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IG Metall arbeitet an Rettungskonzept für Windkraftwerk in Klipphausen

Die Gewerkschaft ist überzeugt, dass sich ein Investor für das Eickhoff-Werk im Kreis Meißen findet. Sachsens Wirtschaftsminister Dulig versteht die Schließung nicht.

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Trotz ordentlicher Gewinne noch im Jahr 2021 soll das Werk der Eickhoff Wind Power GmbH zum Jahresende schließen.
Trotz ordentlicher Gewinne noch im Jahr 2021 soll das Werk der Eickhoff Wind Power GmbH zum Jahresende schließen. © SZ-Archiv: Thomas Lehmann

Dresden/Meißen. Die Industriegewerkschaft (IG) Metall will die angekündigte Schließung des Werks von Eickhoff Wind Power GmbH in Klipphausen im Kreis Meißen nicht widerstandslos hinnehmen. Gemeinsam mit den Beschäftigten erarbeite man "ein tragfähiges Zukunftskonzept erarbeiten", teilte am Mittwoch Stefan Ehly mit, der Erste Bevollmächtigter der Gewerkschaft in der Region Dresden/Riesa.

Der Prozess stehe unter dem Motto "Wind of Change". Damit solle der Arbeitgeber vom Erhalt des Werkes überzeugt werden. Ehly sagte Sächsische.de, die IG Metall werde alle Mitarbeiter nach Ideen zur Rettung des Werkes befragen. Bis Ende zum Frühsommer soll dann ein Konzept auf dem Tisch liegen, "mit dem wir potenzielle Investoren sicherlich überzeugen können". Man sondiere das Vorgehen derzeit mit der Geschäftsführung. Bislang habe ein Gespräch zum Interessenausgleich stattgefunden. Zum Inhalt sei Vertraulichkeit vereinbart worden.

Dulig kann Schließung nicht nachvollziehen

Fachlich lasse man sich von Spezialisten aus Österreich beraten, deren Ziel es sei, Industriekerne und Fachkräfte in Deutschland und Europa zu erhalten. Die Produktion von Windkraftgetrieben habe Zukunft, sagte Ehly, auch in Sachsen. "Wir werden ein Aus für den Standort in Klipphausen nicht hinnehmen." Man brauche jetzt dringend die Unterstützung der Landespolitik. Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) sagte Sächsische.de, er verstehe die Schließung nicht. "Ich kann nur an das Unternehmen appellieren, den Standort und die Fachkräfte zu halten. Wir brauchen ihre Produktionskapazitäten für den Windkraftausbau."

In dem Werk stellen rund 180 Beschäftigte Getriebe für Windkraftanlagen her. Der Eickhoff-Konzern mit Sitz in Bochum ist seit 2009 in Klipphausen. Für den Bau hatte es eine Förderung von rund 7,9 Millionen Euro gegeben. Nun soll es zum Jahresende geschlossen werden. Die Unternehmensführung begründete das mit einer zu großen Planungsunsicherheit, zu schwankungsanfälligen Energiemärkten und zu geringen Gewinnmargen. Noch 2021 allerdings war der Umsatz um fast 39 Prozent auf 138,6 Millionen Euro gestiegen, der Nettogewinn betrug in jenem Jahr 14,3 Millionen Euro. (SZ/uwo)