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Sachsen zählt den Verkehr auf den Straßen

Die Datenerfassung ist die erste ihrer Art seit 2015. Vergangenes Jahr hatte die Corona-Pandemie eine Verschiebung erzwungen.

A4 nahe des Autobahnkreuzes Dresden-Nord: Hier müssen täglich über 100.000 Fahrzeuge durch.
A4 nahe des Autobahnkreuzes Dresden-Nord: Hier müssen täglich über 100.000 Fahrzeuge durch. © kairospress

Es ist wieder Zeit für Strichlisten: Am 6. April startet die bundesweite Zählung des Straßenverkehrs. Die alle fünf Jahre stattfindende Erhebung im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums war 2020 pandemiebedingt verschoben worden. Demnächst schwärmen die Trupps in ihren orangefarbenen Warnwesten erneut aus. Teilweise werden auch Daten automatisiert erfasst. Laut der für das Projekt zuständigen Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) gibt es Zählungen an 40.000 Standorten, die über ganz Deutschland verteilt sind.

Sachsen beginnt am 20. April mit der Aktion. Dabei ist die Niederlassung Ost der 2018 gegründeten Autobahn GmbH für die Autobahnen im Freistaat zuständig, das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) für Bundes- und Staatsstraßen. „Es beteiligen sich auch einige Landkreise, aber keine Kommunen“, erklärt der zuständige Projektleiter, Sascha Rudolf. Seinen Angaben zufolge wird es in Sachsen rund 1750 Zählstellen geben. Die meisten davon sind manuelle. „Das heißt, dort sind Mitarbeiter eines Personaldienstleisters vor Ort, um Strichlisten für sechs verschiedene Fahrzeugarten zu führen“, erklärt Rudolf. Um die wechselnden Verkehrsstärken abbilden zu können, wird nicht nur an Werktagen, sondern auch an Wochenenden und während der Ferien gezählt. In Leitpfosten integrierte Seitenradartechnik und Videokameras, wie sie in anderen Bundesländern verwendet werden, kommen in Sachsen und den meisten östlichen Bundesländern nicht zum Einsatz. Parallel dazu werden sogenannte Dauerzählstellen angezapft. Das sind Induktivschleifen, die in den Asphalt oder Beton eingelassen sind. Sachsenweit gebe es rund hundert solcher Zählstellen, die an 365 Tagen rund um die Uhr aktiv sind, erklärt Sascha Rudolf.

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Überall dort im Bundesgebiet, wo Kameras aufgestellt werden, dienten die Aufnahmen „ausschließlich der quantitativen Erfassung des Verkehrs“ und würden „im Anschluss vernichtet“, betont BASt-Sprecherin Petra Peter-Antonin.Insgesamt läuft der Zählmarathon bis Mitte Oktober. Die geprüften, aggregierten und hochgerechneten Daten dienen als Grundlage für die Verkehrsplanungen von Bund und Ländern. „Darüber hinaus werden sie beispielsweise auch von Forschungsinstitutionen, Bürgerinitiativen oder Verbänden für Lärm- und Emissionsberechnungen oder für Mobilitätsstudien genutzt“, erklärt Peter-Antonin. Ergebnisse der diesjährigen Zählung dürften frühestens im dritten Quartal des kommenden Jahres vorliegen.

104.000 Fahrzeuge täglich auf der A4 zwischen Dresden-Nord und Wilder Mann

Die Relevanz der Daten ist groß. Ob beispielsweise eine vierspurige Autobahn sechsspurig ausgebaut werden sollte, wird auch unter Verweis auf die ermittelte Verkehrsstärke diskutiert.

Wenig überraschend sind die Ergebnisse der letzten Verkehrszählung im Jahr 2015 hinsichtlich besonders belasteter Strecken. Demnach war der A4-Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Dresden-Neustadt und Dresden-Wilder Mann der am stärksten befahrene in ganz Sachsen. „Hier sind damals werktäglich 104.000 Fahrzeuge gezählt worden“, sagt Rudolf. Im Raum Chemnitz war es auf dem A4-Teilstück zwischen dem Kreuz Chemnitz und der Abfahrt Chemnitz-Mitte mit 83.800 Fahrzeugen pro Tag am vollsten. Die A72 zwischen Chemnitz-Rottluff und dem Kreuz zur A4 rangiert mit 71.800 Fahrzeuge deutlich dahinter.

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Doch selbst diese Zahlen dürften inzwischen überholt sein, sagt der 35-jährige Diplomingenieur. Ein wichtiger Faktor sei der Schwerlastverkehr durchs Transitland Sachsen. Laut den Werten der Dauerzählstellen hat der Anteil des Schwerverkehrs auf der A4 selbst in der Corona-Pandemie nicht maßgeblich nachgelassen.

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