merken
PLUS Wirtschaft

Siliziumfabriken wachsen – in Freiberg und in Übersee

Die Siltronic AG reagiert auf die Knappheit an Mikrochips. Das hilft auch ihrem sächsischen Werk.

Hauchdünne Siliziumscheiben mit 300 Millimetern Durchmesser liefert Siltronic als Material an die Mikrochipfabriken.
Hauchdünne Siliziumscheiben mit 300 Millimetern Durchmesser liefert Siltronic als Material an die Mikrochipfabriken. © SZ-Archiv/Thomas Lehmann

Freiberg. Eine der größten Fabriken in Mittelsachsen wächst: das Siliziumwerk der Siltronic AG in Freiberg mit 800 Beschäftigten. Der Konzern teilte in München mit, dass er seine Kapazitäten ausbaut.

Damit will Siltronic das „starke Wachstum des knappen Halbleitermarkts“ unterstützen. Siltronic stellt große Siliziumkristalle her und zersägt sie in dünne Scheiben – die werden dann in Mikrochipfabriken anderer Konzerne beschichtet und belichtet. 1963 wurde in Freiberg der erste Siliziumkristall gezogen.

Anzeige
Bauherrentage in der Musterhausausstellung UNGER-Park
Bauherrentage in der Musterhausausstellung UNGER-Park

Am 18. und 19. September finden die „Bauherren-Tage“ statt. Freuen Sie sich auf Vorträge, Informationsrunden und Aktionen rund um nachhaltiges Bauen.

Siltronic teilte zunächst nicht mit, wie stark die sächsische Fabrik wachsen soll. Das Unternehmen berichtete aber von einem Beschluss, die "Zieh- und Epitaxiekapazitäten" am deutschen Standort in Freiberg auszubauen. Bei der Epitaxie werden die wachsenden Kristalle in eine bestimmte Form und Richtung gebracht. Es entstehen ganze Stämme aus silbrig glänzendem Silizium, aus denen dann die runden Scheiben (Wafer) gesägt werden.

Übernahme durch Konzern aus Taiwan

Genauere Angaben machte der Konzern zum Ausbau in Singapur. Dort stehen auch Fabriken des Globalfoundries-Konzerns, die jetzt erweitert werden. In Singapur errichtet Siltronic eine zweite Fabrik für Scheiben (Wafer) mit 300 Millimetern Durchmesser. Das ist die übliche Größe in den jüngeren Chipfabriken. Die älteren arbeiten mit 200-Millimeter-Scheiben, etwa der ältere Teil von Infineon Dresden.

Rund zwei Milliarden Euro sollen nun in Singapur investiert werden. Siltronic verhandelt deshalb mit Kunden über langfristige Lieferverträge und Anzahlungen. Der Forschungs- und Entwicklungsstandort von Siltronic in Burghausen in Bayern wird nach Firmenangaben auch gestärkt und soll die geplanten Erweiterungen technologisch betreuen.

Weiterführende Artikel

So gut stehen Sachsens Chancen auf die Chipfabrik

So gut stehen Sachsens Chancen auf die Chipfabrik

Die Konzerne TSMC und Intel wollen Milliarden in Europa investieren. Entsteht die nächste Halbleiter-Fabrik in Dresden? Am Flughafen ist ein Grundstück frei.

Sachsen oder Frankreich: Wer bekommt die Chipfabrik?

Sachsen oder Frankreich: Wer bekommt die Chipfabrik?

Die Weltkonzerne Intel und TSMC suchen Standorte für Chipfabriken. Ein Gespräch über Dresdens Chancen mit Heinz Martin Esser, Vorstandschef von Silicon Saxony.

Der große Mikrochip-Mangel

Der große Mikrochip-Mangel

Die Nachfrage nach Autos steigt wieder und damit kommen neue Probleme für die Hersteller. Für Sachsen ist der Chipmangel jedoch eine Chance.

Siltronic konnte nach eigenen Angaben dank Corona-Sicherheitsmaßnahmen ohne Unterbrechungen produzieren. Die Herstellungskosten je Waferfläche sanken. Vorstandschef Christoph von Plotho sprach von „sehr guter Geschäftsentwicklung“ im ersten Halbjahr mit mehr als fünf Prozent Umsatzzuwachs im Jahresvergleich. Er rechne mit einer „nachhaltig steigenden Nachfrage“. Siltronic gehört zum Teil noch dem Konzern Wacker Chemie, der in Nünchritz bei Riesa Silikone produziert.

Der Siliziumhersteller wird aber voraussichtlich noch in diesem Jahr vom taiwanischen Konkurrenten Global Wafers übernommen. Von Plotho teilte mit, juristische Freigaben des angekündigten Firmenverkaufs seien bereits erteilt.

Mehr zum Thema Wirtschaft