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Bahn weist Schuld nach Crash von sich

Nach dem erneuten Zusammenstoß eines Trilex mit einem Baum sagt der Streckenbetreiber, dass er solche Unfälle auch künftig nicht ausschließen kann.

Der im Juli beim Zusammenstoß mit einem Baum beschädigte Oberlausitz-Express. Auf dem Zug der Länderbahn sind viele Zittauer Werbemotive aufgedruckt.
Der im Juli beim Zusammenstoß mit einem Baum beschädigte Oberlausitz-Express. Auf dem Zug der Länderbahn sind viele Zittauer Werbemotive aufgedruckt. © Länderbahn

Die Deutsche Bahn als Strecken-Betreiber des Ostsachsennetzes sieht bei sich keine Schuld am Zusammenstoß eines Oberlausitz-Expresses der Länderbahn Ende Juli mit einem Baum. Die Strecken würden regelmäßig von Mitarbeitern der Deutschen Bahn inspiziert, teilte eine Sprecherin auf SZ-Anfrage mit. "Stellen die Gutachter Mängel fest, die für die Verkehrssicherheit relevant sind, so werden sie dokumentiert und entsprechende Maßnahmen festgelegt. Dabei unterliegen Bäume als biologische Lebewesen sehr vielseitigen Umwelteinflüssen, die sich auf ihre Vitalität und Stabilität auswirken. Daher können wir nicht ausschließen, dass auch ein unauffälliger Baum unter ungünstigen Bedingungen wie beispielsweise Sturm oder lange Trockenheit umstürzt."

Der Zug mit Zittauer Werbemotiven war in der Nacht zum 22. Juli bei Arnsdorf mit einem umgestürzten Baum kollidiert. Nach Angaben der Länderbahn, der dieser Triebwagen gehört und ihn und andere unter dem Markennamen "Trilex" im Ostsachsennetz fahren lässt, war  dabei so stark beschädigt worden, dass er mehrere Wochen ausfallen sollte. Inzwischen ist er aber wieder unterwegs. 

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Allein zwischen Januar und November 2019 waren 13 Mal Züge im Ostsachsen-Netz zwischen Dresden und Zittau beziehungsweise Görlitz von Bäumen behindert oder beschädigt worden. Daraufhin schlugen die Länderbahn und die Bahnergewerkschaft Alarm. Die Bahn wollte darauf mit der Axt reagieren. Wie viel Bäume seitdem gefallen sind und wo weitere fallen müssen, konnte die Sprecherin trotz zweifacher Nachfrage nicht sagen.

Die Bahn unterteilt die Flächen links und rechts der Gleise in Bezug auf Vegetation in zwei Zonen. Beim ersten Bereich handelt es sich laut der Sprecherin um die sogenannte Rückschnittzone. Sie umfasst die Gleisanlagen, in denen keine Bäume wachsen dürfen. Sie beträgt rund sechs Meter. Die zweite ist die Stabilisierungszone. "Hier findet sich häufig Baumvegetation", so die Sprecherin der Deutschen Bahn. "Dieser Bereich wird durch geschultes Personal durch jährliche Inspektionen kontrolliert und überwacht. Unsere Mitarbeiter besitzen eine entsprechende Ausbildung und Fachkunde zur Begutachtung und Bewertung der Verkehrssicherheit von Bäumen." Ein Kahlschlag sei aus Gründen des Naturschutzes und der unterschiedlichen Eigentumsverhältnisse der Flächen entlang der Gleise nicht sinnvoll.

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