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Kleiner Ort bekommt endlich Trinkwasser

Im Großhennersdorfer Ortsteil Schönbrunn sind immer wieder Brunnen ausgetrocknet. Nach drei Jahren Debatte kommt der Anschluss - günstiger als gedacht.

Endlich Trinkwasser im Haus: Darauf freuen sich die Schönbrunner jetzt schon.
Endlich Trinkwasser im Haus: Darauf freuen sich die Schönbrunner jetzt schon. © Rafael Sampedro

Die Schönbrunner werden an das Trinkwassernetz angeschlossen. Wie der Geschäftsführer des Wasserversorgers Sowag, Michael Kuba, mitteilte, soll die rund eine Million Euro teure Versorgungsleitung ab 19. Juli gebaut werden. Dem hat auch der Zweckverband Oberlausitzer Wasserversorgung in seiner jüngsten Sitzung nochmals zugestimmt, nachdem das Thema bereits früher vorbesprochen worden war.

Noch in diesem Jahr sollen nach Kubas Angaben die 3.273 Meter Versorgungsleitung, eine Druckerhöhungsstation und 545 Meter Hausanschluss-Rohre fertig verlegt werden. Ob das gelingt, wird allerdings davon abhängen, ob sich die Materiallieferungen für die Arbeiten nicht weiter verzögern. Derzeit gebe es beispielsweise beim Fertigteilhaus für die Pumpe Lieferzeiten von rund einem halben Jahr. "Aber das passt in unseren Bauplan bislang alles hinein", sagt Kuba.

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Sehr gute Nachrichten gibt es hingegen von der finanziellen Entwicklung des Projektes. Ein wichtiger Punkt, warum es zum geplanten Anschluss von 14 der 15 abgelegenen Grundstücke auch mehrere kritische Stimmen gab, waren die Kosten. Ursprünglich war von einer Investition von rund einer Million Euro ausgegangen worden. Nun aber könnte es erheblich günstiger werden: Mit 600.000 Euro für das Gesamtvorhaben wird die Bausumme derzeit taxiert. "Neben dem guten Ausschreibungsergebnis wurde die Planung optimiert - bei Trassen und Druckerhöhungsanlage - und die Verlegung der Rohre mit der Verlegung von Breitband-Kabeln koordiniert", erklärt Michael Kuba. Die Breitband-Verlegung im selben Atemzug war ohnehin ein Wunsch des Herrnhuter Bürgermeisters Willem Riecke (Herrnhuter Liste).

Anwohner und Gebührenzahler sparen

Wenn alles optimal läuft und die Kosten tatsächlich auf dem Niveau bleiben, profitieren davon nicht nur die 14 Grundstücksbesitzer in Schönbrunn, deren finanzielle Beteiligung am Anfang zwischen 20.000 und 40.000 Euro taxiert wurde, sondern auch alle anderen Gebührenzahler, über deren Beiträge ein anderer, wichtiger Teil der Finanzierung abgedeckt wird. Außerdem fließen Fördergelder des Freistaates in den Leitungsbau, wobei durch Nachverhandlungen eine Aufbesserung der Förderbedingungen erreicht worden war.

Damit auch die Kosten in Zukunft nicht in die Höhe schießen - immerhin kann bei einer so langen Leitung ein zu geringer Durchfluss schnell zum Problem werden - hat die Sowag mit den Grundstückseigentümern einen Vertrag geschlossen. So sei eine Mindestabnahme vereinbart worden. Dadurch will man vermeiden, dass die Schönbrunner nach dem Anschluss ans Netz die neue Leitung nur dann nutzen, wenn ihre Hausbrunnen nichts mehr hergeben, sonst sich aber über ihr günstigeres Brunnenwasser versorgen. Zu Trockenzeiten bei den Brunnen der Anwohner war es in den vergangenen drei Jahren immer wieder vermehrt gekommen. Zum Teil saßen Schönbrunner selbst zu Weihnachten auf dem Trockenen.

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