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Wittichenauer Schützenhaus ist wiedereröffnet

Über Monate hinweg haben die Schützen ihr Vereinshaus umbauen lassen. Am Sonnabend feierten sie Einweihung.

Von Martin Kliemank

Die Drittelstunde – der SZ-Podcast

Aktuelle Themen sowie Tipps und Tricks für den Alltag: Fabian Deicke stellt Experten verschiedener Gebiete die Fragen der SZ-Community.

Wittichenau. Mehr als 222 000 Euro hat die St.-Sebastiani-Schützenbruderschaft investiert, damit eine Behelfslösung endlich der Geschichte angehört. Über Jahrzehnte waren die Sanitäranlagen des Wittichenauer Schützenhauses in einem Container untergebracht. Nun sind sie in einem neu errichteten Anbau zu finden – hell gefliest, modern ausgestattet und barrierefrei zugänglich. Die Theke ist aus dem Saal verschwunden. Ein neuer Tresen, eine neue Zapfanlage und Kühltechnik sind jetzt ebenfalls im Anbau installiert. Große Durchbrüche verbinden den Schankraum mit dem Saal. Durch zusätzliche Fenster fällt mehr Licht in das Haus. Im Mai 2015 hatten die Schützen erste Gespräche mit Bauingenieur Stanislaus Statnik zur Umgestaltung des Hauses geführt. Ende 2016 reichten sie schließlich einen Bauantrag ein.

Doch erst 2017 konnte die Finanzierung des Vorhabens gesichert werden. Aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums wurde eine Förderung von 75 Prozent der Kosten zugesagt. Die restlichen 25 Prozent brachten die Schützen aus Eigenmitteln und über ein privates Darlehen auf. Kurz vor Weihnachten 2017 entwickelte Ingenieur Statnik mit den Schützen den Bauablaufplan. Er habe ihnen damals eingeschärft: „Wir setzen uns ein sportliches Ziel, wenn wir bis Mitte Oktober fertig sein wollen. Wir können das nur schaffen, wenn alle an einem Strang ziehen.“ Zur termingerechten Einweihung lobte Statnik: „Alle Beteiligten haben sich daran gehalten.“ Mehr als ein Dutzend Firmen aus Wittichenau und dem nahen Umland haben mitgewirkt. Ihr Verdienst sei, dass auch der Kostenrahmen eingehalten werden konnte. „Die Firmen haben uns Top-Angebote gemacht. Dafür gilt ihnen große Anerkennung“, hob Statnik hervor.

Für die Schützen ist das Projekt mit der Einweihung nicht abgeschlossen. In den nächsten fünf Jahren müssen sie das Darlehen zurückzahlen, das zur Finanzierung der Bauarbeiten beitrug. Spenden und die Einnahmen aus der Vermietung sollen dabei helfen. „Ich hoffe, dass das Haus aufgrund des Anbaus mehr Zuspruch findet“, wünschte sich Brudermeister Lutz Döhler. Bei den mehr als einhundert Gästen der Einweihungsfeier kam das neue Erscheinungsbild zumindest gut an. Döhler konnte zahlreiche Glückwünsche entgegennehmen. Auch Wittichenaus Bürgermeister gratulierte: „Respekt!“ Er habe am Gelingen des Umbaus gezweifelt, bekannte Markus Posch. Als die Schützen mit ihren Plänen erstmals zu ihm kamen, war der Verein stark geschrumpft. Heute gehören 18 Mitglieder zur Bruderschaft. Posch habe nicht mit ihrer Hartnäckigkeit gerechnet. Umso mehr freue er sich, dass der Saal nun in neuer Gestalt wieder zur Verfügung steht. „Wir haben gerade in der Bauzeit mitbekommen, wie sehr wir in Wittichenau einen zweiten solchen Raum benötigen“, sagte Posch. Seit im Jahr 2010 das Volkshaus abbrannte, gibt es in der Stadt für größere Feiern neben dem Schützenhaus nur noch den Saal im Alten Bahnhof.

Dass das Wittichenauer Schützenhaus nun wieder offen steht, wird dem kulturellen wie gesellschaftlichen Leben in der Stadt guttun. Das deutet sich bereits an. Anfang Dezember will die Kolpingsfamilie in dem Haus einen Vortrags- und Diskussionsabend gestalten, die Schule bereitet ebenfalls eine Veranstaltung vor und schon am kommenden Sonnabend lädt die Band „Nordstern“ zu ihrem Jahresabschlusskonzert ins Schützenhaus.