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Wie Radwege im Teichland schöner werden sollen

Im Heideland nördlich von Bautzen lässt sich auf vielen Routen die Natur erkunden. Drei Gemeinden wollen das nun noch komfortabler machen.

Idyllisch gelegene Radwege locken Familien und Naturliebhaber ins Heide- und Teichgebiet. Damit sie künftig noch bessere Bedingungen vorfinden, wollen drei Gemeinden gemeinsam investieren.
Idyllisch gelegene Radwege locken Familien und Naturliebhaber ins Heide- und Teichgebiet. Damit sie künftig noch bessere Bedingungen vorfinden, wollen drei Gemeinden gemeinsam investieren. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Malschwitz/Radibor/Großdubrau. Malschwitz ist schon gut aufgestellt, Radibor steckt noch in den Kinderschuhen, Großdubrau setzt aktuell andere Schwerpunkte, will aber die Nachbargemeinden unterstützen: Die Rede ist vom Ausbau der touristischen Infrastruktur.

Das, sagt der Malschwitzer Bürgermeister Matthias Seidel (CDU), sei in seinem Gemeinderat schon seit geraumer Zeit ein Thema. Insbesondere in der Ortschaft Guttau, wo zwei große Campingplätze an den Olbasee locken, sei das touristische Angebot schon immer stark im Fokus. Aber auch im weiteren Gemeindegebiet freuen sich viele Anbieter von Gästezimmern und Ferienwohnungen über reichlich Zuspruch. Auf rund 24.000 Übernachtungen pro Jahr kommt die Gemeinde. Zum Vergleich: In der Stadt Bautzen waren es laut Beherbergungsstatistik im Jahr 2019 knapp 190.000 Übernachtungen. Seidels Schlussfolgerung: "In Malschwitz ist Tourismus schon ein Schwergewicht."

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Radwegenetz als verbindendes Element

Gemeinsam mit Radibor und Großdubrau soll in dieses Pfund weiter investiert werden. Das verbindende Element der drei Kommunen: das Radwegenetz.

Das zieht viele Touristen - vor allem Familien und Radurlauber - an, hat aber seine Defizite: "Vieles, was nach der Wende entstanden ist, ist inzwischen in die Jahre gekommen", findet Seidel. Die Beschilderungen etwa sehen alle unterschiedlich aus. Anderes wiederum fehlt: öffentliche Toiletten, Wlan-Hotspots, digitale Infopunkte, Mülleimer und klassische Übersichtstafeln - um nur einiges zu nennen.

Gemeinsam tüfteln Radibors Bürgermeisterin Madeleine Rentsch und der Malschwitzer Bürgermeister Matthias Seidel an neuen Ideen, um im Teichgebiet bessere Bedingungen für Touristen zu schaffen. Auch die Partnergemeinde Großdubrau will in das Vorhaben inves
Gemeinsam tüfteln Radibors Bürgermeisterin Madeleine Rentsch und der Malschwitzer Bürgermeister Matthias Seidel an neuen Ideen, um im Teichgebiet bessere Bedingungen für Touristen zu schaffen. Auch die Partnergemeinde Großdubrau will in das Vorhaben inves © SZ/Uwe Soeder

"Wer viel mit dem Rad unterwegs ist, hat gerade während des Lockdowns bemerkt, wie schwierig es ist, eine Toilette zu finden, wenn die Gastronomien geschlossen haben", bekräftigt Radibors Bürgermeisterin Madeleine Rentsch (Wählervereinigung "Heimatfreunde Milkel") Seidels Argumentation. Schon mit Beginn ihrer Amtszeit hatte sie angekündigt, sich auch für den Tourismus in ihrer Gemeinde stark machen zu wollen, denn: "Wir liegen genau zwischen den touristischen Sehenswürdigkeiten in Neschwitz und Schmochtitz, auch wir haben ein Seengebiet, die Radwege führen bei uns durch, aber wir wollen natürlich, dass die Touristen auch dableiben."

Viele Einzelmaßnahmen statt eines Leuchtturms

Statt eines Leuchtturmprojekts streben die drei Gemeinden eine Reihe von Einzelmaßnahmen an, um das Besuchserlebnis insgesamt zu steigern. Bevor es aber an die Umsetzung geht, soll ein Tourismuskonzept die Gesamtheit der Ideen bündeln. Kostenpunkt: geschätzte 48.000 Euro; zu 75 Prozent finanziert aus Fördermitteln. Wenn alles gut geht, schätzt Matthias Seidel, könnte das Konzept noch in diesem Jahr stehen und im nächsten mit der Umsetzung erster Maßnahmen begonnen werden.

Die würden nicht allein der besseren Außenwirkung dienen, sondern könnten auch die lokale Wirtschaft stärken. "Machen wir uns nichts vor, ein großer Industriestandort wird aus den Gemeinden nicht mehr", macht Madeleine Rentsch klar. Eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur, findet auch Matthias Seidel, könnte dabei helfen, die Einheimischen zum eigenen Unternehmertum zu bewegen - und so in der Folge neue Übernachtungs- und Gastronomieangebote entstehen lassen.

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Offen ist bislang noch, wie die Erhaltung der neuen Angebote künftig finanziert werden soll. Bislang ist in der Gemeinde Malschwitz der Bauhof für Pflege und Unterhalt zuständig. Mit einem größeren Angebot könnte dieses Modell schnell an seine Grenzen kommen. So richtig laut will Matthias Seidel es noch nicht sagen. Eine Möglichkeit würde er aber gern diskutieren: Eine Tourismustaxe, denkt er, könnte dabei helfen, die Attraktivität der Radwege langfristig zu erhalten.

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