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Wirtschaftsminister der Diakonie geht

Hospiz-Betrieb, Schulbau und Kita-Übernahmen: Stephan Wilinski hat bei der Herrnhuter Diakonie vieles angeschoben. Nun sucht der Vorstand neue Ziele.

Stephan Wilinski verlässt nach 18 Jahren die Herrnhuter Diakonie.
Stephan Wilinski verlässt nach 18 Jahren die Herrnhuter Diakonie. © Foto: Herrnhuter Diakonie

Stephan Wilinski wirkt nicht unbedingt so, als ob er jeden Tag in ein neues Abenteuer aufbrechen müsste. Der 50-jährige kaufmännische Vorstand der Herrnhuter Diakonie ist ruhig, freundlich und korrekt. Und doch beginnt er mit seiner Frau nach 18 Jahren in Herrnhut nun doch so etwas wie ein neues Abenteuer: "Ich werde ab 1. August der neue kaufmännische Geschäftsführer der Diakonie Osnabrück", bestätigt er seinen Weggang. An diesem Sonntag nun wird er mit einem Gottesdienst aus seinem Dienst in der Herrnhuter Diakonie und dem Christlichen Hospiz Ostsachsen verabschiedet.

Dass er nach 18 Jahren Herrnhut den Rücken zukehrt, fällt Wilinski nicht leicht. Und dennoch sei genau jetzt der richtige Zeitpunkt, erklärt er: "Das jüngste unserer vier Kinder hat jetzt sein Abitur gemacht, sodass meine Frau und ich die Chance auf etwas Neues haben", erklärt er. In Herrnhut hat Wilinski über all die Jahre viele Spuren hinterlassen: Die Übernahme der Christlichen Hospiz Ostsachsen gGmbH durch die Diakonie 2009, die Übernahme mehrerer Kindertagesstätten zur Diakonie und auch der Neubau der Comenius-Schule waren einige wenige wichtige Meilensteine in der Herrnhut-Karriere des gebürtigen Berliners. Auch im Aufsichtsgremium der Zinzendorf-Schulen war er nebenbei engagiert und verfolgte auf diese Weise viele Entwicklungen in der Stadt.

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Spuren hat aber auch Herrnhut bei ihm hinterlassen, gesteht er ein: "Hier kann ich direkt sehen, was meine Arbeit bewirkt, wenn ich aus dem Fenster schaue", sagt er und bezeichnet diese Erfahrung für sich persönlich als sehr sinngebend. Denn die Menschen für die und mit denen er arbeitet, seien eben auch im Privaten ganz nah, lebten nebenan, seien mit in der Kirchgemeinde, erklärt er mit Blick auf die Wohngruppen in der Stadt und den Alltag von Kita über Förderschule bis zum Altenheim. Ganz so unmittelbar wird es in Osnabrück wohl nicht werden, ist sich Wilinski sicher, das sei schon etwas Besonderes in Herrnhut.

Wichtig war ihm deshalb auch, keine unüberbrückbare Lücke bei der Diakonie zu hinterlassen: "In den kommenden Jahren stehen einige personelle Wechsel in der Diakonie an, deshalb habe ich mich entschieden, jetzt einen neuen Weg einzuschlagen, damit genügend Zeit zur Suche eines Nachfolgers bleibt", sagt er. Einen neuen Weg muss auch Wilinskis Frau einschlagen, die ihn mit ihren familiären Verbindungen zur Herrnhuter Brüdergemeine und damit nach Herrnhut gebracht hat. Sie leitete bislang eine evangelische Kita in Bautzen und wird sich nun im Nordwesten eine neue Aufgabe - was vor Ort dann auch sicher leichter wird - suchen. Pendeln kam für Wilinski nämlich von Anfang an nicht in Frage. Dafür sind es dann doch zu viele Kilometer zwischen Herrnhut und Osnabrück.

Termin: Verabschiedung am Sonntag im Gottesdienst am Sonntag, ab 9.30 Uhr im Kirchensaal

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