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Wirtschaft in Sachsen - Das Wochen-Briefing

+++ Neue Corona-Hilfen +++ Maskenpflicht wird verschärft +++ Oberwiesenthal hofft auf Rettung für Skisaison +++ Neue Modelle für Porsche-Werk +++

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Wirtschaftsminister Martin Dulig hat am Mittwoch neue Corona-Hilfen angekündigt.
Wirtschaftsminister Martin Dulig hat am Mittwoch neue Corona-Hilfen angekündigt. © ronaldbonss.com

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Guten Morgen,

vor einem Jahr dachten wir: Okay, dieses Weihnachten bleiben wir zu Hause, feiern in kleinster Familienrunde, aber nächstes Jahr sieht alles anders aus. Dann gibt es den Impfstoff und der Spuk ist bald vorbei. Doch das ist er nicht. Wir müssen uns auch dieses Weihnachten und die zweite Wintersaison von der Pandemie massiv einschränken lassen. Und die fünfte Infektionswelle rollt heran.

Seit Ausbruch von Covid-19 reden und malen wir uns immer wieder den Neustart "nach Corona" aus. Hoteliers, Händlerinnen, Kinobetreiber und viele andere haben ihn schon nach den einzelnen Lockdown-Phasen mehrfach durchgemacht. Ihre Kräfte für die nächste Zwangspause und den nächsten Neustart schwinden.

Umso wichtiger ist es, wie wir in das neue Jahr starten, ob für uns das Glas halb voll oder halb leer ist. Für meinen Kollegen Georg Moeritz ist das Glas halb voll. Während andere Zeitungen ihre Berichterstattung über die Konjunkturprognose für Sachsen und Ostdeutschland überschrieben mit "Vierte Corona-Welle bremst Konjunkturerholung in Sachsen aus" titelte er "Warum Sachsens Wirtschaft so stabil durch die Krise kommt". Lesen Sie seine Analyse.

Um Zuversicht und Optimismus zu tanken, hilft es auch, sich die positiven Erfahrungen in dieser Krise in Erinnerung zu rufen. Christian Greiner musste 2020 die gerade erst wieder eröffnete Wöhrl-Filiale in Dresden nach nur wenigen Tagen schließen wegen Corona. "Unsere Kunden sind umgehend zurückgekommen", berichtet er im Interview und beschreibt, warum er nach wie vor große Hoffnungen in den Standort Dresden setzt.
Die Redaktion von "Wirtschaft in Sachsen" wünscht Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2022, in dem wir die Pandemie hoffentlich hinter uns lassen können.

Herzlichst,

Ihre Nora Miethke, Leiterin Wirtschaftsredaktion sächsische.de


Das Wichtigste aus Sachsens Wirtschaft

+++ Dulig kündigt neue Corona-Hilfe an +++

Sächsische Unternehmer können im nächsten Jahr pauschal je 4.750 Euro Zuschuss vom Staat bekommen, wenn sie durch Corona ausgebremst wurden und bisher in kein Förderprogramm passten. Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) sagte am Mittwoch, niemand solle "durchs Raster fallen". Das neue Programm "Sachsen plus" könne beispielsweise Kosmetikern helfen oder Künstlern, deren Adventsauftritte gestrichen wurden. Den Begriff Unternehmerlohn will Dulig aber lieber nicht verwenden.

Derweil hat Sachsen nach den Beratungen von Bund und Ländern seine Corona-Regeln angepasst. Demnach gilt ab 28. Dezember auch beim Einkaufen und in anderen Innenräumen eine FFP2-Maskenpflicht. Außerdem sind bei privaten Feiern und Zusammenkünften von Geimpften und Genesenen ab 28. Dezember nur noch maximal zehn Personen erlaubt - nicht mitgezählt werden Kinder bis zum vollendeten 16. Lebensjahr. Bei Beerdigungen gibt es eine Kontaktbeschränkung auf 20 Personen. Welche Regeln über Weihnachten und Silvester gelten, fasst sächsische.de hier zusammen. Die 2G-Regelung für Cafés und Restaurants bleibt nach einem Gerichtsbeschluss bestehen.

+++ Vorjohann: Konjunkturprogramm nicht nötig +++

Der SPD-Fraktionschef im Landtag, Dirk Panter, wirbt erneut für die Schaffung eines Zukunftsfonds, um zusätzliche Investitionen zu finanzieren. Im Interview mit sächsische.de erklärt er, wie: "Wir schlagen vor, dass Sachsen seine Einzahlungen in den Beamtenpensionsfonds verringert und das so gesparte Geld einem Fonds für Zukunftsinvestitionen, dem 'Sachsenfonds 2050', zuführt." Der Pensionsfonds solle später wieder aufgefüllt werden. Das Geld - jährlich 400 bis 500 Millionen Euro - will die SPD für die Digitalisierung, die Verkehrs- und Klimawende, den ökologischen Umbau der Wirtschaft und wichtige Investitionen in den Kommunen ausgeben.

Derweil hat Finanzminister Hartmut Vorjohann (CDU) betont, dass er keine Notwendigkeit für ein Konjunkturprogramm nach der Pandemie sieht. "So, wie es momentan läuft, brauchen wir das nicht,", sagt er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Die Wirtschaft habe ganz andere Probleme - steigende Inflation, galoppierende Baupreise und Unterbrechungen in den Lieferketten. Ein Konjunkturprogramm wäre bei anziehender Konjunktur nichts anderes als Geld zu verbrennen. "Man muss es nur schaffen, durch diese Zeit zu kommen, damit wieder Normalität einzieht. Dann brummt es von allein." Die Finanzpolitik der Landesregierung war auch am Mittwoch Thema bei einer Aktuellen Stunde des Landtags. Grüne und CDU lehnten den SPD-Vorschlag ab.

+++ Oberwiesenthal hofft noch auf Skisaison +++

Trotz der derzeit coronabedingten Schließung macht sich Oberwiesenthals Bürgermeister Hoffnung, die für den Ort elementar wichtige Ski-Saison doch noch irgendwie zu retten. "Wir leugnen nichts an der Corona-Situation und sehen, dass Krankenhäuser überlastet sind", sagt er im Podcast von saechsische.de. Ziel sei es aber, Ski-Betrieb und Beherbergungen unter 2G-Bedingungen zu ermöglichen - vergleichbar der Regeln im Einzelhandel oder anderen Bundesländern. Konkret geht es um den 9. Januar als Starttermin. Die Stadt will für alle Sicherheitsmaßnahmen selbst Sorge tragen und kann neben den Kontrollen von Impfzertifikaten auch zusätzlich Testangebote vor Ort schaffen.

+++ Zwei neue Modelle für Porsche-Werk? +++

Porsche baut in seinem Werk in Leipzig wohl künftig mehr Elektro-Modelle als bislang bekannt war. Zu dem neuen SUV E-Macan, der Anfang 2023 in Serie gehen soll und für dessen Produktion der Autohersteller das Werk erweitert, sollen zwei weitere E-Modelle kommen. Nach Informationen der Automobilwoche soll 2024 oder 2025 die Produktion eines voll elektrischen Panamera-Nachfolgers starten. Bei dem zweiten Modell soll es sich um das eigentlich für Hannover vorgesehene Modell Artemis handeln. Porsche will sich dazu nicht äußern. Die Leipziger Volkszeitung berichtet.

Im Interview mit sächsische.de spricht die erste Frau im Porsche-Vorstand, Barbara Frenkel, über die Chipkrise. "Wir sind besser als andere Werke durch die Krise gekommen. Auch wegen unseres sportlichen Handelns und täglichen Nachsteuerns", sagt sie.

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