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Pirna

Letzte Uran-Laster starten in Königstein

Die Wismut leert endgültig ihre Lagertanks mit Urankonzentrat. Deutschland verlässt damit den Kreis der Uranproduzenten.

Sicher ist sicher: Marc Strobelt von der Wismut in Königstein prüft mit dem Strahlungsmessgerät, ob der Urantransport sauber genug für die Straße ist.
Sicher ist sicher: Marc Strobelt von der Wismut in Königstein prüft mit dem Strahlungsmessgerät, ob der Urantransport sauber genug für die Straße ist. © Steffen Unger

In diesen Tagen werden am Wismut-Standort in Leupoldishain bei Königstein zum letzten Mal Tankwagen mit Urankonzentrat auf die Reise geschickt. Die Lagersilos, deren Entleerung seit Mitte Mai läuft, sollen nicht mehr neu befüllt, sondern gereinigt und, wahrscheinlich im kommenden Jahr, mit dem gesamten Komplex der Uranentsorgung abgerissen werden.

Michael Paul, Technischer Geschäftsführer der Wismut, sprach am Dienstag vor einer großen Zahl Journalisten und Behördenvertreter von einem historischen Akt. „Mit dieser Lieferkampagne scheidet Deutschland aus dem Kreis der uranproduzierenden Staaten aus.“ Die Sanierung am Standort aber werde weitergehen. "Der Weg ist noch lang und steinig", sagte Paul. "Wir werden uns dieser Aufgabe stellen."

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Regulär hatte die Uranproduktion, die 1946 auf dem Gebiet der kommenden DDR angelaufen war, schon 1990 geendet. In Königstein jedoch, wo Uran seit den 1970ern durch Auswaschung mittels einer schwefelsauren Lösung in der Tiefe des Bergs gewonnen worden war, konnten die Anlagen nicht ohne Weiteres abgestellt werden. Das Flutungswasser, das noch Reste der Lösung enthielt, musste nach über Tage gepumpt und gereinigt werden. Dabei fiel weiterhin Uran an, das gebunkert und anfangs jährlich, später in Zwei-Jahres-Abständen, verkauft wurde.

Bis heute sind so im Königsteiner Betrieb, der in der DDR etwa 18.000 Tonnen Uran gewonnen hatte, noch einmal rund 2.000 Tonnen hinzugekommen. Seit 1997 wird das anfallende Urangemisch an die US-amerikanische Nuclear Fuels Corporation verkauft und für zivile Zwecke verwendet.

Inzwischen ist der Urangehalt im Grubenwasser von Königstein immer mehr zurückgegangen und nun so gering geworden, dass die Urangewinnung als nicht mehr sinnvoll gilt. Die Schlämme aus dem Reinigungsprozess werden künftig auf eine speziell gesicherte Deponie auf dem Betriebsgelände gebracht und dort eingelagert.

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