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Getriebehersteller Zimm in Ohorn muss seinen Betrieb einstellen

Der Verwalter hat den 140 Beschäftigten des insolventen Unternehmens in Ohorn gekündigt. Ein Investor war in letzter Minute abgesprungen.

Von Ulrich Wolf
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Der Getriebehersteller Zimm Germany GmbH in Ohorn muss seine Produktion einstellen, den 140 Mitarbeitern ist bereits gekündigt.
Der Getriebehersteller Zimm Germany GmbH in Ohorn muss seine Produktion einstellen, den 140 Mitarbeitern ist bereits gekündigt. © PR

Dresden/Ohorn. Der Getriebehersteller Zimm Germany GmbH in Ohorn im Kreis Bautzen wird geschlossen, die 140 Beschäftigten verlieren ihre Jobs. Das bestätigte am Freitag der Insolvenzverwalter des Unternehmens, Franz-Ludwig Danko. Es würden lediglich die noch verbliebenen Aufträge produziert. Gemeinsam mit Personalabteilung und Betriebsrat habe man die "Zimm-Jobbörse" zur Weitervermittlung eingerichtet.

"Der Investorendeal, für den wir bis zuletzt gekämpft haben, ist geplatzt", heißt es in einem Schreiben Dankos an die Mitarbeiter, das Sächsische.de vorliegt. Bereits in den Räumen des Notars sitzend, habe der Übernahmeinteressent gesagt, er müsse die Zimm-Zahlen neu bewerten. Daraufhin habe der potenzielle Investor das Notarbüro verlassen und keine weitere Gesprächsbereitschaft gezeigt. So etwas habe er noch nicht erlebt, schreibt Danko.

Nunmehr müsse das Unternehmen stillgelegt werden. Der Sozialplan sei fertig, ebenso seien die "Details zur finanziellen Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes" erfolgt. Die Kurzarbeit laufe damit aus. Ihm bleibe als Verwalter keine andere Wahl. Die Gläubiger hätten einer Fortführung des Betriebs nur zugestimmt, wenn es bis zum 1. Mai einen Investor gegeben hätte und der Kaufpreis überwiesen worden wäre.

Gläubiger wollten schon zum 1. Februar stilllegen

Ursprünglich hätten sich die Gläubiger aufgrund der Verluste und der schlechten wirtschaftlichen Situation bereits für eine Stilllegung bei der Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Februar ausgesprochen. Dem zuletzt veröffentlichten Abschluss für das Jahr 2020 setzte die Zimm Germany GmbH 13,7 Millionen Euro um. Der Verlust in jenem Jahr betrug vier Millionen Euro.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der Linken im sächsischen Landtag, Nico Brünler, sagte, nach dem beschlossenen Aus für das Gelenkwellenwerk von GKN Driveline in Zwickau-Mosel verliere Sachsen einen weiteren Industriebetrieb in einer strategisch wichtigen Branche, da Zimm unter anderem Getriebe für Windräder produziere. Erst im April hatte der Windanlagenbauer Eickhoff das Aus für sein Getriebewerk in Klipphausen im Kreis Meißen verkündet.

Die Zimm Germany GmbH stellt Industrie- und Spezialgetriebe her, unter anderem für die Windkraftbranche. Die Gesellschaft war bereits 2020 in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, damals jedoch noch als C. H. Schäfer Getriebe GmbH, deren Firmengeschichte bis 1873 zurückreicht. Daraufhin übernahm die im österreichischen Lustenau am Bodensee ansässige Zimm-Gruppe das sächsische Unternehmen.