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Wirtschaft

Tesla zahlt sechs Milliarden für sein Werk

Die Produktionsstätte in Grünheide bei Berlin lässt sich der Elektroauto-Bauer ordentlich was kosten. Die Kritik am Wasserverbrauch reißt nicht ab.

Ein Bauzaun sichert das Baugelände der Tesla Gigafactory östlich von Berlin. In der Fabrik sollen ab Juli 2021 maximal 500.000 Fahrzeuge pro Jahr vom Band rollen.
Ein Bauzaun sichert das Baugelände der Tesla Gigafactory östlich von Berlin. In der Fabrik sollen ab Juli 2021 maximal 500.000 Fahrzeuge pro Jahr vom Band rollen. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild

Berlin. Die Investitionen für Teslas erstes europäisches Werk in Grünheide bei Berlin belaufen sich auf rund sechs Milliarden Euro. Das Investitionsvolumen sei auf 5,8 Milliarden Euro angestiegen, berichtet das ZDF-Magazin "Frontal 21" am Dienstag. "Die Größenordnung stimmt", sagte eine Sprecherin des Brandenburger Wirtschaftsministeriums auf Anfrage. Tesla selbst macht keine Angaben zur Höhe der Investitionen.

Die Fabrik soll im Juli die Produktion aufnehmen und pro Jahr bis zu 500.000 Fahrzeuge produzieren können. Tesla-Chef Elon Musk will auf dem Gelände auch die weltgrößte Batteriefabrik errichten. In Branchenkreisen ist von Investitionen in einem mittleren einstelligen Milliardenbereich noch ohne die Batteriefertigung die Rede.

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Die seit Monaten andauernde Debatte um den Wasserverbrauch des Werks geht in dem ZDF-Magazin weiter. "Die Trinkwasserversorgung wird geopfert auf dem Gabentisch der Wirtschaftspolitik", sagte der Chef des Wasserverbandes Strausberg-Erkner, André Bähler, "Frontal 21". Er befürchte, dass es durch die Tesla Produktion zu Einschränkungen beim Trinkwasser kommen werde. Musk bestritt in einer Stellungnahme an "Frontal 21" mögliche Wasserprobleme. "Im Grunde sind wir nicht in einer sehr trockenen Region. Bäume würden nicht wachsen, wenn es kein Wasser gäbe", sagte Musk dem Sender zufolge.

Tesla veranschlagt für das Werk - bei voller Auslastung von 500.000 Fahrzeugen - einen maximalen Wasserverbrauch von 1,4 Millionen Kubikmetern pro Jahr. Der Wert wurde durch Wassersparmaßnahmen um 30 Prozent gesenkt. Das ist der geschätzte Maximalbedarf unter ungünstigsten Konditionen, im regulären Betrieb soll der Verbrauch deutlich niedriger sein. Für das gesamte Areal, das Tesla mit der Zeit ausbauen könnte, setzte der Konzern einen theoretischen Höchstwert von 3,6 Millionen Kubikmetern Wasser pro Jahr an. Es ist allerdings unklar, ob er jemals erreicht wird.

Der US-Elektroautobauer rechnet für seine geplante erste Fabrik in Europa vorerst mit bis zu 10.500 Mitarbeitern im Schichtbetrieb.
Der US-Elektroautobauer rechnet für seine geplante erste Fabrik in Europa vorerst mit bis zu 10.500 Mitarbeitern im Schichtbetrieb. © Patrick Pleul/dpa

Am Dienstag rückte auch eine weitere Wasser-Debatte rund um das Werk in den Mittelpunkt. In einem offenen Brief an das Landesamt für Umwelt, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und über den "Märkische Oderzeitung" und "Berliner Zeitung" berichteten, forderten drei Bürgervereine die Auslegung aktueller Antragsunterlagen. Dabei geht es darum, wie das Regenwasser von Dächern und gepflasterten Flächen der Fabrik im Boden versickern soll. Die Bürgervereine betonten, zahlreiche Anwohner nutzten Hausbrunnen zur Trinkwasserversorgung und wären betroffen, wenn sich der Grundwasserfluss verringere oder wenn Schadstoffe dorthin gelangten.

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Nachdem Tesla zunächst ein großes Sammelbecken für Regenwasser geplant hatte, ist das Unternehmen nach Informationen aus Branchenkreisen von einem zentralen auf ein dezentrales Konzept zur Regenwasserversickerung umgestiegen - was auch Umweltverbände gefordert hätten. Dadurch seien die Umweltauswirkungen in der Summe noch einmal verbessert worden, hieß es.

Vom Umweltministerium hieß es dazu, die Änderung des Antrags auf eine Erlaubnis für die Versickerung von Niederschlagswasser sei kein förmliches Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung. (dpa)

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