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Wirtschaft in Sachsen - Das Wochen-Briefing

VW wieder im Vollzeit-Modus + Haushalt beschlossen, Steuer steigt + Mittelstand soll von Leichtbau-Innovationen profitieren + Die Schokoriegel-Revolution

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Im Zwickauer VW-Werk wird wieder in drei Schichten an E-Autos geschraubt. Die Lieferprobleme von Teilen aus der Ukraine sind behoben.
Im Zwickauer VW-Werk wird wieder in drei Schichten an E-Autos geschraubt. Die Lieferprobleme von Teilen aus der Ukraine sind behoben. © Volkswagen AG

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die Ansiedlungen von Tesla in Grünheide und Intel in Magdeburg sorgen für Optimismus, dass es jetzt vielleicht endlich mit einem neuen Wirtschaftsaufschwung Ost klappt. Das wurde auch Anfang der Woche auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum deutlich. Die ostdeutsche Wirtschaft stehe mit Rückenwind da und habe die westdeutsche Wirtschaft in einigen Bereichen sogar schon überholt, lobte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Welche das sind, verriet er nicht. Dafür schwärmte er von der "krassen Dynamik", die er bei seinem Besuch im Industriepark Leuna erlebte und die ihn "total geflasht" habe.

Leuna hat schon im März mitgeteilt, ab Ende 2022 auf Öllieferungen aus Russland zu verzichten. Dort wird Europas größter Wasserstoff-Elektrolyseur gebaut. Der Strom aus den Windparks in der Nachbarschaft werden für die Produktion von synthetischen Kraftstoffen genutzt und es wird mit bioökonomischen Verfahren experimentiert, um Plastik zu ersetzen. All dies begeistert verständlicherweise den grünen Wirtschafts- und Klimaminister. Sein Ziel: Schwedt zu Leuna zu machen. Damit das angegangen werden kann, muss allerdings erst einmal das Problem mit dem russischen Eigentümer gelöst werden.

Für die ostdeutsche Wirtschaft sieht Habeck vor allem drei Herausforderungen, die bewältigt werden müssen: die überbordenden Energiepreise, der zunehmende Fachkräftemangel und die schleppende Digitalisierung. Die ersten beiden Punkte beschäftigten auch die ostdeutschen Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentin auf ihrer jährlichen Konferenz in Greifswald. Die Digitalisierung fiel da etwas hinten runter. Vor welchen Herausforderungen sächsische Unternehmen sonst noch stehen, lesen Sie in diesem Newsletter.

Kommen Sie gut durch die vorausgesagten Hitze-Tage,

herzlichst,

Ihre Nora Miethke, Leiterin Politikredaktion sächsische.de

Das Wichtigste aus Sachsens Wirtschaft

+ Volkswagen wieder im 3-Schicht-Betrieb +

Volkswagen hat wieder den Drei-Schicht-Betrieb für die Fertigung seiner sechs E-Modelle in Zwickau aufgenommen. Mit Beginn des Ukraine-Kriegs war die Produktion im März infolge gestörter Lieferketten für rund drei Wochen unterbrochen worden. Unter anderen fehlte es an Kabelbäumen aus der Ukraine. "Die Teileversorgung ist mittlerweile wieder so stabil, dass wir in Zwickau mit der dritten Schicht nun zusätzliche Kapazitäten haben, um den hohen Auftragsbestand abzuarbeiten", betonte Stefan Loth, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Volkswagen Sachsen.

+ Landesregierung einigt sich auf Haushalt +

Sachsens Regierung hat sich nach einer zweitägigen Klausur auf einen Rekord-Haushalt für die Jahre 2023 und 2024 geeinigt. Demnach sollen in beiden Jahren insgesamt 48,5 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Finanzminister Hartmut Vorjohann (CDU) sagte am Mittwoch, der Einigung sei ein hartes Ringen vorangegangen. In Summe habe man rund 5,5 Milliarden Euro Ausgaben mehr geplant als im aktuellen Doppelhaushalt. Ein Großteil der zusätzlichen Ausgaben ist für Personalaufstockungen im Landesdienst eingeplant, wo es künftig insgesamt 2.500 Stellen mehr geben soll. Um das zu finanzieren, werden die Grunderwerbsteuer und die Wasserentnahmeabgabe erhöht, aber auch Rücklagen aufgebraucht.

+ Mittelstand soll von Leichtbau-Innovation profitieren +

In Dresden soll eine neue Institution künftig dabei helfen, Erkenntnisse aus dem Leichtbau schnell in neue Produkte einfließen zu lassen. Das Nationale Leichtbau-Validierungszentrum wird vom Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der TU Dresden betrieben und vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Vor allem klein- und mittelständische Betriebe sollen davon profitieren. Die Firmen können in einer etwa 1.500 Quadratmeter großen Halle neue Ideen und Technologien erproben und sich von Experten beraten lassen. Für das Know-how müssen sie nicht zahlen, nur für die Nutzung der Maschinen, Material und Energie. Eine Firma hat durch die Zusammenarbeit ihren Materialverbrauch bereits mehr als halbiert.

+ Schokobranche auf den Kopf gestellt +

Die ersten Nucao-Riegel sind in einer Dresdner Testküche entstanden. Sechs Jahre später ist aus dem kleinen grünen Food-Start-up ein international aktives Unternehmen für Schoko- und Protein-Snacks geworden, die allein deutschlandweit in rund 10.000 Märkten erhältlich sind: the nu company. Die Mitarbeiterzahl ist auf fast 100 geklettert. Der Umsatz auf 14 Millionen Euro im vorigen Jahr gestiegen. Und alles ist öko.


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