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Europa startet eine neue Ariane - Dresdner Ingenieure haben diese Rakete getestet

Die neue europäische Trägerrakete Ariane 6 steht startbereit in Kourou. Die entscheidenden Härtetests an Rumpf und Tanks haben in Dresden stattgefunden.

Von Stephan Schön
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© ESA (Archiv)

Europas Raumfahrt hängt von diesem einen Tag ab. Am Dienstag wird sich entscheiden, ob die Europäer in den Weltraum zurückkehren, oder ob sie wie seit Monaten am Boden bleiben. Es ist der erste Startversuch der neuen Schwerlastrakete Ariane 6.

Dass dieser erste Start nun überhaupt stattfinden kann, daran haben auch Dresdner Ingenieure erheblichen Anteil. Die größten Bauteile vom Rumpf und die Tanks sind hier getestet worden. Auf Biegen und Brechen. Bis zum Bersten halt hat das Dresdner Technologie-Unternehmen Applus IMA die Raketenbauteile belastet. Das war 2023 dann abgeschlossen.

Bei Applus IMA in Dresden wurden gigantische Prüfstände aufgebaut. Hier gab es den Härtetest für die großen Strukturbauteile der neuen Europarakete. Und sie hat die Tests bestanden.
Bei Applus IMA in Dresden wurden gigantische Prüfstände aufgebaut. Hier gab es den Härtetest für die großen Strukturbauteile der neuen Europarakete. Und sie hat die Tests bestanden. © Applus-IMA

Jetzt finden andere Tests mit der Rakete statt, ohne dass dabei etwas Bersten darf. Wie beim echten Start lief am Startplatz in Französisch Guayana in den vergangenen Tagen der Countdown. Mehrmals. Und das bis wenige Sekunden vor dem wirklichen Abheben, berichtet Jens Franzek, Betriebsleiter, Ariane-Group. Das komplette Zusammenspiel von Rakete, Software, Startrampe wurde so gecheckt. Tausende Sensoren müssen dafür ihren Dienst tun und wurden bei den Tests selbst erst einmal überprüft. Die Auswertung der Daten von solch einem Probelauf dauert Tage. Das ist aber nötig, um irgendwelche Schwachstellen zu erkennen, sagt im Mediameeting die System-Ingenieurin der Esa für die Ariane 6, Tina Büchner da Costa.

Selbst das Betanken unter enormen Druck fand so bereits ganz real statt. Danach wurde der Treibstoff wieder zurückgepumpt. Um am Dienstag dann wieder vor dem Start nochmals in die Tanks gefüllt zu werden. Wenn diese neue europäische Trägerrakete Ariane 6 zum ersten Mal ins Weltall fliegt, dann geschieht dies mit etwa vier Jahren Verspätung.

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