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Neue Chance für Herrnhuter Lausche-Stern?

Die CDU im Großschönauer Gemeinderat fordert nach SZ-Bericht öffentliche Debatte. Der Chef der Herrnhuter Sterne GmbH würde dazukommen.

Eine Sonderanfertigung mit einem Durchmesser von 1,90 Meter, wie sie in der Manufaktur zu sehen ist, wollen die Herrnhuter gern auf der Lausche anbringen.
Eine Sonderanfertigung mit einem Durchmesser von 1,90 Meter, wie sie in der Manufaktur zu sehen ist, wollen die Herrnhuter gern auf der Lausche anbringen. © www.wolfgang-wittchen.de

Wird doch noch ein Herrnhuter Stern auf der Lausche leuchten? Oder einer in der Turmhaube des Hainewalder Schlosses? Wenn ja - zu welchen finanziellen Bedingungen? Das ist nach der jüngsten Gemeinderatssitzung in Großschönau eine Frage, die einige Gemeinderäte umtreibt - vor allem die der CDU-Fraktion. Was ihnen Bürgermeister Frank Peuker (parteilos) im nichtöffentlichen Teil der Sitzung zu dem Thema gesagt habe, sei in Teilen etwas anderes als im SZ-Bericht über den Herrnhuter Stern auf der Lausche gestanden habe. Deshalb fordert Fraktionsvorsitzender Markus Kranich nun, das Thema im öffentlichen Teil der nächsten Sitzung erneut zu behandeln und voran die Fakten zu klären, um dann auf dieser Basis zu einer Entscheidung zu kommen.

Zum Klären der Fakten wäre in diesem Zusammenhang auch der Geschäftsführer der Herrnhuter Sterne GmbH, Oskar Scholz, persönlich bereit. Wie er im SZ-Gespräch betonte, sei das Projekt mit dem Lausche-Stern, der einen Durchmesser von 1,90 Meter haben soll, für ihn keineswegs abgehakt. Was auch immer zu den Missverständnissen und Verstimmungen geführt habe, wolle er nicht bewerten, er wolle nach vorn schauen. Die Absichten der Sternemanufaktur seien im SZ-Bericht korrekt wiedergegeben worden. Er sei gern bereit, dazu konkret auch in der nächsten Ratssitzung in Großschönau Rede und Antwort zu stehen. Er sicherte zudem zu, dass das Unternehmen gemeinsam mit der Gemeinde - so es gewollt sei - ein Konzept erarbeiten und sie beim Erstellen notwendiger Anträge unterstützen würde.

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Missverständnisse bei Verhandlungen

Bürgermeister Peuker war nach mehreren Gesprächen und E-Mails, die es seit August zwischen der Manufaktur und der Gemeinde zu dem Thema gegeben hat, zuletzt nicht geneigt, die Dinge weiterzuverfolgen, die auf einer Initiative der Herrnhuter beruhten. Grund waren unter anderem Missverständnisse beim Thema Finanzierung des Projektes gewesen, wo Peuker seinen Angaben zufolge ein anderes Bild vermittelt worden war. Spätestens seit dem jüngsten Telefonat vor der Ratssitzung, so erklärt der Herrnhuter Verkaufsleiter Jens Ruppert aus seiner Sicht, seien diese Missverständnisse aber beseitigt gewesen.

Frank Peuker sieht das offenbar anders. Er fühle sich in der Berichterstattung falsch wiedergegeben und zu Unrecht in Misskredit gebracht, teilte er mit. Zudem hatte er bereits zu Beginn der Gespräche mit der Sterne GmbH bezweifelt, ob ein Herrnhuter Stern auf dem Lausche-Gipfel wirklich Wirkung entfalten könne, da er höchstens als Lichtpunkt erkennbar sei. Auch die strengen Naturschutz-Richtlinien auf dem Berg führte Peuker an. Deshalb hatte er als Alternative die Turmhaube des Hainewalder Schlosses ins Gespräch gebracht. Die Herrnhuter hatten nach einem Vor-Ort-Termin in Hainewalde ihrerseits ein umfangreiches Sponsoring mit Eigenanteil angeboten, wenn Großschönau dafür die Pläne auf der Lausche unterstütze. Den Stern samt Halterung dort oben würde das Unternehmen allein übernehmen.

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