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Wirtschaft in Sachsen - Das Wochen-Briefing

+++ Kretschmer kritisiert vorzeitigen Kohleausstieg +++ Tausend neue Arbeitsplätze in Leipzig +++ Engpässe und Energiepreise bremsen Aufschwung +++

Sachsen kritisiert den geplanten vorzeitigen Kohleausstieg scharf.
Sachsen kritisiert den geplanten vorzeitigen Kohleausstieg scharf. © Patrick Pleul/dpa/Montage: SZ

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die Aufregung ist groß. Aber Hand aufs Herz. Wen überrascht das wirklich, dass in einem Sondierungspapier unter Beteiligung der Grünen das Ziel benannt wird, schneller aus der Kohle auszusteigen. Im Wortlaut heißt es: "Idealerweise gelingt das schon bis 2030". Das Ziel Kohleausstieg bis 2030 ist noch nicht festgeschrieben, es wird angestrebt – wenn die Voraussetzungen dafür vorhanden sind. Das sind ein massiver Ausbau erneuerbarer Energien und die Errichtung moderner Gaskraftwerke, die auch auf klimaneutrale Gase umgestellt werden können. Klingt eigentlich ganz plausibel.

Das eigentliche Problem ist doch, dass Sachsen Gefahr läuft, sich seinen Vorsprung Ost bei Zukunftstechnologien selbst zu verbauen. Die Verabschiedung der sächsischen Wasserstoffstrategie wurde vergangene Woche wieder von der Tagesordnung des Kabinetts genommen, weil sich Grüne und CDU nicht auf den Ausbaupfad bei erneuerbaren Energien einigen können. Der ist aber notwendig, wenn in der Strategie als Ziel der Aufbau einer Wertschöpfungsketten für grünen Wasserstoff ausgegeben wird.

Dem Vernehmen nach wollen einige CDU-Politiker und Landräte keine Debatte um Windräder vor der nächsten Landratswahl im nächsten Jahr. Und nach der Landratswahl kommt dann bald die nächste Landtagswahl und damit wieder ein Grund, sich gegenseitig zu blockieren.

Sachsens Politiker sollten sich bald entscheiden, ob sie den Mut aufbringen, gemeinsam und konsequent die notwendigen Rahmenbedingungen für eine klimaneutrale Zukunft der sächsischen Wirtschaft zu setzen. Oder ob sie weiter Menschen in der Hoffnung bestärken wollen, diese Veränderungen ließen sich aufhalten. Dies wird nicht der Fall sein.

Ihre Nora Miethke, Leiterin Wirtschaftsredaktion sächsische.de


Das Wichtigste aus Sachsens Wirtschaft

+++ Früherer Kohleausstieg: Kretschmer sieht Vertrauensbruch +++

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat ein Vorziehen des Kohle-Ausstiegs auf 2030 scharf kritisiert. "Das ist ein großer Vertrauensbruch gerade vonseiten der SPD und FDP", sagte Kretschmer gegenüber saechsische.de. "Gute Politik zeichnet sich auch dadurch aus, Konflikte zu befrieden und Interessen auszugleichen." SPD, Grüne und FDP hatten sich in ihrer Koalitionssondierung auf einen früheren Kohleausstieg verständigt - eventuell schon bis 2030 statt 2038. "Es ist den Beteiligten offenbar nicht klar, dass sie in Kürze die Verantwortung für das größte Industrieland Europas haben", so Kretschmer. Auch Politiker, Wirtschaftsvertreter und Gewerkschafter in der Lausitz fordern mehr Zeit. Anderen hingegen ist auch das Jahr 2030 schon zu spät.

Daneben enthält das Sondierungspapier aber auch einen Passus zum Osten, der bislang wenig debattiert wurde. Bereits auf Seite zwei beschreiben die Ampel-Sondierer das Vollenden der inneren Einheit "sozial und wirtschaftlich" als eine Aufgabe.

+++ Luxus-Modehändler zieht nach Leipzig +++

Mytheresa, die führende Online-Plattform für Luxusmode, kommt nach Leipzig. Wie das Unternehmen am Mittwoch bekanntgab, will die Intaurus Unternehmensgruppe Anfang kommenden Jahres ein etwa 55.000 Quadratmeter großes Logistikzentrum am dortigen Flughafen errichten. Intaurus mit Sitz in Dachau entwickelt und verwaltet Industrie-, Logistik- und Gewerbeimmobilien. Mit dem Neubau wolle Mytheresa seine Kunden in aller Welt und in Deutschland noch effizienter und schneller bedienen, hieß es. In den nächsten Jahren sollen bis zu 1.000 Mitarbeiter eingestellt werden.

+++ Engpässe und Energiepreise bremsen Aufschwung +++

Materialengpässe sowie steigende Energiepreise bremsen einen stärkeren Aufschwung der sächsischen Wirtschaft - gerade in der Industrie. Das geht aus der am Montag veröffentlichten Herbstkonjunktur-Umfrage der Sächsischen Industrie- und Handelskammern hervor. Auch Fachkräftemangel nannten 60 Prozent der befragten Unternehmen als Risikofaktoren. Der IHK-Geschäftsklimaindex stieg jedoch von 98 Punkten im Frühjahr auf aktuell 122 Zähler. Das sei ein Zwei-Jahreshoch und übertreffe sogar das Vorkrisen-Niveau, hieß es. Die Konjunkturumfrage der Dresdner Industrie- und Handelskammer hatte in der Vorwoche ähnliche Ergebnisse hervorgebracht.

Unterdessen haben führende Wirtschaftsforschungsinstitute eine schwächere wirtschaftliche Erholung für die ostdeutschen Bundesländer vorausgesagt als für Deutschland insgesamt. Der Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2021 dürfte in Ostdeutschland mit 1,8 Prozent ausfallen, teilten die Institute in der vergangenen Woche mit. Im Bund rechnen die Experten mit einem Wachstum von 2,4 Prozent. Laut den Instituten dürfte sich der Abstand im Jahr 2022 noch weiter vergrößern. Nach Angaben der Prognose steigt das Bruttoinlandsprodukt im Bund im Jahr 2022 um 4,8 Prozent, im Osten um 3,6 Prozent.


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