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Tesla: 1.000 neue Jobs in zweiter Fabrik in Grünheide

Tesla wird in Grünheide nicht nur Autos, sondern auch eine neue Generation von Batteriezellen herstellen. Erste Stellenausschreibungen gibt es schon.

Noch ist die Gigafactory in Grünheide eine Baustelle. Doch Tesla hält an dem Ziel, die Autoproduktion im Juli 2021 zu starten, trotz Verzögerungen weiter fest.
Noch ist die Gigafactory in Grünheide eine Baustelle. Doch Tesla hält an dem Ziel, die Autoproduktion im Juli 2021 zu starten, trotz Verzögerungen weiter fest. © Patrick Pleul/dpa (Archiv)

Von Thorsten Metzner

Tesla plant neben der Auto-Gigafactory in Grünheide eine Weltpremiere: In der von Elon Musk dort angekündigten weltgrößten Batteriefabrik sollen in Massenproduktion Batteriezellen einer neuen Generation hergestellt werden, die billiger, aber sechs mal leistungsfähiger ist.

Das verlautete jetzt aus Branchenkreisen. Mit diesen Batterien dieses neuen Typs, die bisher nirgends in so großer Zahl produziert werden, soll in Grünheide die modernisierte Version der Y-Modellreihe von Tesla bestückt werden.

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Sie sollen die Reichweite der Fahrzeuge um 16 Prozent erhöhen. Mit den Batterien, integriert in die Karosserie, sollen die Fahrzeuge zugleich versteift werden. Elon Musk hatte erste Pläne dafür im Oktober 2020 vorgestellt.

An dem Ziel, in Grünheide die Autoproduktion im Juli 2021 zu starten, hält der US-Elektrobauer demnach trotz Verzögerungen weiter fest. Aktuell wird auf der Baustelle auch nachts gearbeitet. Wann und ob auch die Batterieproduktion in Grünheide starten kann, ist allerdings bislang offen.

Ein Genehmigungsverfahren für eine solche Produktionsstätte gibt es bislang nicht. Ein neues Herstellungsverfahren (Trockenelektroden/Pulverbeschichtung) soll es ermöglichen, sie billiger und umweltfreundlicher zu produzieren als in konventionellen Batteriefabriken, heißt es.

Die Batteriefabrik soll weniger Wasser verbrauchen

Die Fabrik in Grünheide werde weniger Wasser verbrauchen als das Autowerk, für die neuen Trocken-Batterien würde der Einsatz von Chemikalien auf ein Minimum reduziert, heißt es.

Das ist auch nötig. Das Areal liegt in einem Wasserschutzgebiet. Naturschutzverbände, die bereits wegen des Autowerks negative Auswirkungen auf den Wasserhaushalt befürchten, warnen vor einer Chemiefabrik.

Tesla treibt unterdessen die Vorbereitungen für das Batteriezellenwerk weiter voran. Wie der Tagesspiegel publik machte, hat Tesla beim Landkreis Oder-Spree auf dem 300-Hektar-Areal der Gigafactory kürzlich den Bau einer 22.000 Quadratmeter großen Halle beantragt, die zunächst offenbar als Lagerhalle dienen und dann die Batteriezellenproduktion aufnehmen soll.

Über die Pläne werden inzwischen weitere Details publik. Nach Informationen aus Branchenkreisen kalkuliert Tesla für das Batteriewerk 1000 Jobs, zusätzlich zu den 12.000 Jobs in der ersten Ausbaustufe des Autowerkes.

Die ersten Stellenausschreibungen gibt es schon

Tesla heuert auch für die Batteriefabrik inzwischen bereits Personal an, es gibt Ausschreibungen insbesondere für Führungsjobs: Um diese Mitarbeiter auch zu finden, sucht Tesla dem Vernehmen nach Fachkräfte aus Branchen, wo die Tätigkeiten wie Pulververarbeitung, Dosieren, Schneiden, Laserschweißen ähnlich wie im geplanten Batteriewerk sind. Genannt werden unter anderem Pharma und Chemie, Lebensmittel/Zigarettenproduktion, Druckereien, aber auch Reifen-, Dosen- oder Solarzellenherstellung.

Das Tesla-Batteriewerk in Grünheide ordnet sich in ein europäisches Großprojekt zur Batteriezellfertigung, an dem 50 Unternehmen aus zwölf EU-Ländern mitmachen, darunter elf deutsche Firmen.

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Danach wird, davon kann man nach dem bisherigen Tempo auf der Hochgeschwindigkeitsbaustelle in Grünheide ausgehen, Elon Musk mit der weltgrößten Batteriezellenfabrik erst richtig Gas geben.

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