merken
PLUS Wirtschaft

Warnstreik-Welle bei Globalfoundries

In Dresdens größter Fabrik ruft die Chemie-Gewerkschaft wieder zur Arbeitsniederlegung auf. Einmal soll nicht genügen.

Die Mikrochipfabrik von Globalfoundries in Dresden hat keinen Tarifvertrag. Die Chemiegewerkschaft kündigt erneut Warnstreiks an.
Die Mikrochipfabrik von Globalfoundries in Dresden hat keinen Tarifvertrag. Die Chemiegewerkschaft kündigt erneut Warnstreiks an. © Oliver Killig/dpa

Dresden. In der Mikrochipfabrik des Konzerns Globalfoundries in Dresden steht eine Reihe von 24-Stunden-Streiks bevor. Der Betrieb müsse „endlich Tarifland“ werden, schrieb die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie auf einem Flugblatt, das online verteilt wurde. Der erste Streik in der neuen Welle sollte am Freitag um 14.20 Uhr beginnen.

Bis Weihnachten sollen noch mehrere Warnstreiks folgen, kündigte Gewerkschaftssekretär Norbert Winter an. Wegen der Corona-Bedingungen finde der Streik diesmal „in stiller Form“ statt. Die Streikenden blieben zu Hause oder würden nach Hause geschickt und könnten sich per E-Mail oder an einem Infomobil registrieren. Bei einem Streik zahlt die Gewerkschaft das Gehalt für ihre Mitglieder. Bei einem Warnstreik im März hatte das Unternehmen je 100 Euro „Wertschätzungsprämie“ an Beschäftigte gezahlt, die am Streiktag arbeiteten.

Wandern
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt

Gerne an der frischen Luft und immer in Bewegung? Wanderwege, Tipps und Tricks finden Sie hier.

Auf 3.400 Beschäftigte gewachsen

Das Unternehmen hatte mehrfach Forderungen nach Tarifverhandlungen zurückgewiesen. Partner bei allen „internen Themen“ sei nach Auffassung der Firmenleitung der Betriebsrat, also nicht die Gewerkschaft. Betriebsräte dürfen keine Tarifverträge schließen.

In einem offenen Brief an den neuen Geschäftsführer Manfred Horstmann hatte die Gewerkschaft auch Verhandlungen über eine Beschäftigungssicherung gefordert. Nach ihren Angaben gab es darauf keine Antwort. Die Auftragsbücher seien voll. Die Gewerkschaft beklagt Mehrarbeit und Einstellungsstopp. In diesem Jahr sind nach Angaben des Unternehmens allerdings 200 neue Beschäftigte eingestellt worden. Demnach hat Dresdens größte Fabrik nun 3.400 Mitarbeiter. Es waren allerdings auch schon einmal mehr als 4.000.

Firmensprecher Jens Drews schrieb zur Streik-Ankündigung, die Gewerkschaft habe angesichts der insgesamt düsteren Wirtschaftsaussichten "nicht Besseres zu tun, als eines der wenigen regionalen Unternehmen, das entgegen der Krise massiv in Mitarbeiterschaft und Anlagen investiert, ins Visier zu nehmen". Partnerschaft entstehe nicht durch Druck, nur im Dialog.

Weiterführende Artikel

Stellensicherung bei Globalfoundries gefordert

Stellensicherung bei Globalfoundries gefordert

Drohen den Mitarbeitern in Dresdens größter Fabrik bald Auslagerungen? Die Firma verweist auf Wachstumspläne.

Die Gewerkschaft fordert auch sechs Prozent Gehaltserhöhung und 90 Minuten mehr freie Zeit pro Woche. Die "Einsatzbereitschaft der Belegschaft" müsse endlich tariflich anerkannt werden. Die Streikwelle werde "zunächst bis Weihnachten andauern" und so lange fortgeführt, bis der Arbeitgeber verbindlich zusage, in Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft einzutreten.

Mehr zum Thema Wirtschaft