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Worauf es beim Kauf eines E-Scooters ankommt

E-Tretroller gibt es ab ungefähr 200 Euro, sie können aber auch das Zehnfache kosten. Was macht den Unterschied?

Auf Schotterwegen wie diesen spielen E-Scooter mit luftgefüllten Reifen ihre Stärken aus. Doch der Komfort lässt sich noch steigern.
Auf Schotterwegen wie diesen spielen E-Scooter mit luftgefüllten Reifen ihre Stärken aus. Doch der Komfort lässt sich noch steigern. © dpa/Tobias Hase

Immer mehr Menschen nutzen die schlanken Elektroroller, um damit kürzere Distanzen zurückzulegen. Damit sinkt für viele die Hemmschwelle zum Kauf. Doch lohnt das überhaupt? Und wie findet man das passende Modell für sich selbst?

Zielgruppe Nummer eins seien Pendler, „die den E-Scooter für die Fahrt auf der letzten Meile einsetzen möchten“, sagt Marcel Mühlich vom Auto Club Europa (ACE). Auch für andere regelmäßige Kurzstrecken sei ein solches Vehikel sinnvoll, findet Lars Zemke vom Bundesverband Elektrokleinstfahrzeuge. „Viele Fahrten mit Auto oder Bus können problemlos durch den E-Scooter ersetzt werden.“ Aufsteigen und losfahren also? Ganz so einfach ist es nicht. Voraussetzung, um einen eigenen Roller überhaupt auf öffentlichen Straßen und Radwegen bewegen zu dürfen, sei dessen Straßenzulassung gemäß Elektrokleinstfahrzeugverordnung (eKFV), so Mühlich. Ob die vorhanden ist, zeigt ein Typenschild am Roller. Dieses muss das Gefährt explizit als „Elektrokleinstfahrzeug“ ausweisen.

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Außerdem muss die Genehmigungsnummer der Allgemeinen Betriebserlaubnis abzulesen sein. Die braucht man später auch für die verpflichtende Versicherung. Nur die Straßenzulassung stellt sicher, dass Kriterien wie bestimmte Maße, Maximalgewicht, Motorleistung, die Existenz zweier voneinander unabhängiger Bremsen sowie Vorder- und Rücklicht erfüllt sind. Zusätzlich ist eine Kfz-Haftpflichtpolice vorgeschrieben. Selbige müsse über eine Plakette hinten am Fahrzeug nachgewiesen werden, erklärt Zemke.

Wer seinen E-Scooter frisiert, also schneller macht als die erlaubten 20 km/h, verliert den Versicherungsschutz. „Kommt es dann zu einem selbst verschuldeten Unfall, muss der Rollerbesitzer für alle Schäden persönlich aufkommen“, sagt Zemke.

Kein Wunder also, dass ACE-Mann Mühlich den Sicherheitsaspekt noch vor Praktikabilität und Komfort als wichtigstes Kriterium bei der Kaufentscheidung sieht. „Eine Probefahrt ist Pflicht. Gut funktionierende Bremsen sind das A und O, und möglichst große Laufräder minimieren die Unfallgefahr durch Schlaglöcher“, zählt er auf. Einige Hersteller würden mittlerweile sogar Blinker verbauen, berichtet Lars Zemke. „Der Fahrer muss dann beim Abbiegen kein Handzeichen mehr geben. Damit ist die Gefahr gebannt, beim Abbiegen das Gleichgewicht zu verlieren.“

Im Fokus sollte auch die Praktikabilität bleiben. „Das Gewicht des Rollers und die Möglichkeit zum Einklappen sind elementar wichtig“, sagt Zemke. Wolle man das Fahrzeug fürs Pendeln nutzen, zähle bei der ÖPNV-Mitnahme jedes Kilo. Ist ein Roller nicht zu schwer und klappbar, dürfe er oft gratis als Gepäck mitgenommen werden. Beim Gewicht kommt auch der Akku ins Spiel. „Ein integriertes Ladegerät muss nicht extra mitgeschleppt werden, ein herausnehmbarer Akku lässt sich einfach ersetzen“, sagt Marcel Mühlich. Er rät zudem zu Luft- statt Vollgummireifen. „Die fangen Vibrationen bei unebenem Untergrund besser ab.“ Zusätzlichen Fahrkomfort garantiere eine Federgabel.

Solche Ausstattungsoptionen sind nicht zuletzt auch eine Frage des Preises. „Während günstige Exemplare beim Discounter ab 200 Euro zu haben sind, muss man für qualitativ bessere Modelle mit Luftbereifung, breitem Lenker und starkem Akku deutlich mehr zahlen“, so Zemke. Wer will, kann auch 2.000 Euro ausgeben.

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Für die Jungfernfahrt mit dem eigenen E-Scooter gilt laut Lars Zemke: „Nicht gleich auf die Hauptstraße.“ Schließlich müsse man sich mit Bremsverhalten, Beschleunigung und der Balance erst vertraut machen. Für diese Übungsfahrten empfiehlt Mühlich „eine große Freifläche, etwa einen leeren Parkplatz.“ Besondere Vorsicht sei beim Abbiegen und Bremsen, vor allem auf nasser Fahrbahn, geboten. (dpa)

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