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Zahl der Unfälle in Sachsen sinkt

Auch wegen der Corona-Pandemie gibt es deutlich weniger Unfälle in Sachsen. Doch nicht in allen Regionen gehen die Zahlen zurück.

Die Autobahn 4 bei Nossen ist derzeit ein Unfallschwerpunkt.
Die Autobahn 4 bei Nossen ist derzeit ein Unfallschwerpunkt. © Roland Halkasch

Der Lockdown im Zuge der Corona-Beschränkungen hat auch Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit im Freistaat. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Unfälle merklich gesunken. Die Polizei verzeichnete 93.442 Verkehrsunfälle auf Sachsens Straßen. Das entspricht im Vergleich zu 2019 einem Rückgang von mehr als 13 Prozent. Damals wurden 107.501 Unfälle erfasst.

Positiv ist zudem, dass weniger Menschen verletzt oder getötet wurden. Nach Angaben des Landespolizeipräsidiums sank die Zahl der bei Unfällen Getöteten im Jahresvergleich um zehn auf 150. Die Zahl der Schwerverletzten verringerte sich um mehr als zwölf Prozent auf 3.580. Prozentual noch stärker ging die Zahl der Leichtverletzten zurück – um mehr als 14 Prozent auf 11.041.

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„Die Corona-Lage hat offensichtlich auch einen Einfluss auf die Verkehrsunfallzahlen im Jahr 2020“, kommentierte Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar die im April vorgelegten Daten. Homeoffice und reduzierte Urlaubsmöglichkeiten hätten die Mobilität eingeschränkt. „Weniger Menschen auf Sachsens Straßen bedeuten auch weniger Unfälle“, betonte Kretzschmar.

Ein Thema im Bundestag

Die Unfallstatistik Sachsens ist auch Thema einer Bundestagsanfrage der Grünen, die vom Bundesverkehrsministerium beantwortet wurde. Demnach lag die Zahl der Unfälle zwischen 2015 und 2019 stets deutlich über der Marke von 100.000.

Die meisten Zusammenstöße ereigneten sich in diesem Zeitraum den Angaben zufolge innerorts, pro Jahr jeweils mehr als 80.000. Auf den Autobahnen registrierte die Polizei in diesen Jahren zwischen je 5.690 und 6.037 Unfälle. Die anderen Unfälle ereigneten sich auf Straßen außerhalb von Städten und Ortschaften,

Zu den Hauptursachen für Unfälle mit Verletzten oder Getöteten zählen nach offiziellen Angaben das Nichtbeachten der Vorfahrtsregeln, zu hohe Geschwindigkeit, mangelnder Abstand und Fehler beim Abbiegen. Eine mittelfristig rückläufige Entwicklung verzeichnet die Polizei bei der Zahl alkoholbedingter Unfälle. Sie sank von 1.804 (2015) auf 1.619 (2020).

Anders sieht das bei Zusammenstößen aus, bei denen Verkehrsteilnehmer unter Einfluss von Drogen standen. Die Zahl solcher Unfälle erhöhte sich um rund ein Drittel auf 298 – und das bei rückläufigem Verkehrsaufkommen. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 lag sie nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums in Sachsen bei 190.

Besorgnis erregt auch eine andere, negative Entwicklung. So stieg dem Landespolizeipräsidium zufolge die Zahl der verunglückten Radfahrer. Im Jahr 2019 lag sie bei 4.170, im vergangenen Jahr bei 4.500. Auch hier zeigt der mittelfristige Vergleich eine Zunahme. Im Jahr 2015 lag sie bei 3.889.

Dresden ist Unfallschwerpunkt

Landespolizeipräsident Kretzschmar appellierte an alle Verkehrsteilnehmer, „sich an die Regeln zu halten und gegenseitig Rücksicht zu nehmen, um unfallfrei ans Ziel zu kommen“. Sachsens Polizei werde zudem „in ihrer Kontrolltätigkeit nicht nachlassen“.

Die Grünen im Bundestag fragten auch nach dem Alter der bei Unfällen Verletzten. Die zahlenmäßig größte Gruppe bildeten der Ministeriumsantwort zufolge im vergangenen Jahr die 25- bis 34-Jährigen. 2.380 der mehr als 14.600 Verletzten waren in diesem Alter. Zudem sind offenbar Seniorinnen und Senioren besonders gefährdet. 2.345 der Verletzten waren älter als 65 Jahre.

Gefragt wurde auch nach regionalen Schwerpunkten. Die meisten Unfälle (mehr als 13.000) ereigneten sich im vergangenen Jahr in Dresden. Das einwohnerstärkere Leipzig lag auf dem zweiten Rang in dieser Erhebung (12.237). Mit deutlichem Abstand folgte der Landkreis Bautzen (7.298) vor den Kreisen Zwickau und Mittelsachsen. Die geringste Zahl wies der Landkreis Nordsachsen auf (4.769) auf, jeweils deutlich über 5.500 lag sie in den Kreisen Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

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Angaben liegen auch zur Zahl der Verletzten nach Art der Verkehrsteilnahme vor. Die meisten Unfälle mit Verletzten ereigneten sich im vergangenen Jahr auf Sachsens Straßen mit Autos (6.640), gefolgt von Fahrrädern. Mehr als 1.000 Fußgänger zogen sich Verletzungen zu, Motorräder waren 936 Mal in Unfälle mit Verletzten verwickelt.

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