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Stopp für Bauarbeiten an Blauer Lagune

Die Stadt hat Arbeiten für Hochseilgarten und Golfplatz einstellen lassen. Es gebe kein Baurecht. Schönau-Berzdorf und der Investor sehen da mehr Spielraum.

An der Blauen Lagune entsteht ein Hochseilgarten und ein Adventure-Golfplatz. Derzeit ruhen aber die Arbeiten.
An der Blauen Lagune entsteht ein Hochseilgarten und ein Adventure-Golfplatz. Derzeit ruhen aber die Arbeiten. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Stefan Gläsel will eigentlich gar nichts dazu sagen. Dann bestätigt er aber doch: Die Arbeiten am Hochseilgarten und dem dazugehörigen Adventure-Golfplatz liegen derzeit auf Eis. Sehr ärgerlich sei die Situation, die auf Missverständnissen beziehungsweise unterschiedlichen Interpretationen des Baurechts beruhe, sagt der Investor. Aber er gehe davon aus, dass sich die Sache bald aus der Welt schaffen lasse.

Was war passiert? In der ersten Schulferienwoche sei ein Baukontrolleur an der Blauen Lagune gewesen, bestätigt Schönau-Berzdorfs Bürgermeister Christian Hänel (parteilos) auf Anfrage. Die See-Gemeinde treibt den Bau der neuen Freizeitattraktionen mit dem Investor gemeinsam voran. Nach dieser Kontrolle habe die Stadt dann den Baustopp erlassen, denn für die Errichtung von Hochseilgarten und Golfanlage gebe es keine rechtliche Grundlage. "Wir arbeiten jetzt gemeinsam an einer Lösung", betont Hänel, der wie der Investor selbst durchaus Entscheidungsspielraum bei der Stadt Görlitz gesehen hätte.

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So soll der Mini-Golfplatz, der mit normalen Schlägern bespielt wird, aussehen.
So soll der Mini-Golfplatz, der mit normalen Schlägern bespielt wird, aussehen. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Wo also liegt das Problem? Für die Blaue Lagune gibt es seit 2016 einen gültigen Bebauungsplan. Darin sind Flächen festgelegt, auf denen überhaupt gebaut werden darf - Baufenster genannt. Was darin konkret geschehen soll, ist ebenfalls festgehalten. Im Laufe der nunmehr vier Jahre hat sich allerdings einiges geändert. Der Haken dabei: Solche Änderungen kann man nicht einfach eintragen. Dafür muss der Bebauungsplan fortgeschrieben werden und das ist ein umfangreiches Unterfangen. Im konkreten Fall ist die Aktualisierung der Planungen seit Oktober 2017 anvisiert und inzwischen in den letzten Zügen.

Noch aber gilt die Version von 2016 und in dieser sei - so erklärt der Görlitzer Baubürgermeister Wieler auf SZ-Nachfrage - "an den Stellen, wo Hochseilgarten und der Golfplatz entstehen sollen, Wald eingetragen - kein Baufeld". Deshalb habe auch die Stadt Görlitz - die hier für die Bauaufsicht zuständig ist, weil das Terrain auf Görlitzer Gemarkung liegt - handeln müssen.

Keine zusätzlichen Flächen bebauen

Schönau-Berzdorfs Bürgermeister Christian Hänel bestätigt Wielers Angaben. Er erklärt aber auch: "In der neuen Version des Bebauungsplanes wird ein Baufenster, das weiter westlich lag und dort nicht mehr gebraucht wird, für den Hochseilgarten und die Golfanlage verschoben." Deshalb werde mit den Änderungen auch keineswegs mehr Fläche bebaut als zuvor geplant.

Hätte Görlitz da nicht ein Auge zudrücken können? Nein, sagt Michael Wieler. Denn einen Bauantrag hätte der Bauherr auf alle Fälle stellen müssen. Das hatte Stefan Gläsel zunächst auch getan. Allerdings war sein Antrag wegen der Widersprüche zum geltenden Bebauungsplan vom Görlitzer Rathaus abgelehnt worden. Dass er trotzdem mit den Arbeiten angefangen hat, begründet er mit einer Bestimmung im Baurecht, wonach die Mini-Golfanlage und ihre Bestandteile genehmigungsfrei seien, erklärt er. Michael Wieler widerspricht in diesem Punkt: "Das stimmt so nicht, genehmigungsfrei wäre es nur dann gewesen, wenn der Golfplatz beispielsweise zu einem bereits vorhandenen, genehmigten Spielplatz hinzugekommen wäre."

Muss die Baustelle somit nun ruhen, bis der neue Bebauungsplan gilt? "Nein", betont Michael Wieler. Gemeinsam suche man nach einer Lösung, um das Projekt rasch auf rechtssichere Füße zu stellen. Zunächst sollen die Mitglieder des Planungsverbandes Berzdorfer See per Beschluss klarstellen, dass Hochseilgarten und Golfplatz schon jetzt vorangetrieben werden können. "Mehr als zwei Wochen sollte das nicht dauern", sagt Wieler. Danach kann über einen Bauantrag entschieden werden.

Da war auf der Baustelle an der Blauen Lagune noch Betrieb: Holm Rönitz, Bereichsleiter Freizeit und Sport bei der Ferienpark GmbH, und Thomas Murböck von der Firma Kristall Turm in Aktion.
Da war auf der Baustelle an der Blauen Lagune noch Betrieb: Holm Rönitz, Bereichsleiter Freizeit und Sport bei der Ferienpark GmbH, und Thomas Murböck von der Firma Kristall Turm in Aktion. © Archivbild: Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Sind alle nötigen Unterlagen enthalten - was sie bei den bereits zuvor eingebrachten Anträgen nach Angaben von Wieler nicht so war - könne Baurecht hergestellt und weitergearbeitet werden. "Uns liegt daran, alles so schnell wie möglich wieder in Gang zu bringen", betont Michael Wieler. Dass frühere Zwistigkeiten zwischen Görlitz und Schönau-Berzdorf am See in dieser Sache eine Rolle spielten, verneint er ausdrücklich.

Auch Christian Hänel lobt das konstruktive Miteinander in dieser Angelegenheit. "Die Unterlagen werden dieser Tage eingereicht", betont er auf Nachfrage. Immerhin sollen Hochseilgarten und Adventure-Golfplatz im kommenden Jahr bereits öffnen.

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