertigungshallen des Solarwatt-Werks in Dresden-Klotzsche gehoben. © Solarwatt

Dresden. Eine Lieferung von mehr als 250 Tonnen stand in der Nacht zu Donnerstag beim Dresdner Unternehmen Solarwatt vor der Tür. Unter Begleitung von Polizei erreichten acht Schwertransporter mit Überbreite und Übergewicht die Zentrale des Fotovoltaikherstellers im Stadtteil Klotzsche.

Die Lieferung hatte einen langen Weg hinter sich: Aus Asien war sie insgesamt rund elf Wochen per Schiff unterwegs, bevor sie über Bremerhaven den Zielort Dresden erreichte.

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Für die geplante Expansion der Produktion in Dresden war die Lieferung ein wichtiger Schritt. Die zwei gelieferten Laminatoren seien wesentlich für die Herstellung der Solarmodule, heißt es vom Unternehmen. Durch das Laminat werde sichergestellt, dass die zwischen zwei Glasscheiben eingebettete Solarzelle dicht mit dem umgebenden Material verbunden ist. Das biete Schutz vor Umwelteinflüssen, denen die Solarzellen beispielsweise auf dem Hausdach ausgesetzt sind.

Verdopplung der Produktionskapazität

In einer zweiten Halle auf dem Solarwatt-Komplex an der Maria-Reiche-Straße soll die Produktionsleistung von Solarmodulen verdoppelt werden, von ursprünglich 250 Megawatt pro Jahr auf geplante 500 Megawatt. Im Spätsommer dieses Jahres soll die neue Fertigungslinie den Betrieb aufnehmen. "Dadurch haben wir die Produktionsfläche mehr als verdoppelt", erklärt Unternehmenssprecher Marian Möbius. 15 Millionen Euro kostet der Ausbau der Solarmodul-Produktion.

Außer den Solarmodulen auf dem Dach gehören zum neuartigen Energiesystem "Battery flex" auch die Batteriespeicher, in denen die Elektro-Energie aufbewahrt werden kann, bevor sie beispielsweise an ein E-Auto oder eine Wärmepumpe abgegeben wird. Die Zellmodule würden zwar weiter an einem Standort in der Nähe von Regensburg produziert, ab Spätsommer soll das System aber in Dresden endmontiert werden. "Wir bündeln unsere Kompetenz am Standort Dresden", erklärt Möbius.

Neues Energiesystem soll Kohlenstoffdioxid sparen

Derzeit arbeiten mehr als 500 Personen für das sächsische Unternehmen. In diesem Jahr seien 70 neue Mitarbeiter eingestellt worden, im vergangenen Jahr 100. "Mit dieser Tendenz wird es weitergehen", sagt Möbius. 2025 sollen 1.000 Mitarbeiter am Dresdner Standort von Solarwatt arbeiten. Da die Nachfrage weiter steige, sei auch von weiteren Expansionen auszugehen, erklärt der Sprecher. Bis 2023 investiert Solarwatt über 100 Millionen Euro in die Weiterentwicklung des Unternehmens.

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Das neue Energiesystem "Battery flex", das teilweise in Zusammenarbeit mit BMW entwickelt wurde, soll ab Herbst auf den Markt kommen. Mit ihm ließen sich im Heimbetrieb bis zu 90 Prozent des CO2-Ausstoßes sparen. Solardach, Batteriespeicher und Wärmepumpe sollen den Verbraucher als Paket bis zu 40.000 Euro kosten.

Solarwatt hat sich seit 2012 vom klassischen Solarmodulproduzenten zum Anbieter von Energiesystemen für private und gewerbliche Zwecke und nach eigenen Angaben zum europäischen Marktführer für Glas-Glas-Solarmodule entwickelt.

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