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Wirtschaft

Wasserstoffbranche hofft auf Förderung

Sächsische Firmen hoffen auf eine Millionenförderung der Bundesregierung. Ziel ist der Aufbau eines Marktes für "grünen Wasserstoff".

Ein Fahrzeug mit Wasserstoffantrieb steht in einer Halle der Fahrzeug-Entwicklung Sachsen (FES)
Ein Fahrzeug mit Wasserstoffantrieb steht in einer Halle der Fahrzeug-Entwicklung Sachsen (FES) © dpa/Hendrik Schmidt

Chemnitz. Sächsische Unternehmen wollen beim Aufbau einer europäischen Wasserstoffwirtschaft vorn mitmischen und haben dazu zwei Projekte bei der Bundesregierung eingereicht. Beteiligt seien sieben Unternehmen mit weiteren Partnern, sagte Karl Lötsch, Geschäftsführer des Innovationsclusters "HZwo", der Deutschen Presse-Agentur in Chemnitz. Damit hoffen sie auf eine Förderung von Bund und Land in dreistelliger Millionenhöhe. Ziel des Programmes ist der Aufbau eines Marktes für "grünen Wasserstoff".

Sogenannter grüner Wasserstoff wird ausschließlich mit erneuerbarer Energie gewonnen. Er kann als Basis für Kraft- und Brennstoffe dienen, um etwa in Industrie und Verkehr die Nutzung von Kohle, Öl und Erdgas abzulösen. Die Bundesregierung will deswegen den Ausbau erneuerbarer Energien aus Wind und Sonne in Deutschland vorantreiben. Deutschland und Europa wollen sich eine Vorreiterposition bei dem Zukunftsthema sichern.

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Zum Verbund "H2-SARA" gehören laut Lötsch vier Unternehmen mit mehr als 2000 Arbeitsplätzen: Sunfire aus Dresden, Voith aus Zschopau, WätaS aus Olbernhau und Vitesco Technologies aus Limbach-Oberfrohna. Ziel sei es, Fertigungskapazitäten für sogenannte Elektrolyseure-Anlagen, in denen aus Wasser und Strom Wasserstoff erzeugt wird, von jährlich 6,5 Gigawatt zu schaffen sowie Produktionsanlagen für Brennstoffzellen im Volumen von 7 Gigawatt pro Jahr.

Auf diese Weise sollen Grundlagen geschaffen werden, dass sogenannte Gigafactories für Wasserstoff gebaut werden können. "Ohne solche Fertigungskapazitäten kann ein Markthochlauf nicht funktionieren", betonte Lötsch. Der Markt für Elektrolyseure werde weltweit auf insgesamt 270 Gigawatt bis 2030 geschätzt.

Im zweiten Vorhaben "LHyVe" soll in der Region Leipzig eine gesamte Wertschöpfungskette von der Produktion über Speicherung und Transport bis hin zum Endverbrauch von "grünem Wasserstoff" umgesetzt und mit anderen europäischen Projekten vernetzt werden. Dabei geht es um Bau und Betrieb einer Anlage für 42 000 Tonnen synthetischen Flugkraftstoff pro Jahr sowie 1500 Tonnen "grünem Wasserstoff".

200 Projektskizzen beim Wirtschaftsministerium eingereicht

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Nach Auskunft des Bundeswirtschaftsministeriums wurden in dem sogenannten Interessenbekundungsverfahren etwa 200 Projektskizzen aus allen Teilen Deutschlands eingereicht. "Das ist ein großer Erfolg und zeigt das hohe Interesse an Wasserstoffprojekten und das Interesse und die Bereitschaft zu Investitionen in Wasserstofftechnologien", teilte das Ministerium auf Anfrage mit. Ähnliche IPCEI-Verfahren für wichtige Projekte im europäischen Interesse (IPCEI/Important Project of Common European Interest) hat es etwa im Bereich der Mikroelektronik gegeben.

Die bis Mitte Februar eingereichten Vorhaben würden nun gesichtet, und es werde eine Vorauswahl getroffen, hieß es. Diese würden dann mit anderen europäischen Vorhaben vernetzt und einer vertieften Prüfung unterzogen. (dpa)

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