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Florena-Hersteller verspricht Leipzig 400 Arbeitsplätze

Der Beiersdorf-Konzern hat nicht nur vor, seine Fabrik von Waldheim in Sachsens größte Stadt zu verlagern. Jetzt nennt er Pläne für Hunderte Jobs.

Da ist noch Platz: Nach seinem Florena-Umzug von Waldheim nach Leipzig will der Beiersdorf-Konzern auch ein Logistikzentrum bauen. Das bringt mehr Jobs als die Fabrik.
Da ist noch Platz: Nach seinem Florena-Umzug von Waldheim nach Leipzig will der Beiersdorf-Konzern auch ein Logistikzentrum bauen. Das bringt mehr Jobs als die Fabrik. © Beiersdorf

Dresden. Sachsens größte Stadt holt wirtschaftlich weiter auf: Der Hamburger Beiersdorf-Konzern hat am Dienstag angekündigt, in Leipzig ein Logistik-Drehkreuz für den europäischen Markt zu bauen. Damit sollen rund 400 zusätzliche Arbeitsplätze in Leipzig entstehen, wenn auch nicht direkt bei dem Konzern.

Beiersdorf stellt Kosmetikartikel unter Marken wie Florena, Nivea und 8x4 her, außerdem gehört die Klebeband-Marke Tesa zum Konzern. Beiersdorf will nach eigenen Angaben 170 Millionen Euro „in den kommenden Jahren in das neue Hub“ investieren. 220 Millionen Euro fließen bereits in die neue Fabrik nebenan – im Industriegebiet Leipzig Seehausen II.

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Beiersdorf hatte angekündigt, dafür den Traditionsstandort in Waldheim an der Zschopau bei Döbeln zu schließen. Nun wird mit dem Umzug eine zusätzliche Investition verbunden. So viel habe Beiersdorf noch nie an einem Standort ausgegeben, schrieb der Konzern.

Arbeit geht von Mittelsachsen nach Leipzig

Im Produktionszentrum Leipzig sollen „anfänglich 200 Arbeitsplätze“ entstehen, dafür fallen in Waldheim jedoch rund 250 weg. Das neue Logistikzentrum bringe zusätzlich rund 400 Stellen, aber bei spezialisierten Dienstleistern. Beiersdorf will das Lagern und Umladen demnach nicht selbst organisieren, sondern diese Aufgabe an andere Unternehmen vergeben.

Den Waldheimer Beschäftigten hatte der Konzern versprochen, jedem ein Stellenangebot für Leipzig zu machen. Der Betriebsratsvorsitzende Mario Ast und die Chemiegewerkschaft IG BCE haben inzwischen bestätigt, dass es diese Angebote gab und dass in einem Sozialplan Abfindungen für ausscheidende Beschäftigte festgelegt wurden. Ein Großteil der Beschäftigten habe das Angebot für Leipzig angenommen. Dort soll die Produktion Ende nächsten Jahres beginnen.

Beiersdorf strebt nach eigenen Angaben für das Logistikzentrum einen CO2-neutralen Betrieb an, mit Fotovoltaikmodulen auf dem Dach und begrünten Fassaden und Dächern. Ein „signifikanter“ Teil der Transporte soll per Bahn statt Lastwagen stattfinden. Leipzig sei ein attraktiver Standort mit guten Fachkräften.

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