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Wirtschaft in Sachsen - Das Wochen-Briefing

Der Rat des Ifo-Chefs + Elektronik-Weltneuheit aus Dresden + Bilanz-Unterschiede beim Strukturwandel + Drohnen-Flugplatz für Oberlausitz

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Michael Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen, Guido Kutschera, Dekra-Deutschlandchef und Dietmar Woidke, Ministerpräsident von Brandenburg, haben diese Woche eine Zwischenbilanz des Strukturwandels gezogen. Zwischen Sachsen und Brandenburg fällt d
Michael Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen, Guido Kutschera, Dekra-Deutschlandchef und Dietmar Woidke, Ministerpräsident von Brandenburg, haben diese Woche eine Zwischenbilanz des Strukturwandels gezogen. Zwischen Sachsen und Brandenburg fällt d © dpa

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Kommt zur langen Nacht der Wissenschaft!
Kommt zur langen Nacht der Wissenschaft!

Wissenschaft ist spannend und oft ein Abenteuer. Das wissen auch die Forschenden in der Oberlausitz und laden am 1. Juli ein, wenn es heißt: „OHA! Abenteuer Wissenschaft“.

Alexander Ahrens, Noch-Oberbürgermeister von Bautzen ist vermutlich aus anderen Gründen abgewählt worden. Er macht jedoch den Strukturwandelprozess in der Oberlausitz für seine Niederlage verantwortlich, weil er nicht erklären könne, warum eine ICE-Strecke für eine Milliarde Euro von Berlin über Cottbus nach Görlitz gebaut werden soll, obwohl entlang der Strecke kaum jemand leben und arbeiten würde. Noch nicht. Die Landesregierung setzt ja darauf, erst die Verkehrsanbindung schaffen, dann kommen auch die Top-Talente in die Region. Ob das aufgeht, wird erst klar sein, wenn die ICE-Strecke gebaut ist und das kann länger dauern als der Kohleausstieg selbst.

Jedenfalls hat Brandenburg nach den ersten zwei Jahren die Nase vorn bei der Schaffung hochwertiger Industriearbeitsplätze. Das machte die gemeinsame Kabinettssitzung der Landesregierungen von Sachsen und Brandenburg am Lausitzring deutlich. Während Dietmar Woidke freudig von einer "absolut positiven" Bilanz sprach, ließ Michael Kretschmer den Satz aus seiner Pressemitteilung "Trotz der Erfolge bleiben wir hinter unseren eigenen und den Erwartungen der regionalen Akteure vor Ort zurück" lieber ungesagt. Seine Strategie, die Forschungsthemen der Zukunft in Lausitz zu holen, auf Hochschulen und innovative neue Technologien zu setzen, ist nicht falsch und kann am Ende sogar nachhaltiger sein. Aber sie strapaziert die Nerven der Ungeduldigen, denn sichtbare Erfolge brauchen Zeit.

Kommen Sie gut durch den Tag,

herzlichst,

Ihre Nora Miethke, Leiterin Wirtschaftsredaktion sächsische.de

Das Wichtigste aus Sachsens Wirtschaft

+++ Ifo-Chef rät Verbrauchern vom gezielten Unterstützen der Wirtschaft ab +++

Ifo-Präsident Clemens Fuest hat in der Debatte um eine sichere Energieversorgung angemahnt, alle Möglichkeiten im Blick zu behalten. "Wir sind jetzt in einer Lage, in der die Politik gut beraten ist, alle Optionen sehr, sehr ernsthaft zu prüfen und die Möglichkeiten zu nutzen", sagte der Chef des Ifo-Institutes am Mittwoch in Dresden. Es sei gesamtwirtschaftlich problematisch, auf Optionen zu verzichten, die die Energieversorgung verbessern könnten.

Verbrauchern rät der Professor in der gegenwärtigen Lage zum Preisvergleich. Er rate Verbrauchern nicht zum gezielten Unterstützen der Wirtschaft, so Fuest. Vielmehr solle jeder seine eigene Lage und die Preise beurteilen. Wenn es starke Bewegungen bei den Preisen gebe, "langen vielleicht einzelne Anbieter mehr hin".

+++ Elektronik-Weltneuheit aus Dresden +++

Dresdner Wissenschaftler haben eine Weltneuheit geschaffen, die neuartige Mikrochips ermöglicht. An der TU Dresden ist erstmals ein sogenannter organischer Bipolartransistor entwickelt und gebaut worden. Die Technik macht letztlich organische Chips, die anders als die Mikroelektronik für Handy, TV und Laptop gedruckt werden können, mit hoher Leistung erstmals möglich.

+++ Bilanz-Unterschiede bei Strukturwandel +++

Die Länder Brandenburg und Sachsen wollen durch den Ausbau länderüberschreitender Infrastrukturen und die Schaffung neuer hochwertiger Industriearbeitsplätze die Strukturentwicklung in der Lausitz weiter voranbringen. Das teilten der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Dienstag nach einer gemeinsamen Kabinettssitzung mit. Zwischen Sachsen und Brandenburg fällt die bisherige Bilanz bei genauerem Hinsehen jedoch recht unterschiedlich aus. Während Woidke auf Hunderte neue und gut bezahlte Industriearbeitsplätze verweisen kann - BASF teilte erst am Montag mit, in Schwarzheide in ein drittes Projekt für Batterierecycling zu investieren -, zählte Kretschmer vor allem Forschungsprojekte für die Industrie auf.

Derweil macht Bautzens abgewählter Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) den Strukturwandelprozess in der Lausitz für seine Wahlniederlage verantwortlich. "Ich bin gerade krachend abgewählt worden, weil die Wähler in Bautzen meinen, ich hätte den Strukturwandelprozess verbockt", sagt er.

+++ Oberlausitz bekommt ersten Drohnen-Flugplatz +++

Zwischen Bautzen und Kamenz in der Oberlausitz soll der erste Vertiport – also Drohnen-Flughafen – entstehen. Der genaue Standort sei noch nicht spruchreif, bis alle Verträge unterzeichnet sind, heißt es von den Initiatoren. Es handele sich um ein Grundstück von 4.000 Quadratmetern. Im kommenden Jahr soll Baustart sein. Die Pläne für das Drohnen-Lande-Gebäude wurden jetzt erstmals vorgestellt. Geplant ist ein fünfstöckiges Gebäude mit Büros, Besprechungsräumen, Wartungsservice für die Drohnen, Ladeservice für die Batterien, Räumen für die Drohnen-Piloten. Neun Millionen Euro soll das Ganze kosten. Es wäre einmalig in Europa, versichern die Drohnen-Netzwerker.

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