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Weniger Menschen unterstützen den Ausbau von Radwegen

Klimaschutz auf der Straße und auf der Schiene wird immer wieder diskutiert. Die Unterstützung für verkehrspolitische Maßnahmen sinkt einer Umfrage zufolge - aber es gibt Gegenbeispiele.

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Die Zustimmung zum Radwege-Ausbau sinkt, aber die für ein Tempolimit auf Autobahnen wächst.
Die Zustimmung zum Radwege-Ausbau sinkt, aber die für ein Tempolimit auf Autobahnen wächst. ©  Patrick Pleul/dpa (Archiv/Symbolfoto)

Essen. Ob beim Ausbau von Fahrradwegen, beim kostenlosen Nahverkehr oder bei der Kerosinsteuer: Verschiedene verkehrspolitische Maßnahmen zum Klimaschutz finden in Deutschland weniger Unterstützung als noch vor fünf Jahren. Das geht aus einer Studie im Auftrag des RWI - Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen hervor. Über die Ergebnisse hatte zuvor die "Zeit" berichtet.

Demnach unterstützen zwar fast drei Viertel (73 Prozent) und damit eine große Mehrheit der Befragten den Ausbau von Radwegen in Deutschland. Bei der vorangegangenen Erhebung 2022 waren es aber noch knapp 75 Prozent, 2019 knapp 81 Prozent. Auch einen kostenlosen Nahverkehr, eine Kerosinsteuer sowie den Ausbau der Infrastruktur für Elektromobilität befürworten im Jahr 2024 weniger Befragte als noch vor fünf Jahren.

Zustimmung für Tempolimit auf Autobahnen wächst

Es gibt aber auch Ausreißer. Die Zustimmung zu einem Tempolimit auf Autobahnen von 130 Kilometern pro Stunde stieg seit 2022 leicht um 1,2 Prozentpunkte auf rund 63 Prozent an. "Es ist die Einschränkung des Autorenfahrens mit der höchsten Akzeptanz", sagte Studienautor Mark Andor der "Zeit". 2019 hatten rund 55 Prozent der Befragten das Tempolimit befürwortet. Ein Verbot von Inlandsflügen wird der Umfrage zufolge von einer wachsenden Mehrheit abgelehnt. Gleiches gilt für höhere Parkkosten.

Die Befragten würden sich Maßnahmen zur Förderung von nachhaltiger Mobilität wünschen, hieß es in der Studie. "Maßnahmen, die das Autofahren einschränken oder verteuern, werden in der Tendenz jedoch (weiterhin) eher abgelehnt."

Für die repräsentative Umfrage hat das Forsa-Institut 6.107 Menschen online befragt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren mindestens 18 Jahre alt. Erfasst wurde ihre Zustimmung zu 25 verkehrspolitischen Maßnahmen. Die niedrigste Zustimmungsrate erzielte eine Geldprämie für die Abgabe des eigenen Autos (19 Prozent), die höchste Zustimmungsrate ergab sich mit 73 Prozent für den Radwege-Ausbau. (dpa)