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Witzig-Schönes rund um den Wein

Der Künstler Friedrich Richter stellt im Heimatmuseum Holzschnitte und Aquarelle aus. Mit manch frechem Spruch.

© Ines Scholze-Luft

Von Ines Scholze-Luft

Weinböhla. Der Ort für die Ausstellung kann eigentlich gar kein anderer sein als hier im Weingut Peterkeller. Künstlerisches rund um den Rebensaft muss sich einfach dort finden, wo Weinbau und -verarbeitung eine Rolle spielen, also in der Weinabteilung des Heimatmuseums. Weinglas, -butte, -ballon und manch anderes Gerät haben nun für einige Wochen einen besonderen Rahmen: die Werke des Weinböhlaers Friedrich Richter.

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Neben dem Aquarell mit einer Ansicht vom Winzerhof Golk samt Weinberg verkündet ein Holzschnitt mit kesser Dame: Auch weißer Wein macht eine rote Nase. Insgesamt 20 solcher Kunstwerke kann der Besucher ganz in Ruhe betrachten und sich seinen eigenen Reim auf Worte, Landschaften und Menschen machen.

Der Künstler selbst sieht gelassen auf sein Werk. Ihn freut es, dass er zum 80. Geburtstag im Wonnemonat Mai eine Personalausstellung in der Gemeinde gestalten kann, in der er mit seiner Frau seit 20 Jahren lebt. Freche Sprüche in Holz zu schneiden, das habe er von Lothar Sell übernommen, sagt der Weinböhlaer mit dem aufmerksamen Blick. Friedrich Richter liebt die Arbeit mit Holz. Schließlich war er vorm Architekturstudium zehn Jahre Tischler. Kam später nach einer Arbeitsstelle in Magdeburg zur TU Dresden, danach zum Staatshochbauamt, wo er unter anderem den Bau von Landtag, Staatskanzlei und Justizministerium mit betreute.

Für ihn spielt die Kunst schon immer eine große Rolle, auch als Hobby, erzählt der Mann mit dem dichten grauen Haar, zu dessen Familie auch zwei Kinder, fünf Enkel und ein Urenkel gehören. Erst kürzlich, zum 65. Konfirmationsjubiläum, sei es um eine von ihm gestaltete Geburtstagskarte gegangen, die er in der Schulzeit im erzgebirgischen Jöhstadt verschenkt hatte.

Dem Holzschnitt gehört unübersehbar seine besondere Vorliebe. Er schneidet alles in Holz, sagt Friedrich Richter. Dabei hat er auch ein neues Material für sich entdeckt. Nahm er früher Fichtenbretter, ist es heute Linde. Da darf es gern mal ein größerer Holzschnitt sein, oft zweifarbig: rot-schwarz oder rot-braun. Und Friedrich Richter experimentiert gern, mal mit dem Holzriss, mal mit einer neuen Maltechnik.

Jetzt ist er gespannt, was die Weinböhlaer und andere Gäste zu seinem Schaffen sagen. Am 27. Mai, 15 Uhr, wird die Sonderausstellung offiziell eröffnet. Zu sehen sind die Werke auf Nachfrage aber jetzt schon, sagt Museumschef Reinhard Krönert.

Kontakt: Reinhard Krönert, Telefon 035243 37216