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Guter Unfallschutz muss nicht teuer sein

Ein Test zeigt: Viele Tarife sind empfehlenswert. Auf einen Punkt sollten Kunden dabei aber besonders achten.

Ein Sturz kann langwierige Folgen für die Gesundheit haben.
Ein Sturz kann langwierige Folgen für die Gesundheit haben. © 123rf

Von Falk Zielke und Kornelia Noack

Es passiert schnell: Ein unachtsamer Moment, ein Sturz – und die Gesundheit leidet dauerhaft unter der erlittenen Verletzung. Mehr als neun Millionen Unfälle passieren pro Jahr in Deutschland. Die meisten gehen glimpflich aus. Ist die Gesundheit jedoch dauerhaft beeinträchtigt, kann eine Unfallversicherung hilfreich sein, um die finanziellen Folgen abzufedern. Die Experten der Stiftung Warentest bewerteten für die Zeitschrift Finanztest (7/2021) 112 Tarifangebote. Davon wurden 13 mit „sehr gut“ bewertet.

Wichtig zu beachten: Die Versicherungen zahlen nur, wenn tatsächlich ein dauerhafter Schaden entstanden ist, also zum Beispiel ein Arm steif bleibt. Damit die finanziellen Folgen in einem solchen Fall abgesichert sind, müssen die Versicherungssummen auch hoch genug sein. Getestet wurden daher nur Tarife, die bei Vollinvalidität mindestens 500.000 Euro und bei einer Invalidität von 50 Prozent mindestens 100.000 Euro auszahlen. Oftmals schließen Verbraucher eine Unfallversicherung mit ab, wenn sie beispielsweise Mitglied in einem Verkehrsclub werden oder eine Kreditkarte wählen, die solch eine Police als Zusatzleistung enthält. Bei diesen Angeboten liegen die Versicherungssummen laut den Warentestern in der Regel nur bei 30.000 oder 50.000 Euro, wenn der Versicherte voll invalide wird. Im Ernstfall reiche das nicht.

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Ein Ergebnis des Tests: Guter Versicherungsschutz muss nicht teuer sein. Bei den günstigen beginnen die mit „gut“ bewerteten Policen laut Finanztest ab 77 Euro pro Jahr („Silber“ von Basler). Der einzige „sehr gute“ Tarif startet bei 105 Euro jährlich für die niedrige Gefahrengruppe (Manufaktur Augsburg). Die Tarife „Premium (ohne Reiten, Ski- und Motorradfahren)“ von Waldenburger sowie „Optimum T18“ von Degenia liegen deutlich dahinter, bieten gute Leistungen und kosten 91 beziehungsweise 104 Euro jährlich.

Teure Police - mehr Kapitalleistung

Bei den leistungsstärksten ist der günstigste Tarif ab 189 Euro jährlich für die niedrige Gefahrengruppe zu haben („Premium Plus“ von Manufaktur Augsburg). Die mit Abstand höchsten Kapitalleistungen im Ernstfall bieten jeweils „Classic Plus“ von Huk-Coburg-Allgemeine und VRK. Sie kosten allerdings 277 beziehungsweise 305 Euro im Jahr. Ebenfalls top ist „XXL“ der Interrisk, der ab 394 Euro jährlich angeboten wird. Diese vier Tarife erhielten die Note 1,0.

Für Kunden in gefahrenträchtigen Jobs ist der Beitrag bei den meisten Tarifen höher. Das trifft auf viele Handwerkerberufe zu, aber beispielsweise auch auf Musiker. Einige Versicherer erheben zwar keine Zuschläge für risikoreiche Berufe, klammern aber Unfälle während der Ausübung der Jobs aus oder reduzieren die Leistungen im Schadensfall. Die Anhänger von Risikosportarten wie zum Beispiel Motorradfahren oder Bergsteigen müssen teilweise ebenfalls Zuschläge in Kauf nehmen. Hier lohnt es sich aber, genauer hinzuschauen: Einige Versicherer decken etwa Gokart-Fahren oder Fallschirmsprünge ab, andere nicht. Fragen zum Hobby sollten im Versicherungsantrag auf jeden Fall wahrheitsgemäß beantwortet werden. Schummeleien können im Ernstfall den Versicherungsschutz kosten.

Wer seine Unfallversicherung schon länger hat, kann über einen Wechsel nachdenken. Laut der Stiftung Warentest haben sich viele Angebote in den vergangenen Jahren verbessert. Ein Wechsel kann entweder Geld sparen oder zu höheren Auszahlungen im Schadensfall führen – im besten sogar Fall beides. (mit dpa)

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