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Südumfahrung Pirna: Postweg in Zehista ist wieder durchgängig frei

Die Arbeiten entlang der Seidewitz und der neuen Brücke sind beendet. In diesem Zug wurden auch Teile eines Wanderweges erneuert.

Neu asphaltiert: Der südliche Postweg führt jetzt von der Seidewitz als frisch asphaltiertes Band in Richtung Penny-Markt.
Neu asphaltiert: Der südliche Postweg führt jetzt von der Seidewitz als frisch asphaltiertes Band in Richtung Penny-Markt. © Deges

Der Postweg ist eine ziemlich lange Straße im linkselbischen Pirnaer Stadtgebiet. Sie beginnt an der Dippoldiswalder Straße und zieht sich über die Kohlbergstraße hinweg bis weit in den Süden. Dicht bebaut sind die Grundstücke beidseits des Postweges bis zur Kreuzung "Am Osthang"/"An der Seidewitz", danach kommen noch ein paar einzelne Häuser.

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Nach diesen letzten Häusern wird der Postweg dann von einer Fahrstraße zu einem Geh- und Radweg, als solcher kreuzt er per Brücke die Seidewitz, verläuft ein Stück parallel zu dem Flüsschen, um dann nach dem Hundesportplatz scharf abzubiegen, am Penny-Markt vorbeizuführen und weiter vorn auf die Zehistaer Straße zu münden.

Dieses hintere südliche Finalstück war vor allem frequentiert von Fußgängern, Gassi-Gehern, Radfahrern und Kunden des Supermarktes, die abseits der stark befahrenen Zehistaer Straße unterwegs sein wollten. Zudem übernimmt der Postweg in diesem Bereich noch eine weitere Funktion. Er ist Bestandteil des Wanderweges nach Weesenstein, dieser Pfad zweigt allerdings kurz vor der Seidewitz vom Postweg ab, bleibt auf der westlichen Seite der Seidewitz und führt dann über die Felder in Richtung Müglitztal.

Allerdings war der Postweg an dieser Stelle seit 2017, der Wanderweg nach Weesenstein seit 2019 blockiert und nicht mehr passierbar.

Weg-Blockaden sind Geschichte

Der Grund: Die Bauarbeiten an der neuen Pirnaer Südumfahrung, die im Bereich Zehistaer Straße, Penny-Markt, Hundesportplatz, hinterer Postweg und Seidewitz das Seidewitztal quert – mit zwei Brücken und einem dazwischen aufgeschütteten Damm.

Wegen dieser Arbeiten ließ die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und –bau GmbH (Deges), Bauherr der Südumfahrung, diesen Bereich schon 2017 sperren, als die sichtbaren Arbeiten an der Trasse starteten. Fachleute machten zunächst das Baufeld frei, Kampfmittel-Sondierer suchten nach Restmunition, Archäologen nach historischen Überbleibseln im Boden. Später schlossen sich die Gründungsarbeiten für die Seidewitzbrücke an, das Bauwerk selbst wurde im Juli 2018 betoniert.

Der Wanderweg in Richtung Weesenstein hingegen war erst seit Herbst 2019 an dieser Stelle dicht, da der ursprüngliche Trassenverlauf dieses Pfades die Bauarbeiten an der Südumfahrung bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht beeinträchtigte. Und nun sind beide Blockaden Geschichte.

Eine neue Treppe für den Wanderweg

Seit 7. Oktober sind beide Wege wieder durchgängig passierbar. "Sowohl der neue Zuweg zum Wanderweg nach Weesenstein als auch das Postwegstück unterhalb der Seidewitzbrücke wurden wieder zur öffentlichen Nutzung freigegeben", sagt Holger Noack von der Bauoberleitung der Südumfahrung.

An der Trassenführung des bis dato gesperrten Postweg-Abschnitts hat sich nichts geändert, er verläuft noch immer auf der gewohnten Route, kommt aber im Bereich der Brücke nun frisch asphaltiert daher, der Randbereich unter der Brücke ist gepflastert.

Bei dem Wanderweg hat sich hingegen einiges geändert. Er kommt zwar noch immer vom Postweg aus, quert aber nicht die Seidewitz, sondern bleibt auf der westlichen Seite des Flüsschens. Vom Postweg aus führt der Wanderweg nun auf einer neu gebauten Trasse ebenfalls unter der Seidewitzbrücke der Südumfahrung hindurch. Nach der Brücke geht es dann rechts über eine neue Treppe die steile Böschung hinauf, bis der umverlegte Pfad dann wieder auf den bestehenden Weesenstein-Wanderweg trifft.

Doch auch wenn beide Wege jetzt wieder frei sind, müssen Passanten in der nächsten Zeit gleichwohl noch mit Einschränkungen rechnen.

Im Juli 2018 betonierten Fachleute die Brücke über die Seidewitz. Doch schon vorher gab es untendrunter kein Durchkommen mehr.
Im Juli 2018 betonierten Fachleute die Brücke über die Seidewitz. Doch schon vorher gab es untendrunter kein Durchkommen mehr. © Archiv: Daniel Schäfer
Abgestuft: Neben der Brücke führt jetzt eine neue Treppe hinauf zum Wanderweg nach Weesenstein.
Abgestuft: Neben der Brücke führt jetzt eine neue Treppe hinauf zum Wanderweg nach Weesenstein. © Deges
Neu angelegt: Der Wanderweg nach Weesenstein führt vom Postweg kommend auf der anderen Seite der Seidewitz unter der Brücke hindurch.
Neu angelegt: Der Wanderweg nach Weesenstein führt vom Postweg kommend auf der anderen Seite der Seidewitz unter der Brücke hindurch. © Deges

Neues Speicherbecken fürs Regenwasser

Denn weitere, vorübergehende Sperrungen sind nicht ausgeschlossen. Nach Aussage von Holger Noack müssen auf der Seidewitzbrücke unter anderem noch die Fledermausschutzwände komplettiert werden. Dieser Schutz leitet die Fledermäuse auf eine bestimmte Flughöhe, damit sie nicht mit auf der Brücke fahrenden Autos zusammenstoßen. Während dieser Arbeiten müssen Postweg und Wanderweg aus Sicherheitsgründen temporär gesperrt werden.

Die Brücken über die Seidewitz sowie über die Zehistaer Straße nebst darunter liegendem Kreisverkehr sind schon seit geraumer Zeit fertig, ebenso der Damm zwischen den Brücken, der gesamte Komplex ist bereit für den Straßenbau. Derzeit nimmt auf den Brücken und dem Damm ein weiteres Projekt Formen an – eine Lärmschutzwand auf der nördlichen Seite, die die nahen Wohnhäuser an der Zehistaer Straße künftig von dem von der Südumfahrung ausgehenden Verkehrslärm abschirmen soll.

Die Fachleute haben unterdessen auch schon Teile der künftigen Auf- und Anfahrten von und zur Zehistaer Straße trassiert. Ein größeres Vorhaben in diesem Bereich steht aber noch aus. Auf dem Gelände nördlich der künftigen Südumfahrung – also zwischen Straßendamm und Wohnhäusern – entsteht bald ein größeres Rückhaltebecken. In diesem künstlichen Speicher wird zunächst das Oberflächenwasser der gesamten Südumfahrung gesammelt, um es von dort aus dann gedrosselt in die Seidewitz zu leiten.

Trasse zum Feistenberg wird geformt

Derweil sind die Arbeiter auch an dem Teilstück zwischen Seidewitztal und dem Pirnaer Autobahnzubringer weit vorangekommen. Der Tunnel für den Wirtschaftsweg in Höhe des Lindigt-Gutes sowie der nahe gelegene Fledermaustunnel sind fertig, ebenso die Brücke am Knotenpunkt Feistenberg, wo Südumfahrung und Autobahnzubringer aufeinandertreffen.

Derzeit formen die Fachleute die Rampen für die künftigen Auf- und Abfahrten, Verlauf und Radien lassen sich inzwischen schon gut erkennen. Sind diese Arbeiten erledigt und auch der restliche Trassenverlauf geformt, folgt dann der eigentliche Straßenbau vom Autobahnzubringer bis hinunter ins Seidewitztal. Trotz Verzuges an der Gottleubatalbrücke und am Kohlbergtunnel hält die Deges weiter an dem Zeitplan fest, die Südumfahrung insgesamt bis Ende 2023 fertigzustellen.

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