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Kreis Görlitz: Vogelgrippe nördlich der Autobahn

Der Kreis vergrößert das Sperrgebiet, nachdem eine tote Wildgans das Virus mittrug. Betroffen sind aber auch Seen bei Görlitz und Zittau.

Das Gebiet der Geflügelpest vergrößert sich im Landkreis. Jetzt ist der gesamte Nordkreis ab der Autobahn betroffen. Dort muss das Geflügel im Stall bleiben.
Das Gebiet der Geflügelpest vergrößert sich im Landkreis. Jetzt ist der gesamte Nordkreis ab der Autobahn betroffen. Dort muss das Geflügel im Stall bleiben. © Archiv/Christian Suhrbier

Für das gesamtes Kreisgebiet nördlich der Bundesautobahn 4, den Berzdorfer See, den Olbersdorfer See und die Neiße wird ab dieser Woche die Aufstallung von Geflügel angeordnet. Darüber informiert die Landkreisverwaltung. Zu den betroffenen Tierarten zählen Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Wachteln, Enten und Gänse. Die Laufvögel sind von dieser Stallpflicht ausgenommen.

Zuvor war bei einer Wildgans bei Rietschen das gefährliche Vogelgrippe-Virus H5N8 nachgewiesen. Weitere Funde sind nicht auszuschließen. Es handelt sich aber bislang um den Wildtyp, der für den Menschen nicht gefährlich ist. In der vergangenen Woche gab es Nachrichten, wonach es in Russland erstmals eine Übertragung eines russischen Virus-Typs auf den Menschen gegeben haben soll. "Wir hoffen auf das Verständnis der Besitzer von kleinen Beständen", erklärte Dr. Udo Mann vom Kreis-Veterinäramt, "um die großen Geflügelzüchter im Kreis zu schützen".

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Vögel kehren in ihre Brutgebiete zurück

Sachsen verzeichnet derzeit eine Ausbreitung der Geflügelpest bei Wildvögeln. In den letzten Tagen wurden insgesamt 12 positive Fälle amtlich bestätigt. Dazu kommen weitere 30 Verdachtsfälle, teilt das Sächsisches Staatsministerium für Soziales in einer Presseinformation mit. Die Funde der verendeten Vögel verteilen sich auf die Landkreise Meißen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Bautzen, Görlitz und die Stadt Dresden. Es handelt sich vor allem um Schwäne, Wildenten, Wildgänse und einen Bussard, die an der Geflügelpest nachweislich erkrankt und verendet sind.

Nach Angaben des Görlitzer Kreis-Veterinäramtes kehren die Tiere zumeist aus ihren Winterquartieren in ihre nördlich gelegeneren Brutgebiete zurück. Da die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft ein klassisches Rastgebiet für diese Tiere bildet, ist die Gefahr latent vorhanden.

Tote Tiere dem Amt melden

Das Aufstallungsgebot bedeutet, dass sämtliches Geflügel in den genannten Gebieten in geschlossenen Ställen oder unter einer gegen Einträge und dem Eindringen von Wildvögeln gesicherten Abdeckung zu halten ist. Weiterhin sollten die Uferbereiche von Seen und anderen Gewässern gemieden werden. Auch wenn die Vogelgrippe für den Menschen ungefährlich ist, tote Vögel sollen nicht angefasst werden, um ein Verschleppen des Erregers zu verhindern. Fundorte bitte sofort dem dafür zuständigen Amt per E-Mail melden: [email protected] .

Dr. Udo Mann zeigte sich zusammen mit dem Görlitzer Landrat Bernd Lange am Freitag vor Journalisten zuversichtlich, dass Ende April oder Anfang Mai die Vorkehrungen wieder aufgehoben werden könnten. Zudem fällt das Aufstallungsgebot in eine vergleichsweise günstige Zeit, wo keine Geflügelausstellungen stattfinden. Dass solche Veranstaltungen während des Aufstallungsgebotes wegen der Vogelgrippe nicht stattfinden konnten, hatte in der Vergangenheit zu Enttäuschung unter Züchtern gesorgt.

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