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Wirtschaft

Wirtschaft in Sachsen - Das Wochen-Update

+++ Viertelmillion US-Dollar für Dresdner Start-up +++ Dulig spricht sich für höheren Mindestlohn aus +++ Durchwachsene Bilanz der Wirtschaftsförderung +++

Der Dresdner Krebsmediziner Gerhard Ehninger hat mit seinem Start-up eine Viertelmillion US-Dollar eingeworben - ein Rekord.
Der Dresdner Krebsmediziner Gerhard Ehninger hat mit seinem Start-up eine Viertelmillion US-Dollar eingeworben - ein Rekord. © Agentur

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Europas beliebteste Pferdeshow kehrt auf die Bühne zurück. Am 23. und 24. Oktober gibt es in der SACHSENarena das Beste aus den vergangenen Jahren zu erleben.

Guten Morgen,

private Haushalte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen müssen mit Gas-Preissteigerungen von bis zu 25 Prozent rechnen. Welche soziale Sprengkraft knappes Benzin oder teure Energie haben kann, ließ sich in Großbritannien beobachten. Die Menschen wüteten an den Zapfsäulen, weil es kein Benzin gab, bis die Regierung sogar überlegte, Soldaten an Tankstellen einzusetzen. Das muss man sich mal vorstellen. Wir reden hier von einem Industrieland in Europa, nicht vom sozialistischen Venezuela, wo die Menschen es gewöhnt sind, Schlange zu stehen für Benzin.

Nun liegen die Gründe für die Knappheit im Vereinigten Königreich nicht an der Preisentwicklung, aber auch in den EU-Ländern brodelt es. Sonst hätte die EU-Kommission nicht Vorschläge vorgelegt, wie man mit Steuererleichterungen und Subventionen gegensteuern könnte. Denn hohe Strom- und Gasrechnungen lassen die Akzeptanz von Klimapolitik bröckeln.

Das deutsche Kanzleramt spielt in Europa eine zentrale Rolle. Olaf Scholz will dort einziehen. Er muss dafür sorgen, dass der finanziellen Belastung beim Heizen und Tanken eine Entlastung gegenübersteht. Das bedeutet auch einen Verzicht auf Steuereinnahmen.

Auch wenn die steigenden Verbraucherpreise momentan das beherrschende Thema sind, liegt mir noch ein anderes am Herzen. Am vergangenen Wochenende wurde der sächsische Gründerinnenpreis verliehen. Oft heißt es, Frauen gehen bei der Berufswahl nach der Neigung, Männer sind strategischer. Wie gut beides zusammengehen kann, zeigt die diesjährige Gewinnerin Jacqueline Hausotte, die sich als Steinmetzin selbstständig machte und zwei Firmen aufkaufte. Und vor allem profitiert das sächsische Handwerk davon, dass Frauen ihren Neigungen folgen.

Herzlichst,

Ihre Nora Miethke, Leiterin Wirtschaftsredaktion sächsische.de


Das Wichtigste aus Sachsens Wirtschaft

+++ Viertelmilliarde Dollar für Dresdner Start-up +++

Es ist die bisher größte Beteiligung privater Geldgeber an einem sächsischen Start-up. Eine Viertelmilliarde Dollar, an die 220 Millionen Euro, investiert Blackstone Life Sciences (USA) in die Entwicklungen der Dresdner Firma Gemoab. "Wir schaffen ein weltweit neues Pharmaunternehmen", sagt Gerhard Ehninger, Dresdner Krebs-Mediziner, TU-Professor und Gemoab-Firmengründer gegenüber saechsische.de. Ziel ist ein neues Krebsmedikament. Den bahnbrechenden Gemoab-Entwicklungen gegen Krebs gehen mehr als 20 Jahre Forschung voraus. Zum Konstrukt gehört auch Cellex Cell Professionals, die diese Erfindungen nun an den Markt bringt. Es ist Teil des neuen, künftig globalen Pharmaunternehmens Avencell. Ehninger ist dort nun als einer der Geschäftsführer Chefmediziner. Allein in Dresden sollen hundert Arbeitsplätze entstehen.

+++ Dulig fordert Anhebung des Mindestlohns +++

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hat sich für eine rasche Anhebung des Mindestlohns ausgesprochen. Allein im Freistaat würden davon rund 610.000 Menschen und nahezu jeder dritte Beschäftigte profitieren, sagte der SPD-Politiker zu Wochenbeginn in Dresden. Dulig verwies auf eine vom Wirtschaftsministerium in Auftrag gegebene Studie zur Einführung des flächendeckenden Mindestlohnes Anfang 2015. Diese habe gezeigt, dass es anders als befürchtet langfristig keine dämpfenden Effekte auf Investitionen von Unternehmen und die Beschäftigungsdynamik in Sachsen gegeben habe. Für die Studie wurde über etwa fünf Jahre die Umsetzung und Auswirkung des Mindestlohnes in Sachsen untersucht. Der Freistaat war demnach stärker als andere Bundesländer betroffen.

+++ Wirtschaftsförderung: Bilanz durchwachsen +++

Seit 30 Jahren sorgt die Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS) dafür, dass sich Unternehmen im Freistaat ansiedeln. 645 Neuansiedlungen haben sich seitdem in Sachsen gegründet. Neue Jobs entstanden demnach vor allem in Autoindustrie, Logistik, Mikroelektronik, Maschinen- und Anlagenbau, Life Sciences, Umwelt- und Energietechnik – in jenen Zukunftsbranchen, die der Freistaat einst als förderfähig ausgemacht hat. Zur Geburtstagsfeier in Dresden lobte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD), zugleich Aufsichtsratschef der WFS, die vergangenen Jahre. "Was wir erreicht haben kann sich wirklich sehen lassen". Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Sachsens von der Autoindustrie abhängige Exportquote vor Jahren höher war. Der Produktivitätsrückstand zum Westen wurde statt kleiner eher wieder größer.


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