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Osthandel übertrifft erstmals Marke von 500 Milliarden

Deutschlands handel mit Ländern in Ost- und Südosteuropa wächst stark und schnell. Neben Polen sind Tschechien und Russland die wichtigsten Handelspartner.

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Polen ist für Deutschland ein wichtiger Handelspartner.
Polen ist für Deutschland ein wichtiger Handelspartner. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa (Symbolbild)

Der deutsche Osthandel hat im vergangenen Jahr erstmals die Marke von 500 Milliarden Euro übertroffen. Wie der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft am Donnerstag mitteilte, lag das Gesamtvolumen bei 502 Milliarden Euro - und damit um 80 Milliarden höher als 2020 und um 40 Milliarden höher als im bisherigen Rekordjahr 2019 vor der Pandemie.

Demnach exportierten deutsche Unternehmen 2021 Waren im Gesamtwert von 254 Milliarden Euro in Länder Ost- sowie Südosteuropas.

Das war ein Plus von 18,3 Prozent. Importiert wurden Güter im Wert von 248 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 19,1 Prozent. Der Ausschuss wertete Zahlen des Statistischen Bundesamtes aus.

Polen ist wichtigster Handelspartner

Der Osthandel habe sich dynamischer als der gesamte deutsche Außenhandel entwickelt und seinen Anteil auf 19,5 Prozent gesteigert, hieß es. Mit weitem Abstand wichtigster deutsche Handelspartner in der Region ist Polen.

Nach Polen folgen Tschechien und Russland. Das Handelsvolumen mit Russland sei um über 34 Prozent auf knapp 60 Milliarden Euro gestiegen. Hier hätten sich die gestiegenen Energiepreise bemerkbar gemacht. Umgekehrt sei auch die russische Nachfrage nach deutschen Gütern um 15 Prozent gestiegen, sagte der Vorsitzende des Ost-Ausschusses, Oliver Hermes.

Mit Blick auf den Ukraine-Konflikt warnte er: "Ein heißer Konflikt zwischen Russland und der Nato würde neben dem furchtbaren menschlichen Leid unseren ganzen Kontinent und mit ihm die europäische Wirtschaft um Jahrzehnte zurückwerfen. Das Virus der Unsicherheit wirkt bereits negativ auf die Märkte ein. Investitionen werden infragegestellt, Aktien- und Währungskurse geben nach, wirtschaftliche Chancen bleiben ungenutzt, und Energiepreise explodieren." Umso wichtiger sei, dass sich die neue Bundesregierung und der französische Präsident Emmanuel Macron mit voller Kraft in die internationale Krisendiplomatie eingeschaltet hätten. (dpa)