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Restschuldversicherungen lohnen häufig nicht

Große Anschaffungen werden oft mit einem Kredit finanziert. Geldinstitute bieten dazu häufig eine Versicherung an, die helfen soll, wenn es eng wird.

Eine Restschuldversicherung soll einspringen, wenn man einen Kredit nicht mehr bedienen kann. Allerdings sind die Policen oft teuer.
Eine Restschuldversicherung soll einspringen, wenn man einen Kredit nicht mehr bedienen kann. Allerdings sind die Policen oft teuer. © dpa-tmn

Von Falk Zielke

Berlin. Egal ob Auto, Haus oder Möbel, bei teuren Anschaffungen greifen viele zu einem Darlehen. Oft bekommen Kunden beim Abschluss eine Restschuldversicherung angeboten. Die Idee klingt auch erst mal gut: Eine Versicherung sichert den Ausfall des Kredites vor bestimmten Risiken ab. Dann soll die Versicherung die Darlehensschuld zahlen.

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Doch ein Test der Stiftung Warentest von Restschuldversicherungen bei 25 Banken für die Zeitschrift Finanztest (12/2020) zeigt: Häufig greifen die Policen gar nicht, denn oft enthalten die Versicherungsbedingungen Einschränkungen. Bei den drei untersuchten Risiken Todesfall, Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit stellten die Tester zudem große Unterschiede bei der Absicherung fest.

Am besten war der Schutz beim Todesfallschutz. Hier schnitten 18 Banken „sehr gut“, sechs „gut“ und nur ein Anbieter „befriedigend“ ab. Im letzten Fall gab es viele Ausschlüsse für den Schutz wie Risikoschwangerschaften oder unbehandelte Erkrankungen des Bewegungsapparates, die zum Abzug führten.

Schlecht ist das Ergebnis nach Ansicht der Tester beim Schutz im Falle von Arbeitsunfähigkeit. 15 von 25 untersuchten Banken schnitten hier „mangelhaft“ ab. Das liegt vor allem an der Definition von Arbeitsunfähigkeit. Denn oft findet sich in den Bedingungen die abstrakte Verweisung. Laut dieser Klausel kann der Versicherer die Leistung verweigern, wenn der Versicherungsnehmer trotz Gesundheitsproblemen in einem ähnlichen Beruf arbeiten könnte.

Über Versicherungsumfang gut informieren

Auch der Schutz bei Arbeitslosigkeit konnte die Experten nicht überzeugen. Hier zahlen Versicherer häufig nur, wenn sie unverschuldet ist. 17 der 25 Banken schneiden für diese Absicherung nur „ausreichend“ oder „mangelhaft“ ab, insbesondere weil die Zeit, in der gezahlt wird, beschränkt ist.

Die Versicherungsprämie macht den Kredit teuer, wie ein Beispiel aus dem Test zeigt: Eine Bank verlangt für einen Kredit über 10.000 Euro 2,89 Prozent Zinsen. Sichert der Kunde nur das Todesfallrisiko ab, steigt der effektive Zins auf 5,12 Prozent. Mit Absicherung aller drei Risiken steigt der Zins sogar auf 12,30 Prozent. Die Versicherung in diesem Fall kostet nur für das Risiko Todesfall 531 Euro. Die Absicherung aller drei Risiken schlägt mit 2.280 Euro zu Buche. Der Kunde nimmt also hier einen Kredit von insgesamt 12.280 Euro auf, bekommt aber nur 10.000 Euro ausgezahlt, erklären die Experten.

Gut zu wissen: Kredit und Versicherung sind zwei verschiedene Verträge. Wer dazu gedrängt wurde, kann den Vertrag widerrufen – ohne Einfluss auf das Darlehen. Der Rat der Experten: Wer andere Sicherheiten hat, zum Beispiel Erspartes, kann auf die Police verzichten. (dpa)

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