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Tausende Kröten vor Verkehrstod gerettet

Jedes Jahr verhindern Schutzzäune, dass Amphibien von Autos überrollt werden. Die Naturschutzstation Förstgen kümmert sich. Nun erhielt sie eine positive Nachricht.

Shohrukh Qaraboiv (links), Clara Finke und Ramazon Akobirov rollen die Amphibienzäune für das nächste Jahr in der Naturschutzstation in Förstgen zusammen.
Shohrukh Qaraboiv (links), Clara Finke und Ramazon Akobirov rollen die Amphibienzäune für das nächste Jahr in der Naturschutzstation in Förstgen zusammen. © André Schulze

Es braucht schon ein paar Tage, bis die Schutzzäune für Amphibien wieder zusammengerollt und verstaut sind. In diesem Jahr sind es 25 Kilometer, die im Frühjahr die Amphibien vor dem Verkehrstod schützten. Damit beschäftigen sich Clara Finke, Shohrukh Qaraboiv und Ramazon Akobirov derzeit. Die drei jungen Leute sind in der Naturschutzstation "Östliche Oberlausitz" beschäftigt.

Der Aufbau der Zäune begann schon im vergangenen Jahr, berichtet die Leiterin der Naturschutzstation, Annett Hertweck. Die Eimer, die aller 20 Meter in die Erde eingegraben werden, wurden erst später am Zaun befestigt. Die Kontrollen erfolgten täglich vom 8. März bis zum 17. Mai. Insgesamt 28.753 Amphibien registrierten die ehrenamtlichen Naturschutzhelfer in den Eimern. Die Knoblauchkröte dominierte die Zählung. 21.820 Tiere ihrer Art wurden festgestellt.

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Trockenheit und Hitze rächt sich

Gegenüber dem Vorjahr hat sich ihre Anzahl erfreulicherweise verdoppelt. 2002 sind 14.706 Amphibien erfasst worden. Wobei auch hier mit 9.678 Exemplaren die Knoblauchkröte der Spitzenreiter ist. Was zu dem Absturz der Zahl geführt hat, lässt sich nur vermuten. Wahrscheinlich hatte der heiße Sommer 2019 Auswirkungen bei den Amphibien, die sich mit der Krötenwanderung erst im Frühjahr 2020 zeigte. Durch die Trockenheit sind viele Wasserstellen der Amphibien ausgetrocknet.

Die Knoblauchkröte ist eine der kleineren Froschlurch-Arten, aber zahlenmäßig am stärksten in der Oberlausitz vertreten.
Die Knoblauchkröte ist eine der kleineren Froschlurch-Arten, aber zahlenmäßig am stärksten in der Oberlausitz vertreten. © NABU/Frank Derer

Tendenziell lässt sich aber feststellen, dass das Aufkommen an Amphibien in der Oberlausitz rückläufig ist. Das zeigen die Zahlen erfasster Tiere durch die Naturschutzstation. 2016 zählten die Naturschützer 73.520 Amphibien, die am Schutzzaun hängen geblieben sind. Im Folgejahr waren es nur 51.446. Im Jahr 2018 gab es einen leichten Aufschwung auf 53.693 Tiere, und 2019 sind es nur noch 36.158 Tiere gewesen.

Seltener Laubfrosch

Registriert werden die Amphibien nach ihren Arten. Das sind: Rotbauchunke, Grasfrosch, Teichmolch, Knoblauchkröte, Teichfrosch, Bergmolch, Erdkröte, Laubfrosch, Wechselkröte, Moorfrosch und Kammolch. Diese Tierarten sind in unterschiedlicher Zahl in der Oberlausitz vertreten. Seltenheitswert hat der Laubfrosch. Dieser hüpfte den Naturschützern in diesem Jahr nur 73 Mal in die Eimer. Sein Artgenosse, der Teichfrosch, war dagegen 2.917 Mal vertreten.

Erfasst werden die Tiere im Gebiet des Biosphärenreservates in Trebus, aber auch auf drei Abschnitten um Löbau sowie in Pulsnitz. Annett Hertweck freut sich, dass das Amphibienprojekt die nächsten zwei Jahre seine Fortsetzung finden kann. Die Förderung ist ihr zugesagt, um wieder 25 Kilometer Amphibienschutzzaun aufzustellen und im Frühjahr zu betreuen.

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