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Tesla darf den nächsten Wald in Grünheide roden

Das Brandenburger Landesumweltamt erteilt der Firma von Elon Musk eine Rodungserlaubnis für 82,8 Hektar. Der Tesla-Chef selbst ist jetzt erneut in Berlin.

Der Bau der Tesla-Gigafactory im brandenburgischen Grünheide kann mit noch größerem Tempo fortgesetzt werden – mit der Rodung eines weiteren Kiefernforstes.
Der Bau der Tesla-Gigafactory im brandenburgischen Grünheide kann mit noch größerem Tempo fortgesetzt werden – mit der Rodung eines weiteren Kiefernforstes. © Soeren Stache/dpa

Von Thorsten Metzner

Entwarnung für Elon Musk und Teslas Hochgeschwindigkeitsbaustelle in der Hauptstadtregion: Der Bau der Europa-Gigafactory im brandenburgischen Grünheide kann mit noch größerem Tempo fortgesetzt werden – mit der Rodung eines weiteren Kiefernforstes. Brandenburgs Landesumweltamt erteilte am Montag eine entsprechende Genehmigung, wie das Umweltministerium mitteilte.

Musk ist wieder in Berlin, er war am Montag am BER gelandet. Nach Tagesspiegel-Recherchen steht auch die zweite seit Wochen ausstehende Vorabgenehmigung für den Einbau von Maschinen in der Lackiererei unmittelbar bevor. Möglicherweise wird diese am Dienstag erteilt, heißt es aus dem Umfeld der „Task Force“ von Regierung, Landkreis und Kommune.

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Musk nimmt am 1.Dezember in Berlin persönlich den Axel–Springer-Award entgegen, mit dem die Verleiher „seine Innovationskraft, seinen absoluten Willen zur Umsetzung und seine Verantwortung für die Gesellschaft“ würdigen wollen. Der Privatjet von Musk, in Austin (Texas) gestartet, war am Montag um 9:42 Uhr am BER gelandet.

Seine Route führte laut Flightradar vorher in nur 1200 Meter Höhe unmittelbar an der Baustelle der Gigafactory vorbei. Die zu rodende Fläche umfasst laut Ministerium 82,8 Hektar, etwa 17 weniger als ursprünglich geplant. Und: „Die Arbeiten dürfen nur werktags zwischen 7 und 20 Uhr stattfinden.“

Tesla-Chef Elon Musk ist in dieser Woche erneut in Deutschland. In Berlin nimmt er am Dienstag den den Axel–Springer-Award entgegen.
Tesla-Chef Elon Musk ist in dieser Woche erneut in Deutschland. In Berlin nimmt er am Dienstag den den Axel–Springer-Award entgegen. © Patrick Pleul/dpa (Archiv)

„Die frühzeitige Rodung der Waldfläche ist eine Voraussetzung für die Inbetriebnahme im Jahr 2021“, hatte es im modifizierten Rodungsantrag Teslas vom 12. Oktober geheißen. Nötig ist die Fläche auch für neue Abwasserdruckleitungen für Gigafactory und Abstellflächen. Mit den beiden Voraberlaubnissen könnte Tesla Rückstände wieder aufholen. Eigentlich sollten die Maschinen in der Lackiererei schon seit Anfang, Mitte Oktober eingebaut werden.

Aber was Tesla bisher auf der Baustelle macht, geschieht alles über solche Voraberlaubnisse – und auf eigenes finanzielles Risiko. Denn noch läuft das umweltrechtliche Hauptgenehmigungsverfahren für die Fabrik, in der ab 1. Juli 2021 die ersten Fahrzeuge vom Band rollen sollen.

Negative Auswirkungen auf Naturschutzgebiete befürchtet

Sollte die nicht erteilt werden können, müsste Tesla den Ursprungszustand des Areals wiederherstellen, wozu sich der Konzern in öffentlich-rechtlichen Verträgen verpflichtet. So soll es vor den jetzigen Voraberlaubnissen um höhere Sicherheitsleistungen von Tesla gegangen sein, um einen weiteren mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

Die Genehmigung etwa für die Lackiererei könnte erst erteilt werden, wenn die Behörden-Anhörung der Verfasser von 416 Einwendungen, Bürgerinitiativen, Umweltorganisationen und Anwohnern wenigstens in Teilen ausgewertet wurde. Sonst wäre sie juristisch angreifbar.

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