merken
PLUS Pirna

Neues Info-Zentrum zur neuen Supertrasse Dresden - Prag

Voraussichtlich ab 2022 soll es eine feste Anlaufstelle für Interessenten geben, um für Akzeptanz zu werben. Derzeit sucht die Bahn noch Räume.

Beispiel für einen Überholbahnhof vor einem Tunnelportal: Wo wird er an der künftigen Trasse Dresden-Prag liegen - in Heidenau oder bei Goes?
Beispiel für einen Überholbahnhof vor einem Tunnelportal: Wo wird er an der künftigen Trasse Dresden-Prag liegen - in Heidenau oder bei Goes? © Foto: Deutsche Bahn

Die Deutsche Bahn plant in Heidenau ein Informationszentrum zur geplanten Neubaustrecke Dresden-Prag. Nach Aussage von Martin Walden, Konzernbeauftragter der Bahn für die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, suche die Bahn derzeit nach geeigneten Räumen. Ziel sei es, das Informationszentrum in der ersten Jahreshälfte 2022 zu eröffnen und damit eine feste Anlaufstelle für Interessierte zu schaffen. Darin will die Bahn künftig Details und aktuelle Planungsstände zu der geplanten Neubaustrecke präsentieren. Dies soll dabei helfen, dass das Mega-Projekt auf eine breite Akzeptanz bei den Bürgern stößt.

Ein langer Tunnel bis Tschechien

Die neue Bahntrasse soll künftig zwischen Heidenau und Pirna von der bestehenden Elbtalstrecke abzweigen und durch einen mindestens 25 Kilometer langen Tunnel unter dem Erzgebirge hindurch bis Tschechien führen. Für den Trassenverlauf gibt es zwei Varianten: Zum einen eine teiloffene Strecke, die von Heidenau bis Pirna zunächst durch einen kurzen Tunnel verläuft, dann wieder auftaucht, um bei Dohma dann vollends im Tunnel zu verschwinden. Zum anderen gibt es eine Volltunnel-Variante, bei der die Trasse ab Heidenau vollständig im Tunnel bis Tschechien verläuft.

Anzeige
Wer kennt diesen Ort?
Wer kennt diesen Ort?

Jetzt an unserer Umfrage teilnehmen, 4 kurze Fragen beantworten und mit etwas Glück exklusive Preise gewinnen.

Die Dohmaer Bürgerinitiative "Basistunnel nach Prag", die im Vorfeld mehrere dieser Volltunnel-Varianten planen ließ, plädiert für diese Streckenführung - weil sie aus ihrer Sicht Menschen und Landschaft am wenigsten beeinträchtigt.

Klaus Brähmigs Brief an den Bahn-Vorstand

Die Ankündigung der Bahn, ein Info-Zentrum zu eröffnen, geht zurück auf einen Brief des früheren Bundestagsabgeordneten Klaus Brähmig aus Papstdorf. Er hatte im August an seinen ehemaligen Bundestagskollegen Ronald Pofalla geschrieben, der inzwischen Infrastruktur-Vorstand bei der Deutschen Bahn ist.

Brähmig schreibt, dass sich das Projekt Erzgebirgs-Tunnel nur im Einvernehmen mit der Bevölkerung realisieren lasse. Dabei spielten die Landschaftsästhetik, Lärmvermeidung und die Übernutzung von Verkehrsinfrastruktur in der sensiblen Region Sächsische Schweiz eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Volle Unterstützung für die Bürgerinitiative

Die hiesige Bürgerinitiative so Brähmig, habe seine volle Unterstützung. Denn die Akzeptanz aller regionalen Akteure sei bei der Realisierung dieses europäischen Verkehrsprojektes unabdingbar. Die Bevölkerung müsse bei solchen epochalen Infrastrukturprojekten mitgenommen werden. Als Beispiele führt Brähmig den Semmering-Basis-Tunnel in Österreich und den Gotthard-Tunnel in der Schweiz an.

Dort seien im Vorfeld solche Infopoints eingerichtet worden, um einheimische Besucher, Touristen und andere Interessenten zugleich mit all den Informationen auszustatten, die nachgefragt werden. Transparenz und uneingeschränkter Informationsfluss seien das A und O für ein Gelingen. Daher bat Brähmig Pofalla, auch hier eine solche Info-Stelle etablieren.

Bahn plant gleichwertig zwei Varianten

Walden antwortet, ohne die Beteiligung der Öffentlichkeit wäre das Vorhaben "Neubaustrecke Dresden-Prag" nicht da, wo es heute stehe. Die Bahn habe seit Beginn der Planung die Öffentlichkeit transparent und zeitnah über den aktuellen Stand der Planungen informiert und sei auf Hinweise der Bevölkerung eingegangen. Die Bahn werde nun zwei Varianten vertiefend untersuchen, zum einen eine Teiltunnelvariante mit Überholbahnhof in Goes, zum anderen eine Volltunnelvariante mit Überholbahnhof in Heidenau. Beide Varianten würden gleichwertig geplant.

Weiterführende Artikel

Pirna: "Es kann nur eine Volltunnel-Bahnstrecke nach Prag geben"

Pirna: "Es kann nur eine Volltunnel-Bahnstrecke nach Prag geben"

Eine Bürgerinitiative befragt die Bundestagskandidaten zur geplanten Trasse Dresden-Prag. Das Votum ist eindeutig, es gibt aber auch Bedenken.

Die Ergebnisse der Planungen, so Walden, würden wie bisher auch den Bürgern offen und transparent vorgestellt und erläutert. Hierfür plane die Bahn neben den bekannten Formaten wie Dialogforen und Bürgerinformationen auch die Einrichtung eines Informationszentrums in Heidenau.

Mehr zum Thema Pirna