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Positives Echo auf Pirnas Hotel-Pläne

Der "Schwarze Adler" soll als Vier-Sterne-Herberge wieder aufleben. Viele finden das gut - vor allem, wenn ein weiteres Projekt hinzukommt.

Blick auf den geplanten Hotel-Komplex "Schwarzer Adler": Der Dohnaische Platz davor soll grundlegend umgestaltet werden.
Blick auf den geplanten Hotel-Komplex "Schwarzer Adler": Der Dohnaische Platz davor soll grundlegend umgestaltet werden. © SEP

Die neuen Pläne für den Schwarzen Adler am Dohnaischen Platz in der Pirnaer Innenstadt haben eine überwiegend positive Resonanz ausgelöst. Die Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna (SEP) hatte das einstige Vorzeige-Hotel, inzwischen stark verfallen und in Teilen einsturzgefährdet, 2020 erworben und will es als Herberge mit mindestens 100 Betten wieder aufleben lassen.

Vorgesehen ist ein größtenteils neu gebauter Komplex, der sich vom Dohnaischen Platz bis direkt an die Robert-Koch-Straße erstreckt. Lediglich die denkmalgeschützte Nordfassade mit dem Schriftzug muss erhalten werden, zudem hat die SEP vorgegeben, dass auch der einst prächtige Ballsaal originalgetreu wieder aufgebaut werden muss.

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Hinsichtlich dieses Vorhabens verhandelt die SEP derzeit mit einer sächsischen Investorengruppe. Nimmt sie die Kaufofferte an, könnte der Bau möglicherweise schon 2022 beginnen. Die geschätzten Baukosten liegen zwischen 28 und 36 Millionen Euro.

Entwurf des neuen Hotels mir denkmalgeschützter Fassade: Der Brunnen soll wieder direkt vor das Haus verlegt werden - wo er früher schon einmal stand.
Entwurf des neuen Hotels mir denkmalgeschützter Fassade: Der Brunnen soll wieder direkt vor das Haus verlegt werden - wo er früher schon einmal stand. © SEP

Hotel-Plan findet Zuspruch

"Das wird höchste Zeit, dass sich was tut, ein Hotel wäre super", schreibt Sylvia Löhnert im sozialen Netzwerk Facebook. Auch Jens Priesnitz findet, es werde auch endlich Zeit, das da was passiert. Und Christiane Wawrok resümiert: Es wäre schön, wenn der Schwarze Adler wieder zu Schönheit käme. Raja Hartmann gefällt die Idee ebenfalls sehr gut. Es sei aus ihrer Sicht sehr schade, dass die bisherigen Eigentümer dieses schöne Hotel so verkommen ließen.

Andere hingegen sehen die neue Vier-Sterne-Herberge eher kritisch. "Braucht Pirna ein Nobel-Hotel?", fragt beispielsweise Sybille Altmann-Winkler. Den "Adler" wieder herzurichten als Treffpunkt und Lokal für jedermann, wäre in ihren Augen eventuell die bessere Option. Und auch ein anderer Kommentator findet es ganz schön optimistisch, in Zeiten der Pandemien und Klimakatastrophen in ein solches Projekt zu investieren.

Neuregelung auf der Breiten Straße

Die Wählervereinigung "Pirna kann mehr" (PKM) drückt hingegen der SEP die Daumen, dass dieses für Pirna großartige Projekt gelingt. Ein solches Haus wäre aus PKM-Sicht definitiv ein Gewinn und würde auch die Lücke zwischen Altstadt, Breiter Straße und Scheunenhofcenter schließen. Zusammen mit der Umgestaltung des gesamten Platzes sei das mehr als ein erfreuliches Vorhaben.

Auch Corinna Muschalik regt an, in diesem Zusammenhang doch gleich die Verkehrsführung auf der Breiten Straße zu ändern. Im Gespräch ist so etwas schon lange. Das neue Hotel sowie der Dohnaische Platz könnten in Zukunft eine völlig neue Innenstadt-Symbiose bilden.

Dohnaischer Platz ist ein Konfliktherd

Bereits 2015 hatte der Stadtentwicklungsausschuss ein Konzept beschlossen, um den Dohnaischen Platz nebst angrenzender Bereich grundlegend umzugestalten. Der Hintergrund: Pirna hatte das Areal von Verkehrsplanern untersuchen lassen, die dem Gelände erhebliche Sicherheitsdefizite attestierten.

Der Studie zufolge ist der Dohnaische Platz ein Konfliktherd. Die Gemengelage ist unübersichtlich, Autos, Radfahrer und Fußgänger kommen sich auf den ausufernden Flächen oft gefährlich nah.

Die überbreite Fahrbahn der auslaufenden Breiten Straße verleitet vor allem die Autofahrer, sich nicht an das geltende Höchsttempo 30 zu halten. Die vielen Busse, die von der Breiten Straße aus in alle Richtungen abfahren, belasten den Verkehrsfluss zusätzlich. Die Straßenführung, beispielsweise die Einmündung der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße, ist unübersichtlich.

Überdies, so die Verkehrsplaner, lässt auch die Aufenthaltsqualität auf dem Platz sehr zu wünschen übrig.

Pkws sollen raus aus der Innenstadt

Um diese Verkehrskonflikte zu reduzieren, sollen die Pkws möglichst vom Dohnaischen Platz verdrängt werden. Dieser Schritt sei laut der Verkehrsplaner längst überfällig, weil die Autos die Passage durch die Innenstadt regelmäßig überfrachten.

Fachleute zählten auf der Breiten Straße beispielsweise weit mehr als 7.000 Fahrzeuge in 24 Stunden, tausende weitere kommen auf den anderen Straßen, die an den Dohnaischen Platz grenzen, hinzu. Dieses Ziel deckt sich auch mit dem Pirnaer Verkehrsentwicklungsplan 2030 (VEP). Demnach soll die Route durch die Innenstadt für Autofahrer möglichst unattraktiv werden.

Daher ist vorgesehen, das gesamte Areal - angefangen am Friedenspark bis einschließlich des Kreisverkehrs an der Bahnhofstraße - zu einer verkehrsberuhigten Zone umzugestalten.

Die Fläche wird einheitlich gepflastert, es gibt künftig keine Bordsteinkanten mehr, lediglich ein anderer Belag kennzeichnet dann die schmale Fahrstraße über den Platz. Generell soll dort dann Schrittgeschwindigkeit gelten.

Brunnen kommt wieder vor das Hotel

Im Bereich des begrünten Mittelstreifens am Dohnaischen Platz sind zwei neue Bushaltestellen vorgesehen. Sie werden nach Vorstellungen der Planer so angelegt, dass nachfolgende Autos die haltenden Busse nicht überholen können. Daher sollen die Busse dort auch nur kurz halten, um nicht unnötig Staus zu produzieren. Auch an anderen Stellen ist geplant, die Bushaltestellen umzustrukturieren. Die Fahrgasse im Bereich der Breiten Straße wird auf neun Meter aufgeweitet, wobei ein drei Meter breiter Streifen im östlichen Bereich - vor der Goethe-Oberschule - als Busbereich durch geänderten Fahrbahnbelag abgegrenzt wird.

Im Anschluss an diesen Bereich wird die Fahrgasse nach Nordosten verlegt, um den Platz vor dem Schwarzen Adler zu vergrößern. In diesem Zusammenhang soll der Brunnen wieder direkt vor das Hotel verlegt werden.

Külzstraße wird nicht zur Sackgasse

Die Külzstraße bindet weiterhin auf den Dohnaischen Platz ein. Pläne, sie davor als Sackgasse enden zu lassen, wurden inzwischen wieder verworfen. Die Zahl der Parkplätze an der Grohmannstraße soll sich verringern, stattdessen wird der Fußweg auf dem Abschnitt zwischen Gartenstraße und Bahnhofstraße breiter.

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Zudem soll der Kreisverkehr zu einem Mini-Kreisel umgebaut werden, um den Verkehr zusätzlich zu beruhigen. Busse können das dann verkleinerte Rondell gefahrlos in der Mitte überfahren. Unklar ist allerdings noch, wann das Vorhaben realisiert wird. Angesichts der geschätzten Baukosten von 1,4 bis 1,6 Millionen Euro lässt sich der Platz ohnehin nur stufenweise neu gestalten, nach Plänen der Stadt sind vier Bauabschnitte geplant. Eigentlich sollte das Projekt schon lange angegangen sein, es verschob sich allerdings - weil einerseits das Geld fehlte und andererseits das Scheunenhofcenter erst im vergangenen Jahr fertig wurde. Parallel dazu sollte nicht noch eine weitere Großbaustelle starten.

Angesicht der derzeit angespannten Finanzsituation in Pirna wird das Projekt voraussichtlich auch nicht in den Haushaltsjahren 2021/22 umgesetzt.

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