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Wie Sachsen zum Bike-Land wird

Die Nachfrage nach Fahrrädern ist seit Pandemie- Beginn deutlich gestiegen. Als „Cycling Saxony“ wollen die Hersteller noch bekannter werden.

Verstopfte Straßen, Ansteckungsgefahr im ÖPNV – seit Pandemiebeginn steigen immer mehr Menschen aufs Rad um. Die Hersteller verzeichnen Verkaufsrekorde.
Verstopfte Straßen, Ansteckungsgefahr im ÖPNV – seit Pandemiebeginn steigen immer mehr Menschen aufs Rad um. Die Hersteller verzeichnen Verkaufsrekorde. © AdobeStock

Plötzlich strampelt gefühlt jeder - mit reiner Muskelkraft oder sanft unterstützt vom Elektromotor. Keine Frage: Radfahren liegt im Trend. Und das spüren auch die Hersteller. Nach Information des Zweirad-Industrie-Verbands stieg der Umsatz in der Branche 2020 um fast 61 Prozent auf 6,44 Milliarden Euro. Die Produktion in Deutschland nahm um satte elf Prozent zu. Auch in Sachsen vermelden Fahrrad-Produzenten Rekordnachfragen. Bei der Traditionsmarke Diamant in Hartmannsdorf bei Chemnitz etwa stieg die Zahl der täglich produzierten Räder um runde 50 Prozent. Die Wirtschaftsförderung Sachsen will den Boom nutzen und die Marke „Cycling Saxony“ auch international bekannt machen. Die Fahrradbranche habe in Sachsen eine lange Tradition, die es erfolgreich weiterzuentwickeln gelte - auch mit Blick auf die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Sachsen insgesamt, so Thomas Horn, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Sachsen.

Dort plant man gegenwärtig Verschiedenes, um die Fahrradbranche noch bekannter zu machen. „Den Auftakt dazu wird es am 9. November im Rahmen eines Networking-Events in Dresden geben, der die sächsischen Unternehmen der Fahrradbranche erstmals zusammenbringen soll“, so Horn.

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Der große Vorteil in Sachsen: Hier seien „über die gesamte Wertschöpfungskette spezialisierte Unternehmen aktiv – Fahrrad- und Komponentenhersteller, Zubehör-, Ausstattungs- und Bekleidungsproduzenten, Fahrradhändler und Anbieter von Fahrradreisen sowie spezialisierte Zulieferer.“ Wachstumspotenzial sieht man vor allem in innovativen Fertigungstechnologien und Hightech-Produkten sowie eben der Fertigung vor Ort und mit kurzen Wegen. Vor allem E-Bikes gelten gegenwärtig als zukunftssicher. Die Nachfrage nach den Bikes ist ungebrochen. Und sie gibt auch anderen Herstellern Arbeit. Wer häufig radelt, braucht passende Kleidung, Taschen, Rucksäcke... Nicht zuletzt werden Entwicklungen beim Batteriemanagement und beim Recycling von Akkus immer wichtiger. Auch hier gibt es in Sachsen beachtliche Kompetenzen.

Blick über den Tellerrand

Die Tatsache, dass die Hersteller-Landschaft im Freistaat eher kleinteilig ist, kommt dem besonderen Bedürfnis nach Individualisierung – sei es bei Zubehör, Kleidung oder Farbgebung – entgegen. Mit „Cycling Saxony“ soll nach dem Vorbild der Silicon Saxony-Initiative ein Netzwerk entstehen, dass eben diese Besonderheiten fördert und – auch international – konkurrenzfähig macht. „Ziel von Cycling Saxony ist es, Sachsen zu einem der führenden Standorte der Fahrradwirtschaft in Europa - zum Fahrradland Sachsen - zu machen. Sachsen hat alles, was es braucht, um wesentliche Teile der Wertschöpfung aus Fernost zurückzuholen und technologisch auf höchstem Niveau kosteneffizient abzubilden“, so Roman Elsner von Cycling Saxony. Dafür wolle man die hier ansässigen Unternehmen „bestmöglich unterstützen und neue Unternehmen motivieren, ihr Geschäft nach Sachsen zu verlagern oder in Sachsen zu starten“.

Anfang Dezember werden sich Vertreter niederländischer Unternehmen über die Vorzüge des Fahrradlandes Sachsen informieren. Die Niederlande sind für Deutschland das wichtigste Exportland von Fahrrädern, gefolgt von Österreich und Polen. Im Gegenzug soll 2022 im Rahmen der Internationalisierungsoffensive Sachsen (IOSax) eine Reise in die Niederlande stattfinden. Ebenfalls nächstes Jahr soll es den ersten “Sachsen-live„-Gemeinschaftsstand der WFS auf der Eurobike, der weltweit größten Leitmesse im Fahrradsektor in Frankfurt/Main, geben. (WeSZ)

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