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Leben und Stil
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Wie die A-Rosa-Flotte ein jüngeres Publikum anlocken will

Vor dem Frühstück Yoga, danach eine Stadtrundfahrt mit dem Fahrrad: Die A-Rosa-Flotte will neue Leidenschaften entfachen. Eine Reisereportage von der Donau.

Von Birgit Hilbig
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Die A-Rosa Flora auf der Fahrt durch die Wachau.
Die A-Rosa Flora auf der Fahrt durch die Wachau. © Tino Sedelies/A-Rosa Flussschiff GmbH

Schließ’ die Augen. Lass’ deinen Atem fließen. Spüre in dich hinein: Wie geht es deinem Körper heute? Für einige der reichlich 140 Passagiere auf dem Flussschiff A-Rosa Flora beginnt der Tag nicht mit dem üblichen Sturm aufs Büfett, sondern mit Atemübungen und Sonnengrüßen.

In der Lounge, wo abends Schlagermusik dröhnt, haben sie früh um acht ihre Yogamatten ausgerollt und lassen sich vom gleichmäßigen Strömen der Donau mitnehmen. Vor den großen Fenstern ziehen Flussauen, Dörfer und Klöster vorbei.

Hotelmanager Mario Braun ist die Freude anzusehen, dass das neue Angebot auf seinem Kreuzfahrtschiff so gut angenommen wird. Zwar buchten die meisten Gäste wegen der schönen Städte und des guten Essens, doch gerade bei kürzeren Reisen sei Yoga eine perfekte Ergänzung.

„Junge, feminine Themen passen zu uns“, sagt er. „Und wir holen uns dafür kompetente Protagonisten an Bord.“

Ganzes Leben entscheidend

Gemeint ist in diesem Fall Ulrike Homuth, Yogalehrerin, Gesundheits- und Lifestyle-Coach. Als ehemalige Tänzerin weiß sie nicht nur ästhetisch „vorzuturnen“, sondern fühlt sich auch sonst auf der Bühne wohl.

Drei Vorträge hat sie neben ihren täglichen Yoga-Einheiten im Gepäck: Dabei berichtet sie kurzweilig davon, welchen Einfluss Ernährung auf den ganzen Menschen hat, was ihn über den Tellerrand hinaus „nährt“ und wie er gesund alt werden kann.

Yogalehrerin Ulrike Homuth posiert auf dem Sonnendeck vor der Kulisse der Brücke Most SNP mit dem „Ufo-Restaurant“ in Bratislava.
Yogalehrerin Ulrike Homuth posiert auf dem Sonnendeck vor der Kulisse der Brücke Most SNP mit dem „Ufo-Restaurant“ in Bratislava. © Tino Sedelies/A-Rosa Flussschiff GmbH

Den kulinarischen Genuss redet die gertenschlanke Blondine dabei selbstverständlich nicht schlecht. Denn wer würde sich auf der Fahrt nach Wien schon die Aussicht auf ein Stück Sachertorte vermiesen lassen? „Über dick oder dünn entscheidet nicht, was man manchmal, sondern was man sein ganzes Leben lang tut“, sagt Ulrike Homuth und kann sich der Zustimmung sicher sein.

Gesund genießen ist möglich

Eine fünftägige Donaufahrt lässt sich schließlich problemlos unter „manchmal“ verbuchen. Zu den guten Nachrichten gehört auch, dass Essen offenbar weniger ansetzt, wenn es in Gemeinschaft zelebriert wird.

Und das tun die meisten Passagiere ausgiebig: Schließlich gilt auf dem Schiff für alle ein All-inclusive-Tarif, und das Büfett ist zu allen Mahlzeiten üppig bestückt.

Gesund genießen ist dabei durchaus möglich, neben Braten und Pommes stehen viel Fisch und Gemüse zur Wahl. Ulrike Homuth preist vor allem grünes Blattgemüse an: Die darin enthaltenen Bitterstoffe sollen den Appetit auf Süßes bremsen.

Wem die morgendliche Yogasession nicht reicht, um sich den Teller später ohne schlechtes Gewissen füllen zu können, hat auf der Reise noch weitere Optionen: So verfügt die Flora über ein kleines Fitnessstudio und einen beheizbaren Pool auf dem Sonnendeck. Sogar beim Sightseeing können die Passagiere aktiv werden.

Städtetour per E-Bike

In Wien, Bratislava und der Wachau werden zwar nach wie vor klassische Busausflüge angeboten, doch alternativ kann man Städte und Städtchen auch per E-Bike erkunden. Auf den bis zu 40 Kilometer langen geführten Touren geht es keineswegs ums Auspowern.

Erholungsbedürftige Kurzurlauber halten es da eher mit Ulrike Homuth: „Sport und Bewegung sollten keinen zusätzlichen Stress verursachen.“

Mit Special- und Eventreisen wie „Ernährung & Yoga“ will das in Rostock ansässige Flussschiffunternehmen A-Rosa sein Portfolio vor allem in der Nebensaison erweitern und auch jüngere Menschen ansprechen.

„Diese Reisen sind Teil der strategischen Neuausrichtung, mit der wir in die Saison 2023 gestartet sind“, sagt Pressesprecher Alexander Borchardt. „Sie bieten die Möglichkeit, bestehende Interessen zu vertiefen oder ganz neue Leidenschaften kennenzulernen.“

Zum ersten Mal auf der Matte

So gibt es Meditationsübungen, Kreativkurse, Fotoworkshops und Begegnungen mit Musikern. Auf zwei anderen Touren plaudern Adelsexperten und Gesellschaftsreporter über Neuigkeiten aus der Welt der Promis.

Und immer dürfen Anfänger genauso mitmachen wie Fortgeschrittene – auch bei der Premiere der Yogareise wagen sich einige Frauen und Männer zum ersten Mal in ihrem Leben auf eine der bunten Matten.

Jeder beugt, streckt und dehnt sich, so gut er eben kann. Und beim letzten gemeinsamen Sonnengruß im verregneten Linz werden gute Vorsätze gefasst: Yoga-Übungen in den Alltag einbauen, sich zu einem Kurs anmelden, überhaupt mehr auf die innere Balance achten. Oder, um es mit Ulrike Homuth zu sagen: Die frisch gebackenen Yoga-Anhänger formulieren ein Sankalpa.

Wien: Ein halber Tag und ein Abend reichen nicht aus, um sich auf eigene Faust einen Überblick zu verschaffen – zumal die Flusskreuzfahrtschiffe einige Kilometer von der Innenstadt entfernt anlegen. Für Wien-Neulinge empfiehlt sich deshalb eine geführte Stadtrundfahrt ab Schiff. Danach kann man im eigenen Tempo an Stephansdom, Hofburg & Co vorbeischlendern und mit der U-Bahn zurückfahren (vier Stationen). Der Prater ist vom Anleger aus zu Fuß erreichbar.
Wien: Ein halber Tag und ein Abend reichen nicht aus, um sich auf eigene Faust einen Überblick zu verschaffen – zumal die Flusskreuzfahrtschiffe einige Kilometer von der Innenstadt entfernt anlegen. Für Wien-Neulinge empfiehlt sich deshalb eine geführte Stadtrundfahrt ab Schiff. Danach kann man im eigenen Tempo an Stephansdom, Hofburg & Co vorbeischlendern und mit der U-Bahn zurückfahren (vier Stationen). Der Prater ist vom Anleger aus zu Fuß erreichbar. © Steffen Klameth
Bratislava: In der slowakischen Hauptstadt gehen die Schiffe am Rand der Altstadt vor Anker – wer gut zu Fuß ist, braucht dort keine Verkehrsmittel. Für die „Schnellbesohlung“ lohnt sich trotzdem ein Rundgang mit einem einheimischen Guide. Der erste Weg führt meist zur Burg, die sachlich-schlicht, vor allem aber ein guter Aussichtspunkt ist. Weitere Höhepunkte sind die Kathedrale St. Martin, das Alte Rathaus, das Michaelertor und die Jugendstilkirche St. Elisabeth.
Bratislava: In der slowakischen Hauptstadt gehen die Schiffe am Rand der Altstadt vor Anker – wer gut zu Fuß ist, braucht dort keine Verkehrsmittel. Für die „Schnellbesohlung“ lohnt sich trotzdem ein Rundgang mit einem einheimischen Guide. Der erste Weg führt meist zur Burg, die sachlich-schlicht, vor allem aber ein guter Aussichtspunkt ist. Weitere Höhepunkte sind die Kathedrale St. Martin, das Alte Rathaus, das Michaelertor und die Jugendstilkirche St. Elisabeth. © Steffen Klameth
Wachau: Individuelle Erkundungen der Weinbaulandschaft zwischen Krems und Melk sind bei dieser Reise nur begrenzt möglich – es empfiehlt sich also eine geführte Bus- oder Radtour. Längere Stopps werden im Bilderbuch-Städtchen Dürnstein mit seinen engen Gassen und der mittelalterlichen Burg sowie am Stift Melk (Foto) eingelegt. Das Benediktinerkloster gilt als eines der größten Barockensembles in Europa und ist Unesco-Welterbe.
Wachau: Individuelle Erkundungen der Weinbaulandschaft zwischen Krems und Melk sind bei dieser Reise nur begrenzt möglich – es empfiehlt sich also eine geführte Bus- oder Radtour. Längere Stopps werden im Bilderbuch-Städtchen Dürnstein mit seinen engen Gassen und der mittelalterlichen Burg sowie am Stift Melk (Foto) eingelegt. Das Benediktinerkloster gilt als eines der größten Barockensembles in Europa und ist Unesco-Welterbe. © Steffen Klameth
Linz: Vom Schiffsanleger bis ins Zentrum der oberösterreichischen Landeshauptstadt braucht man nur wenige Gehminuten. Erste Station des Rundgangs ist meist der barocke Hauptplatz mit der 20 Meter hohen weißen Marmorsäule (Foto); westlich davon liegt das Schloss mit dem Landesmuseum und südlich der neogotische Mariendom. Attraktionen sind außerdem das „Zukunftsmuseum“ Ars Electronica Center und bei gutem Wetter die Erlebniswelt Pöstlingberg.
Linz: Vom Schiffsanleger bis ins Zentrum der oberösterreichischen Landeshauptstadt braucht man nur wenige Gehminuten. Erste Station des Rundgangs ist meist der barocke Hauptplatz mit der 20 Meter hohen weißen Marmorsäule (Foto); westlich davon liegt das Schloss mit dem Landesmuseum und südlich der neogotische Mariendom. Attraktionen sind außerdem das „Zukunftsmuseum“ Ars Electronica Center und bei gutem Wetter die Erlebniswelt Pöstlingberg. © Steffen Klameth

Neue Termine im November

  • Reiseverlauf: Die Fünf-Nächte-Donaukreuzfahrt führt von Engelhartszell zunächst nach Wien, dann weiter nach Bratislava, retour Stopps in Krems und Melk (nur zum Aus- beziehungsweise Einsteigen für geführte Touren) sowie in Linz.
  • Termine: Special- und Eventreise „Ernährung & Yoga“ 4.-9.11., 9.-14.11., 14.-19.11., 19.-24.11.2023
  • Anreise: Mit dem Zug nach Passau (Buchung für geeignete Züge auch über das A-Rosa-Portal möglich) und mit dem firmeneigenen Shuttle zum Liegeplatz; mit dem Auto direkt nach Engelhartszell (Parkhaus nur in der Saison geöffnet) oder nach Passau mit anschließendem Shuttle.
  • Preise: Bei Buchung bis 31.8. Zweibett-Außenkabine ab 979 Euro p. P. , Kabine mit franz. Balkon ab 1.429 Euro p. P.
  • Die Recherche wurde unterstützt von der A-Rosa Flussschiff GmbH.