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Trinkwasser im Südkreis wird teurer

Der Wasserversorger Sowag erhöht die Preise für die Region Löbau-Zittau. Schuld daran ist auch der Klimawandel.

Symbolbild
Symbolbild © Dietmar Thomas

Das Trinkwasser in den meisten Kommunen des Südkreises wird zum Jahresbeginn teurer. Der Zweckverband Oberlausitz Wasserversorgung hat in seiner jüngsten Verbandsitzung die Kalkulation der Süd-Oberlausitzer Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsgesellschaft (Sowag) für den ab dem 1. Januar geltenden fünfjährigen Kalkulationszeitraum genehmigt.

Nach einer Mitteilung der Sowag steigt der Wasserpreis im Versorgungsgebiet um zehn Cent pro Kubikmeter auf 1,62 Euro. Zuzüglich Mehrwertsteuer kostet der Kubikmeter Wasser die Verbraucher dann 1,73 Euro statt wie bisher 1,63 Euro. Auch der Grundpreis steigt. Für ein Ein- bis Zweifamilienhaus beträgt die Steigerung demnach 1,60 €/ Monat, auf nunmehr 13,37 (inklusive Steuer) statt wie bisher 11,66 Euro. Für jede weitere Wohneinheit in Grundstücken mit drei und mehr Wohnungen von 5,24 Euro auf 5,99 Euro monatlich.

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Weniger Verbraucher müssen sich gestiegene Kosten teilen

Für die Preiserhöhung gibt es ein ganzes Bündel von Gründen. "Zum einen waren Bauarbeiten in den letzten Jahren ein Preistreiber", sagt Sowag-Geschäftsführerin Heike Neumann auf SZ-Anfrage. Bedingt durch den Bauboom hätten sich die Preise der Baufirmen erheblich erhöht.

Ein weiterer Grund ist der dem Bevölkerungsrückgang geschuldete stetig sinkende Wasserverbrauch. Die Wasserversorgung darf nicht kommunal bezuschusst werden, sondern muss kostendeckend mit den Einnahmen von den Verbrauchern wirtschaften. Weil so immer weniger Verbraucher die Kosten für ein gleich groß gebliebenes Leitungsnetz tragen müssen, sind Preiserhöhungen unausweichlich.

"Die Hitzesommer der letzten Jahre haben durch den in diesen Monaten erhöhten Bedarf den Bevölkerungsrückgang zwar ausgeglichen", sagt Heike Neumann. Das aber führte zu anderen Problemen - solchen durch außerordentliche Belastung der Anlagen im Sommer. "Seit einigen Jahren stellen die veränderten klimatischen Bedingungen vor allem in den Sommermonaten jedoch gleichzeitig höhere Anforderungen an die Vorhalteleistung, um diese Spitzen im Trinkwasserbedarf zu bedienen", teilt die Sowag mit. Dies mit dem allgemein sinkenden Bedarf in Einklang zu bringen und dabei jederzeit qualitativ einwandfrei und im benötigten Umfang zu versorgen, erfordere regelmäßige Investitionen in den Erhalt und die Entwicklung der Wasserversorgungsanlagen. So verursachte die Trockenheit in den letzten Jahren in manchen Kommunen auch Leitungsbrüche, die teuer repariert werden mussten.

"Durch die Baupreisentwicklung der letzten Jahre sind aber gerade die Aufwendungen für diese Leistungen drastisch gestiegen", teilt die Sowag mit. Das wirke sich bei einem Versorgungsnetz von über 1.000 Kilometern im besonderen Maß aus. Nur durch deutliche Einsparungen habe man die Wasserpreise in den letzten 20 Jahren vergleichsweise stabil halten können.

Wieviel Euro die Preissteigerung jährlich ausmacht

So sei der Schuldenstand gesenkt und der Personaleinsatz reduziert worden. Doch auch diese und weitere Effizienz-Maßnahmen "können auf Dauer die vorgenannten Kosten- und Verbrauchsentwicklungen nicht völlig ausgleichen", erklärt die Sowag. Die aktuelle Preissteigerung bedeute für den Großteil der Kunden Mehrkosten von acht bis zwölf Euro pro Einwohner jährlich. "Im Vergleich der sächsischen Trinkwasserpreise liegt die Sowag auch nach dieser Preiserhöhung im Mittelfeld", heißt es. Dabei habe die Sowag bezüglich der Kennzahlen Bevölkerungsentwicklung und Rohrnetz je zu versorgenden Einwohner in Sachsen mit die nachteiligsten Bedingungen.

Zum Versorgungsgebiet der Sowag gehören sämtliche Kommunen im ehemaligen Kreis Löbau/Zittau außer Ostritz. Die beiden Städte Löbau und Zittau sind nicht Mitglieder des Verbandes, weil sie die Wasserversorgung mit eigenen Stadtwerken vornehmen.

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