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Noch keine Erholung für Sachsens Tourismus

Monatelang fanden keine touristischen Reisen statt. Die Verluste des Vorjahres können nicht kompensiert werden. Das betrifft besonders eine Region.

Den besten Neustart schafften die Betriebe im sächsischen Burgen- und Heideland rund um Leipzig. Dazu gehört auch die Burg Kriebstein.
Den besten Neustart schafften die Betriebe im sächsischen Burgen- und Heideland rund um Leipzig. Dazu gehört auch die Burg Kriebstein. © André Braun

Dresden. Sachsens Hotels und Pensionen kämpfen mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Auch im ersten Halbjahr dieses Jahres konnte sich die Tourismusbranche nicht erholen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes kamen zwischen Januar und Juni 805.500 Gäste nach Sachsen, sie buchten etwas mehr als drei Millionen Übernachtungen – deutlich weniger als im ersten Halbjahr 2020.

Die Monate des kompletten Stillstands der Tourismusbranche spiegeln sich auch in den Zahlen wieder. Die Zahl der Touristen ging im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 um 58 Prozent zurück, die der Übernachtungen um 43 Prozent – und das, obwohl das Land auch im Frühjahr 2020 im Lockdown war. „In den kommenden Monaten müsste noch viel aufgeholt werden, um wenigstens die Ergebnisse des Vorjahres zu erreichen“, heißt es vom Landesamt.

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Im Vergleich zum Rekordjahr 2019 kamen sogar 79 Prozent weniger Gäste, die gebuchten Übernachtungen gingen um 68 Prozent zurück. „Seit 18 Monaten trifft die Corona-Pandemie die Tourismusbranche hart“, sagt Rolf Keil, der Präsident des Landestourismusverbandes Sachsen. Der Umsatzverlust durch den Lockdown lag allein von März bis Dezember letzten Jahres bei 3,45 Milliarden Euro – minus 40 Prozent.

Aktuell bewerten die Unternehmen die Nachfrage in den Sommerferien positiv, heißt es vom Landestourismusverband. „Die Menschen haben nach eineinhalb Jahren Corona ein riesiges Nachholbedürfnis nach Reisen und Urlaub“, sagt Keil.

Tourismus: Sächsische Schweiz ist der Verlierer

Nach den coronabedingten Schließungen konnten viele Betriebe erst im Juni wieder öffnen. Knapp 348.000 Gäste haben in diesem Monat 1,02 Millionen Übernachtungen gebucht. Das waren ein Fünftel weniger Ankünfte und 15 Prozent weniger Übernachtungen als im ebenfalls stark von der Pandemie beeinflussten Vorjahresmonat.

Den besten Neustart schafften die Betriebe im sächsischen Burgen- und Heideland rund um Leipzig. Diese Region besuchten im Juni etwa 41.300 Touristen – 4,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Auch das Vogtland konnte mehr Besucher verzeichnen als im Vorjahr. Der größte Verlierer ist die Region Sächsische Schweiz: Verglichen mit dem Juni 2020 brach die Zahl der Touristen um 53 Prozent ein.

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„Das Normalniveau haben wir aber noch lange nicht erreicht, auch die aufgelaufenen Verluste werden kaum kompensiert“, sagt Keil. Zusätzlich trübe der vielerorts vorhandene Arbeits- und Fachkräftemangel die Stimmung der Unternehmen. Keil forderte eine verlässliche Perspektive für die nächsten Monate. „Das heißt, wir brauchen eine dauerhafte Öffnung für touristische Einrichtungen unter Berücksichtigung der 3G -Regeln.“

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