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Vonovia verkauft Wohnungen für 560 Millionen Euro

Für gutes Geld hat Vonovia 1.350 Wohnungen verkauft. Mehr als eine halbe Milliarde Euro fließen dem Immobilienriese zu.

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Deutschlands größtes Immobilienunternehmen Vonovia trennt sich von mehr als 1.300 Wohnungen.
Deutschlands größtes Immobilienunternehmen Vonovia trennt sich von mehr als 1.300 Wohnungen. © Symbolfoto: Marcel Kusch/dpa

Bochum. Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern Vonovia beschafft sich mit dem Verkauf von Immobilien weiteres Geld. Vonovia werde insgesamt fünf Bestandsobjekte mit 1.350 Wohnungen in Frankfurt, Berlin und München für 560 Millionen Euro veräußern, teilte der im Dax notierte Konzern am Donnerstag in Bochum mit. Käufer sei CBRE Investment Management, ein Vermögensverwalter für Immobilien.

Wie der ganzen Branche machen dem Bochumer Konzern die steigenden Zinsen zu schaffen. Deshalb will Vonovia etwa mit dem Verkauf von Immobilien seine Schulden abbauen. Erst jüngst hatte der Konzern mitgeteilt, dass er knapp 30 Prozent an seinem Südewo-Portfolio für eine Milliarde Euro an eine von Apollo verwaltete Gesellschaft veräußern will.

"Mit mehr als 1,5 Milliarden Euro haben wir unser diesjähriges Verkaufsziel fast erreicht", sagte Unternehmenschef Rolf Buch in einer Telefonkonferenz. Insgesamt will Vonovia 2023 zwei Milliarden Euro an Barmitteln etwa aus der Veräußerung von Immobilien einsammeln.

Vonovia erleidet Milliardenverlust

Im ersten Quartal hat Vonovia einen Milliardenverlust erlitten. Unter dem Strich stand wegen einer Abwertung des Immobilienportfolios ein Verlust von knapp 2,1 Milliarden Euro, wie das Unternehmen berichtete. Im Vorjahreszeitraum hatte Vonovia noch einen Gewinn von 58,3 Millionen Euro ausgewiesen. Der Wert des Vermietungsportfolios habe Ende März rund 91,2 Milliarden Euro betragen, hieß es. Ende 2022 waren die Immobilien noch mit knapp 94,7 Milliarden Euro bewertet worden. Insgesamt besitzt Vonovia als Europas größtes privates Wohnungsunternehmen knapp 550 000 Wohnungen in Deutschland, Schweden und Österreich.

Auch im Tagesgeschäft lief es für Vonovia nicht mehr so rund. Der operative Gewinn (FFO) ging im Jahresvergleich um knapp 18 Prozent auf 462,6 Millionen Euro zurück. Neben höheren Zinsaufwendungen entwickelten sich vor allem die Geschäfte mit der Projektentwicklung und zusätzlichen Dienstleistungen schwächer. Der Umsatz schrumpfte in den ersten drei Monaten um gut 12 Prozent auf 1,43 Milliarden Euro.

Buch hob die Klimaschutz-Anstrengungen des Unternehmens hervor. Er bekräftigte, dass bis 2045 auf nahezu allen 30.000 geeigneten Dächern des Gebäudebestandes Photovoltaikanlagen installiert sein sollen. Ende 2022 hatte das Unternehmen 533 Anlagen installiert. Als Zwischenziel bis 2030 will der Immobilienriese 17.000 Dächer mit Photovoltaik-Anlagen versehen.

Vonovia will auch Wärmepumpen installieren. Im Januar 2022 hatte das Unternehmen dazu ein Sonderprogramm aufgelegt. Es sieht die Installation von 6000 Wärmepumpen innerhalb von fünf Jahren vor. In einem ersten Schritt wurden im September insgesamt 115 Wärmepumpen verbaut, die künftig 108 Gebäude mit 671 Wohnungen beheizen sollen. In den meisten Fällen will Vonovia dabei auch selbsterzeugten Strom aus Photovoltaik-Anlagen nutzen.

Am Donnerstag berichtete Buch allerdings davon, dass in vielen Fällen bereits installierte Wärmepumpen bislang nicht in Betrieb genommen wurden, weil sie noch nicht angeschlossen werden konnten. Ein Grund sei, dass wegen fehlenden Netzausbaus nicht genügend Strom zur Verfügung stehe, sagte Buch. Rund 70 installierte Geräte seien noch nicht angeschlossen, sagte eine Firmensprecherin. (dpa)