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Sommerferien in Sachsen: Auf diesen Autobahnen drohen Staus

Viele Urlauber werden nach dem Beginn der Sommerferien auf den Autobahnen unterwegs sein. Auf welchen Strecken Reisende besonders viel Geduld mitbringen müssen - in Sachsen und darüber hinaus.

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Der Beginn der Sommerferien sorgt auf vielen Straßen Deutschlands für Stau.
Der Beginn der Sommerferien sorgt auf vielen Straßen Deutschlands für Stau. © Marijan Murat/dpa

Dresden. Die ersten Schüler und Schülerinnen sind bereits in den Ferien: Dichten Verkehr erwartet der ADAC am kommenden Wochenende auf vielen deutschen Autobahnen. Größere Behinderungen seien jedoch vorerst nicht zu erwarten, teilte der Automobil-Club am Montag in München mit. Mit dichtem und teils zähfließendem Verkehr rechnen die Verkehrsexperten vor allem auf den Zufahrten zu den Alpen und den Küstenregionen.

Grund für den zunehmenden Reiseverkehr seien die Sommerferien in den Bundesländern Bremen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Mit deutlich größeren Verkehrsbehinderungen rechnet der ADAC am ersten Juli-Wochenende, wenn im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen die Schulsommerferien beginnen.

Auf welchen Autobahnen in Deutschland drohen Staus?

Besonders eng wird es an den Wochenenden vom 21. Juni bis zum 4. August. Wer seine An- und Abreise flexibel gestalten könne, solle sich dienstags oder mittwochs auf den Weg machen. "Ansonsten empfiehlt es sich, außerhalb der verkehrsreichsten Tageszeiten zu fahren, also freitags am Vormittag oder erst in den Abendstunden, samstags ganz früh oder ab dem Nachmittag und sonntags frühmorgens oder spätabends", so der ADAC.

Kritisch seien immer die Zeitpunkte, wenn Urlauber und Urlauberinnen auf Pendlerinnen und Pendler träfen. Etwas Erleichterung verspreche das zusätzliche Lkw-Ferienfahrverbot, das bis Ende August immer samstags von 7 bis 20 Uhr gelte, hieß es.

Der ADAC weist darauf hin, dass es deutschlandweit derzeit 1.260 Autobahnbaustellen gebe. Rund um die Städte Berlin, Köln, Dortmund und Gelsenkirchen sei zudem wegen der Spiele der Fußball-Europameisterschaft viel Verkehr zu erwarten. In Bayern müssen Autofahrer nach Einschätzung des ADAC mit mehr Schwerlastverkehr rechnen. Denn wegen der kürzlichen Hochwasserkatastrophe wurden im Freistaat das Sonn- und Feiertagsfahrverbot und das Fahrverbot nach der Ferienreiseverordnung bis Ende Juli aufgehoben, um Rettungs-, Hilfs- und Aufräumarbeiten zu erleichtern.

Auf diesen Autobahnen wird es besonders voll:

  • Großräume Hamburg, Berlin, Köln, München
  • Fernstraßen zur Nord- und Ostsee
  • A1 Hamburg – Bremen – Dortmund – Köln
  • A3 Würzburg – Nürnberg – Passau
  • A4 Kirchheimer Dreieck – Erfurt – Dresden
  • A5 Frankfurt – Karlsruhe – Basel
  • A6 Mannheim – Heilbronn – Nürnberg
  • A7 Hamburg – Flensburg
  • A7 Würzburg – Ulm – Füssen/Reutte
  • A8 Stuttgart – München – Salzburg
  • A9 Nürnberg – München
  • A61 Mönchengladbach – Koblenz – Ludwigshafen
  • A93 Inntaldreieck – Kufstein
  • A95/B2 München – Garmisch-Partenkirchen
  • A99 Umfahrung München

Welche Straßen in Sachsen sind besonders betroffen?

In Sachsen dürfte vor allem die A4 zwischen Dresden und Görlitz von viel Verkehr betroffen sein. Hinzu kommen in beiden Richtungen Baustellen zwischen Dresden und dem Dreieck Nossen, die zusätzlich für Verzögerungen sorgen dürften. Auch auf der A14 zwischen Leipzig und Nossen ist Geduld gefragt: Zwischen Grimma und Mutzschen sowie zwischen Leisnig und Nossen wird derzeit gebaut. Auch auf der A17 in Richtung Grenzübergang nach Tschechien dürften viele Autofahrer unterwegs sein.

Mit einem hohen Verkehrsaufkommen ist auch auf dem Weg in die beliebten Naherholungsgebiete zu rechnen - etwa in die Sächsische Schweiz oder an einen der Badeseen in Sachsen. Auch Karls Erlebnis-Dorf in Döbeln wird wieder viele Familien zu einem Besuch anlocken.

    Welche Strecken im Ausland werden besonders voll?

    Auf den klassischen Ferienrouten in Österreich und der Schweiz muss besonders auf Transitstrecken mit Staus gerechnet werden .Auf den Autobahnen in den österreichischen und Schweizer Alpen verschärfen nach Angaben des Automobil-Clubs unter anderem Baustellen und Streckensperrungen aufgrund von Überschwemmungen und Erdrutschen die Lage.

    Das gilt in Österreich unter anderem für die Inntal-, Tauern-, Brenner-, Rheintal-, Karawanken- und Ost-Autobahn sowie die Fernpass-Bundesstraße. Der ADAC warnt: Im österreichischen Bundesland Tirol sind an den Wochenenden und Feiertagen bis Oktober Stau-Ausweichrouten entlang wichtiger Durchgangsstrecken gesperrt. Und auch auf der Tauernautobahn gibt es Abfahrtssperren.

    In der Schweiz sind ebenfalls die Transitstrecken und besonders die Gotthard-Route staugefährdet. Dort kann es auch zu Blockabfertigung kommen. Ab einer Wartezeit von mehr als einer Stunde vor dem Gotthardtunnel lohne sich die Ausweichroute (A13) über den San-Bernardino-Tunnel, rät der ACE. Zudem nennt der Autoclub die Strecken St. Gallen – Zürich - Bern (A1) und Basel – Zürich – Chur (A3) als stärker belastet.

    In Tschechien sorgen Baustellen für Staugefahren auf der Autobahn D1 zwischen Prag und Brünn sowie auf der Autobahn D3 in Richtung Österreich. Vor allem rund um Brünn haben sich in den vergangenen Wochen lange Schlangen gebildet. Beide Autobahnen sind beliebte Transitstrecken in den Süden und Südosten.

    In Polen bilden Stauschwerpunkte vor allem Autobahnen und Landstraßen in Richtung polnische Ostsee. Die ist nicht nur bei Einheimischen, sondern auch bei Deutschen beliebt. Auch die Hauptverbindungen in den Niederlanden sind von möglichen Staus betroffen.

    Doch nicht nur auf den Autobahnen kann es Stau geben. Laut dem Automobil-Club wird sich der Verkehr auch auf den Zufahrtsstraßen der Ausflugsregionen im untergeordneten Straßennetz der Alpenländer bemerkbar machen – etwa in Österreich bei den Kärntner Seen, dem Salzkammergut, dem Neusiedlersee und den Erholungsgebieten der Schweizer Kantone Tessin und Wallis und dem Gardasee in Italien.


    Zeitverluste sollten vor allem auch auf der Rückfahrt nach Deutschland einberechnet werden. Immer wieder kommt es zu Fahrzeugkolonnen an der Grenze aufgrund von Personenkontrollen. Vor allem Urlauber von Österreich, Tschechien und Polen kommend, sollten mehr Zeit einplanen.

    Wie sollte ich mich bei Stau verhalten?

    Wichtig ist: Bereits beim stockenden Verkehr sofort Rettungsgasse bilden. Nicht erst, wenn Einsatzkräfte mit Blaulicht und Martinshorn von hinten kommen.

    Eine weitere, oft gestellte Frage: Muss ich bei Stau den Warnblinker setzen? Nach der Straßenverkehrsordnung in Deutschland besteht keine Pflicht, den Warnblinker zu setzen, wenn ein Autofahrer an ein Stauende fährt. Doch es ist auch nicht verboten und wird von den Automobilclubs empfohlen. So können Auffahrunfälle vermieden werden.

    © ADAC

    Bei einer Vollsperrung kann auch der Motor abgeschaltet werden. Wer länger als eine Minute im Stau steht, bei dem lohnt es sich, den Motor abzuschalten und so Kraftstoff zu sparen, so der ADAC. "Behalten Sie zudem immer Ihre Tankanzeige im Auge, damit Sie rechtzeitig eine Tankstelle anfahren können." (SZ mit dpa)